SchmaZ-Foto-Challenge – „Bitte lächeln“ muss hier niemand

Am 20. Februar fand die erste Foto-Tour mit Fotografin Elisabeth Heinemann statt. Elf Schüler aus Gommern, Burg und Wanzleben waren in Magdeburg dabei.

Am Mittwochvormittag treffen sich elf Schüler der 8. Klassen verschiedener Schulen aus Sachsen-Anhalt am Fürstenwall in Magdeburg, um sich gemeinsam mit dem Thema Fotografie zu beschäftigen. Die Magdeburger Fotografin Elisabeth Heinemann hat sich bereit erklärt, mit den angehenden SchmaZ-Reportern einen Foto-Workshop durchzuführen. Alltags- und Porträtfotografie stehen an diesem Tag auf dem Programm.

Die Achtklässler aus Burg, Gommern und Wanzleben nehmen im Rahmen von SchmaZ an der Foto-Challenge des Partners Wohnungsbaugenossenschaft Otto von Guericke teil. Ziel des Workshops ist es, dass die Jugendlichen lernen, worauf es beim Fotografieren ankommt und dass es sich lohnt, schon im Vorfeld zu überlegen, welche Wirkung ein Motiv haben kann. Die Bilder, die an diesem Tag entstehen, können von den Lehrern auf der SchmaZ-Webseite eingereicht werden. Eine Jury kürt im Mai die besten Bilder. Diese werden dann an der Magdeburger Bauzaungalerie ausgestellt und zu Gunsten der Klassenkasse des jeweiligen Fotografen versteigert.

Elisabeth Heinemann hat viele eigene Bilder mitgebracht – alle in schwarz weiß. Fotos von Blüten, von Haustieren und älteren Menschen. Es geht um Details, um das Spiel mit Licht und um den Ausdruck in Gesichtern von Menschen. Die Fotografin sucht stets das Besondere im Alltäglichen – und versucht das auch den Schülern schmackhaft zu machen. Die zeigen sich interessiert, fragen zum Beispiel, ob die Fotos schon in schwarz weiß aufgenommen oder nachträglich bearbeitet werden. Auch die Frage nach Bild- und Persönlichkeitsrechten kommt auf. Diese gilt es beim Fotografieren zu beachten, dass wissen die Schüler bereits.

Im Anschluss gehen die Jugendlichen raus um selbst Fotos zu schießen. Sie sollen versuchen, Details zu finden und in Szene zu setzen sowie gegenseitig Porträts aufzunehmen. Heinemann gibt ihnen einen Rat mit auf den Weg: „Bitte lächeln lehne ich übrigens ab. Ich gehe lieber ins Gespräch und passe den richtigen Moment für mein Foto ab“, sagt sie. Die Schüler sind sich einig, gestellte Fotos wollen sie vermeiden. Also ziehen sie los, unterhalten sich, fotografieren sich gegenseitig und suchen nach spanenden Details rund um den Magdeburger Fürstenwall.

Svea Wernicke und Maira Hofmann (Europaschule Gymnasium Gommern) finden: „Der Foto-Workshop ist lustiger als Schule. Wir fotografieren gern in unserer Freizeit und finden es toll, Tipps von der Fotografin zu bekommen. Sie hat uns zum Beispiel erklärt, wie wir den Vordergrund betonen und wie wir darauf achten, dass es im Hintergrund nicht zu unruhig ist“, erklären die beiden, während Sie versuchen, gefundenes Konfetti zu pusten und den Flug im Bild festzuhalten.

Logo der Wohnungsbaugenossenschaft Otto-von-Guericke Magdeburg

Die Foto-Tour ist ein Angebot des SchmaZ-Partners Wohnungsbaugenossenschaft Otto von Guericke eG.

Auf die Ergebnisse dürfen wir gespannt sein. Das SchmaZ-Team, Elisabeth Heinemann und die Mitarbeiter der Wohnungsbaugenossenschaft Otto von Guericke freuen sich schon auf die ersten Einsendungen – und auf den zweiten Fotoworkshop am 27. Februar zum Thema Architektur.

