33.000 Badewannen pro Tag!?

Das Klärwerk, so sauber wie ein Fluss. | Am 02.03.17 besuchten drei Schüler des Hegel-Gymnasiums Magdeburg das Klärwerk in Gerwisch. Herr Regener führte die Schüler herum und erklärte ihnen den Ablauf der Klärung.

Trotz schlechten Wetters sind die Schüler der 8. Klasse sicher in Gerwisch angekommen. Nach einer warmen Tasse Tee erklärte Herr Regener Aufbau und Ablauf der Klärung des Abwassers aus Magdeburg und den umliegenden Gemeinden. Ein Klärwerk verrichte die gleiche Arbeit wie ein Fluss, sagte er. Das Schmutzwasser wird über Druckleitungen in ein Zulaufgebäude gepumpt. Es gibt drei Prozesse der Klärung. Der erste ist die sogenannte mechanische Reinigung. Dort wird das Abwasser durch Sandfänge und Rechen grob gereinigt. Dies ist einer der wichtigsten Schritte zur Klärung, da es sonst schwer wäre, den Sand vom Wasser zu trennen und die Abfallprodukte wie z.B. Toilettenpapier zu entfernen. Dann folgt die biologische Reinigung. Dort werden biologisch organische Stoffe in einer zweistraßigen Dreier- Kaskadenbelebungsanlage durch sogenannten Primärschlamm, welcher aus Mikroorganismen besteht, zersetzt. Der dritte und letzte Schritt besteht aus der Nachklärung, bei der sich der Restschlamm vom Wasser absetzt. Das gereinigte Wasser dient nicht zur Verwendung als Trinkwasser, es wird letztendlich in die Elbe geleitet.

Den Anfang machte 1895 die Inbetriebnahme der Druckleitungen von Magdeburg und der Rieselfelder in Körbelitz. Seit 1999 existiert das vollbiologische Klärwerk. Es werden heute ca. 39 Mitarbeiter beschäftigt, die sorgen dafür, dass die Maschinen und Anlagen einwandfrei funktionieren. Die Baukosten des Klärwerks belaufen sich auf ca. 77,0 Millionen Euro. Es ist bis zu 95% ausgelastet und fasst einen Inhalt von ca. 33.000 Badewannen täglich. Damit ist es das größte Kommunalklärwerk Sachsen-Anhalts. Die Hälfte des benötigten Stroms zur Abwasserklärung wird aus dem Primärschlamm aus der biologischen Reinigung gewonnen. Es kann immer einen Defekt geben, welcher gezwungenermaßen behoben werden muss und an dem Klärwerk wird immer wieder etwas hinzugefügt oder verändert. Durch einen am Design beteiligten Architekten bekam es ein besonderes Aussehen.

Trotz des Wetters war die Führung durch die Klärwerkanlage sehr interessant.

Von Gregor Makiola, Fenna Schmidt & Lina Springer, Klasse 8/2, Hegel-Gymnasium Magdeburg