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Blond, hübsch, dumm — So stellen sich viele Menschen Cheerleader vor. Meistens denken sie an primitive Mittel zur Anfeuerung von Sportmannschaften. Cheerleading ist aber eine Leistungssportart mit eigenen Wettkämpfen. Ein Artikel von Kathleen Schröder, Klasse 8/2, Werner-von-Siemens-Gymnasium Magdeburg.

Seinen Anfang hatte der Sport am 2. November 1898, als männliche Zuschauer Anfeuerungsrufe während des Finales eines Football-Spieles organisierten. Anfänglich war es ein reiner Männersport. Für Frauen wurde die Sportart erst später zugelassen. In den 1980er Jahren wurde Cheerleading in Deutschland populär. Das erste bekannte deutsche Team waren die Düsseldorf Panther. Aktuell gibt es allein in Deutschland mehr als 20.000 aktive Cheerleader, organisiert in zwei großen Verbänden, dem CVD und dem CCVD.
Viele deutsche Sportvereine treten mit eigenständigen Mannschaften auf Meisterschaften auf und messen sich in den verschiedensten Kategorien. Dabei zeigen die Sportler in den Altersklassen Peewee (bis 12 Jahre), Junior (11-17 Jahren) und Senior (ab 14 Jahren) ihre Begeisterung für ihren Sport. Natürlich unterstützt die feste Fangemeinde regelmäßig auf jedem Event.
Die stetig wachsende Anzahl an teilnehmenden Sportlern/innen als auch Fans führte dann schließlich zur Aufnahme des Verbandes CCVD in den DOSB und damit zur Anerkennung als selbstständige Sportart.

Zum Cheerleading gehört auch der Cheer-Dance, also Gruppen, die vor allem auf Tanzvorführungen ausgelegt sind. Zu einer der besten Mannschaften zählten die Cheerleader von dem Verein des Basketballteams Alba Berlin. Heimspiele der Mannschaften des Vereins wurden regelmäßig von den Cheerleadern begleitet. Im Jahr 2019 entschied der Verein die Abteilung Cheerleading einzustellen. Cheerleader als attraktive Pausenfüller seien nicht mehr zeitgemäß, meinte der Geschäftsführer des Vereins Marco Baldi. Die Begründung erregte viel Aufsehen und Empörung, vor allem unter den Cheerleadern.
Viele schrieben über die sozialen Netzwerke, sie hätten genug von den sexistischen Vorurteilen, die ihnen entgegen gebracht werden, unter anderem durch ihre knappe Kleidung. Eine Cheerleaderin von Alba Berlin schrieb, das Kostüm gehöre zu dem Sport und sage nichts über den Menschen aus, der es trägt. In den Kommentaren unter den einzelnen Artikeln stimmten die Fans den Cheerleadern zu. Sie bezeichnen die Einstellung als Sexismus. Der Bundesinnenminister Horst Seehofer sagte dazu aus, dass Cheerleading ein Sport mit langer und internationaler Tradition sei. Das Abschaffen der Sportart wurde von ihm abgelehnt.
Cheerleading ist ein Teamsport mit einem sehr hohen Verletzungsrisiko. Schon beim kleinsten Fehler können Prellungen, Zerrungen und sogar Brüche auftreten. Deshalb gilt immer, dass die Cheerleader sich absolut vertrauen und einander unterstützen müssen, wenn doch mal etwas schief gehen sollte. Sexistische Vorurteile sind nicht angebracht. Denn heutzutage ist Cheerleading ein weltweit anerkannter Leistungssport, der es bis in die olympischen Spiele geschafft hat. Somit beinhaltet er weitaus mehr als das Puscheln und Lächeln.

 

Von Kathleen Schröder
Klasse: 8/2
Werner-von-Siemens-Gymnasium