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Dem (Ab)Wasser auf der Spur

Redaktioneller Beitrag: Wohin verschwindet das Magdeburger Abwasser? Wie wird es gereinigt und was passiert danach? Beim Besuch im Abwasserpumpwerk Nord erhalten SchmaZ-Reporter Antworten.

Zusammen mit Michael Förster, dem verantwortlichen Abteilungsleiter, und Cornelia Kolberg, Pressesprecherin der Städtischen Werke Magdeburg, erkunden acht Schüler vom Bördegymnasium Wanzleben und vom Albert-Einstein-Gymnasium Magdeburg am 20. März 2019 das Werk.

Was ist eigentlich Abwasser?

Als Abwasser wird durch den Gebrauch verändertes abfließendes Wasser, sowie jedes in die Kanalisation gelangende Wasser bezeichnet. Hier wird unter anderem in Schmutz-, Regen- und Fremdwasser unterschieden. Ein über 1.000 Kilometer langes Kanalnetz leitet das Abwasser der Magdeburger Haushalte über Abwasserpumpwerke zum Klärwerk Magdeburg/Gerwisch ab.

„In Magdeburg gibt es zwei Hauptabwasserpumpwerke“, erklärt Michael Förste den Schülern. „Einmal im Herrenkrug am Cracauer Anger und das Abwasserpumpwerk Nord in Rothensee.“ Im ersten Schritt gelange das Abwasser im Abwasserpumpwerk Nord in eine Filteranlange. Als die Jugendlichen die Anlage betreten, rümpfen sie die Nasen – es stinkt. „Da gewöhnt man sich schnell dran“, besänftigt Cornelia Kolberg. In der Filteranlage wird das Wasser mit einer Art Rechen von groben Unreinheiten, wie zum Beispiel Hygieneartikel und Putzlappen, befreit. Dieser Abfall würde sonst später in der Anlage hängenbleiben und die Pumpen verstopfen. Leider passiert das häufiger, da viele Leute Abfall und Reste in der Toilette entsorgen. Lebensmittel und Feuchttücher gehören in den Mülleimer und nicht ins Klo.

Es geht 21 Meter unter die Erde

Nach dieser kleinen Lektion über Müllsortierung geht es weiter im Abwasserpumpwerk. Die Schüler können zusehen, wie der aussortierte Müll wird gepresst und im angrenzenden Müllbereich zur weiteren Verarbeitung gelagert wird. Nach der Filterung gelangt das Abwasser in das Herz der Anlage - das Pumpwerk.  Michael Förste erklärt: „Das Pumpwerk hat seinen tiefsten Punkt 21 Meter unter der Erdoberfläche.“

Auf dem Weg nach unten, etwa auf der Hälfte der Strecke, zeigt Michael Förste den Schülern den Schaltraum der Anlage. Von hier aus wird das Pumpwerk gesteuert. Ganz unten angekommen, können die Schüler riesige Druckleitungen bestaunen, die das Abwasser durch einen unterirdischen Tunnel zum Klärwerk in Gerwisch weiterleiten. Der Tunnel wurde 1997 fertig gestellt und hat eine Länge von 630 Metern. Nach etwa 420 Metern zeigt ein Schild mit der Aufschrift „Elbe“ an, dass sich die Gruppe jetzt direkt unter dem Fluss aufhält. Im Tunnel selbst befinden sich drei Abwasserleitungen und eine Stromleitung. Regelmäßig werden diese gewartet. Falls der ein oder andere hier unten ein mulmiges Gefühl habe, das sei nicht nötig: Für den Fall der Fälle verläuft seitlich im ganzen Tunnel eine sogenannte Notfallstrippe. „Wenn man daran zieht, wird ein Alarm ausgelöst“, erklärt Michael Förste.

Am Generator endet der Ausflug

Am Ende des Tunnels angekommen, dürfen die jungen Reporter eine Art Schacht hinauf und hinaus durch eine Dachöffnung klettern. Die, die den Aufstieg wagen, erhaschen oben angekommen einen Blick auf die östliche Flussseite. Nach dieser Briese Frischluft geht es geradewegs zurück zum Generator, dem letzten Programmpunkt für diesen Tag. Zum Schluss sammeln die Schüler noch letzte Infos für ihre eignen Artikel in einer abschließenden Frage- und Erklärrunde.

Die SWM Magdeburg ermöglichen Schülerinnen und Schülern im laufenden Projektjahr nicht nur einen Blick hinter die Kulissen des Abwasserpumpwerks Nord, sondern auch auf die beruflichen Perspektiven bei der SWM, einen Stadionbesuch beim 1. FC Magdeburg, eine Führung durch das Klärwerk Gerwisch und andere spannende Themenangebote.

Dieser Termin war ein Angebot des SchmaZ-Partners Städtische Werke Magdeburg.

Text & Fotos von Franziska Dösing, Projektkoordination SchmaZ & SchmaZ junior