„Angst, die nie vergeht!“- Was ein Schlaganfall aus einem Menschen macht

In unserer heutigen Zeit ist ein Schlaganfall ein großes Thema, womit wir uns alle auseinander setzten sollten. In einem Interview mit Herrn A. konnte ich mehr darüber erfahren. Herr A. war gerade 41 Jahre alt, als er seinen ersten Schlaganfall erlitt. Mittlerweile hatte er schon drei, aber er gibt nicht auf und kämpft weiter. Ich sprach mit ihm über seine Krankheit.

Justin Adamitz: Herr A., können Sie mir sagen, was ein Schlaganfall eigentlich ist?
Herr A.: Der Schlaganfall ist eine Erkrankung des Gehirns, in dem die Blutversorgung nicht mehr funktioniert oder besser gesagt, nicht mehr gewährleistet wird.

Justin Adamitz: Wie macht sich ein Schlaganfall bemerkbar?
Herr A.: Das ist schwer zu sagen. Man weiß ja gar nicht, was mit einem selber los ist. Es geht einem nicht gut. Es beginnt meist wie jede andere Krankheit auch – mit Übelkeit, Kopfschmerzen und Schwindel. Von Minute zu Minute und Stunde zu Stunde geht es einem schlechter. Es wird einem kalt dann wieder warm, Schwindel und Übelkeit werden immer mehr. Selbst ein Schluck Trinken wird zur Qual, weil man einfach keine Gewalt mehr über den eigenen Körper hat. Sehstörungen treten auf.

Justin Adamitz: Wann haben Sie bemerkt, dass es ein Schlaganfall ist und wo ist es passiert?
Herr A.: Bewusst habe ich es überhaupt nicht bemerkt. Ich merkte nur, dass etwas nicht stimmt. Ich habe aber überhaupt nicht damit gerechnet, dass es ein Schlaganfall sein könnte. Ich war mit meinen Kollegen auf dem Weg zur Arbeit, als das Unwohlsein plötzlich begann. Es fing ganz harmlos an mit Schwindel und Übelkeit. Mein damaliger Chef fuhr mich dann natürlich gleich nach Hause.

Justin Adamitz: Wer war dann bei Ihnen und wie wurde reagiert?
Herr A.: Zu Hause war nur meine damalige Freundin. Sie verständigte sofort meine Eltern, die auch kurze Zeit später kamen. Da keiner wusste, was mit mir los war und es mir immer schlechter ging, verständigten sie dann den Notarzt. Zuerst wurde ich in ein nahe gelegenes Krankenhaus gebracht, wo mir nicht geholfen werden konnte. Von dort brachte man mich dann in eine Klinik mit einer Stroke Unit, einer speziellen Klinikabteilung für Schlaganfall-Patienten.

Justin Adamitz: Wie haben Sie sich im Krankenhaus gefühlt?
Herr A.: Wie in einem Horrorfilm. Man will es einfach nicht wahr haben. Immer wieder dieses „Warum???“ Es ist mit das Schlimmste, was einem Menschen passieren kann.

Justin Adamitz: Wie fühlt sich Ihre Familie?
Herr A.: Sie fühlen sich sehr traurig und schlecht. Jeden Tag leben sie mit der Angst, dass es zu einem erneuten Anfall kommt.

Justin Adamitz: Gibt es noch Schäden?
Herr A.: Da bei mir ja sehr viel Zeit vergangen ist, ehe die richtige Diagnose Schlaganfall erkannt wurde, gibt es leider sehr viele Schäden, die mein Leben stark beeinträchtigen. Das sind zum Beispiel starke Sehstörungen, Einschränkung im Gesichtsbereich, sodass ich nur mit Trinkhalm trinken kann. Außerdem habe ich große Taubheitsgefühle, wodurch ich mir auch sehr oft starke Verletzungen zufüge, ohne sie zu bemerken. Lähmungen auf einer fast kompletten Körperhälfte sind vorhanden und das Sprechen ist stark eingeschränkt.

Justin Adamitz: Wie fühlen Sie sich heute?
Herr A.: Wenn ich sage „GUT“ würde ich lügen. Es geht mir den Umständen entsprechend und ich versuche das Beste aus meinem Leben zu machen. Nach drei Schlaganfällen sollte man sich bewusst sein, wie hart das Leben ist. Und ich habe gelernt jeden Tag so zu leben, als sei es der letzte.

Herr A., ich bedanke mich recht herzlich für dieses offene Gespräch über Ihre Krankheit und wünsche Ihnen für die Zukunft alles Gute.

 

Von Justin Adamitz, Klasse 8, Sekundarschule „LebenLernen“ Schneidlingen