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Artikel 13 – Die größte Zensur der Neuzeit

Überall in Deutschland demonstrieren tausende Menschen. Der Schüler Jonas Schiemann aus der 8/2 des Dr.-Carl-Hermann-Gymnasium Schönebeck hat sich mit der Debatte rund um das Thema „Artikel 13“ beschäftigt.

Die Urheberrechtsreform steht in ständiger Diskussion. Foto: Pixabay

Der CDU-Politiker Axel Voss sorgt in letzter Zeit für Aufruhr in den jungen Reihen. Denn dieser möchte den „Artikel 13“ in Deutschland einführen.
In über 50 Städten in Deutschland sind Menschen auf die Straße gegangen, um gegen Uploadfilter und für ein offenes Netz zu demonstrieren. Das sind wahrscheinlich die größten Netz-Proteste, die jemals in Deutschland auf der Straße gesehen wurden.

Der Grundgedanke hinter Artikel 13, welcher zwischen Deutschland und Frankreich diskutiert wird, ist die Ahndung von Diebstahl urheberrechtlich geschützter Werke im Netz. So sagt Axel Voss: „Was wir ja eigentlich hauptsächlich wollen ist, dass die Plattformen mehr Verantwortung dafür übernehmen, mehr lizensieren und am Ende fair vergüten.“ Schon seit Ende 2018 wird darum heiß diskutiert, doch jetzt soll der Artikel noch „schlimmer“ kommen, denn diese Ahndung kann nur durch sogenannte im Koalitionsvertrag verbotene, Uploadfilter vonstatten gehen.

Jedoch sind diese Uploadfilter zeitaufwendig, sehr kostspielig und vor allem immer fehlerbehaftet. Der derzeit stärkste und mit 60.000.000$ teuerste ist YouTube’s Content ID System, welches genau das macht, was Artikel 13 fordert. Doch auch dieses macht mal Fehler. Es gibt auch von Seiten der CDU noch keine andere Lösung. So äußert sich Axel Voss in einem Interview mit „Herr Newstime“: „Diese praktische Frage bleibt natürlich immer, wenn man ein Modell anbietet.“

Natürlich gibt es auch noch mehr Gegenwehr der Menschen: Über 5 Millionen Menschen haben in Deutschland bei einer Onlinepetition unterschrieben, es gab Demos, bei denen zehntausende Menschen auf die Straßen gingen. Außerdem schrieben viele Menschen Mails an das Parlament, doch diese werden als „Bots“ abgestempelt. So schrieb Sven Schulze auf Twitter: „Jetzt kommen wieder sekundlich Mails zum Thema #uploadfilter & #Artikel13 rein. Mal ganz davon abgesehen, dass diese inhaltlich nicht richtig sind, stammen ALLE von #Gmail Konten. Mensch #google, ich weiß doch, dass ihr sauer seid, aber habt ihr diese #fake Aktion wirklich nötig?“. Daniel Caspary äußerte den Verdacht, dass die Artikel 13 Demonstranten gekauft seien und das nicht gerade billig.

Am 26.03.2019 fanden die Abstimmungen zu Artikel 13 beziehungsweise neuerdings Artikel 17 statt. Dieser Reform wurden mit 348 zu 274 für Artikel 13 zugestimmt. Hätten nur wenige Politiker dagegen gestimmt, hätte es eine erneute Abstimmung gegen den Artikel gegeben. Es wird gemutmaßt, dass diese Uploadfilter allerdings auch normale Videos ohne Urheberrechtsverstoß blockieren. Allerdings wird dieser Artikel erst in ein Nationales Recht umgewandelt, wenn die EU-Staaten diesem zustimmen.

Von Jonas Schiemann
Klasse: 8/2
Dr.-Carl-Hermann-Gymnasium Schönebeck

Quellen:

  • https://www.handysektor.de/artikel/eu-urheberrechtsreform-und-artikel-13-was-passiert-jetzt/ 26.03.19 15:37
  • https://www.youtube.com/watch?v=ISSC65zPIVE 14.03.19 17:58
  • https://www.youtube.com/watch?v=jxN1ZHX96P4 14.03.19 18:26
  • https://twitter.com/schulzeeuropa/status/1096445520770404352 20.04.19 13:55