Text & Fotos von Juliane Thomas, Projektleitung SchmaZ & SchmaZ junior

Gelungener Auftakt ins neue Projektjahr

Schüler machen Zeitung, Klappe die 18. - Im Magdeburger Gesellschaftshaus fiel am 28. November der Startschuss für „SchmaZ“ und „SchmaZ junior“ 2018/19.

Von Janette Beck, aus Volksstimme 29.11.2018

"The same procedure as every year ..." (zu Deutsch: "Der gleiche Ablauf wie in jedem Jahr ...") – dass das im Jahr 2000 angeschobene Gemeinschaftsprojekt inzwischen auf ausgefahrenen Gleisen fährt, auf die Idee könnte man schon kommen. Aber nichts da! Denn nach wie vor gilt die alte Medien-Binsenweisheit: Nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern. Schon gar nicht im Zeitalter von Digitalisierung, Social Media und Fake News. Und so müssen sich "SchmaZ" – das sich an Schüler der 8. und 9. Klasse richtet, sowie "SchmaZ junior" (3./4. Klasse) immer wieder neu erfinden.

Wurde das Projekt vor zwei Jahren digital fit gemacht, so dass die Schüler und Lehrer seitdem die neuesten Volksstimme-Nachrichten nicht mehr nur aus der gedruckten Zeitung erfahren, sondern auch aus dem Netz fischen können, gibt es in diesem Jahr erstmals einen Foto-Wettbewerb: Der neu gewonnene Partner, die Wohnungsbaugenossenschaft "Otto von Guericke" (WBG), ruft die insgesamt 6.131 Schülerinnen und Schüler zu einer Challenge auf. Die besten Bilder werden prämiert und an der Bauzaungalerie in Magdeburg ausgestellt.

Zur Auftaktveranstaltung kommen SchmaZ-Macher und -Partner im Gesellschaftshaus in Magdeburg zusammen.

Warum ist die Tageszeitung so wichtig? Wie funktioniert das Projekt und welche Themen bieten Volksstimme und Partner an? Das alles erfahren die Teilnehmer an diesem Tag.e Tageszeitung so wichtig? Wie funktioniert das Projekt und welche Themen bieten Volksstimme und Partner an? Das alles erfahren die Teilnehmer im Magdeburger Gesellschaftshaus.

Von den rund 360 angemeldeten Lehrern nehmen knapp 70 an der Veranstaltung teil.

Alois Kösters und Heike Groll aus der Chefredaktion der Volksstimme sprechen mit den Lehrern über Fehler und den richtigen Umgang damit.

In der Pause nimmt sich Staatssekretärin Eva Feußner Zeit, um mit Lehrern bei Kaffee und Kuchen ins Gespräch zu kommen.

Zum ersten Mal dabei ist Georg Haberland. Der Pressesprecher der Agentur für Arbeit in Magdeburg freut sich darauf, SchmaZ in diesem Projektjahr zu unterstützen.

Projektkoordinatorin Franziska Dösing zeigt den Teilnehmern unter anderem, wie die projektbegleitende Webseite funktioniert.

Zum Abschluss erhalten alle Lehrer ihre Teilnahmebestätigung an der Fortbildungsmaßnahme.

Neben der WBG "Otto von Guericke" erstmals mit im Boot ist die Agentur für Arbeit Magdeburg. Gemeinsam mit den bewährten und treuen Unterstützern (Städtische Werke Magdeburg, Stadtwerke Schönebeck sowie den Sparkassen Magdeburg, Jerichower Land und Börde) stellten bei der Auftaktveranstaltung im Gesellschaftshaus in Magdeburg auch die "Neuen" ihre Angebote im Rahmen des Projektes näher vor. Knapp 70 Lehrer konnten sich dabei erste Anregungen für ihren Unterricht holen: Von "Wie kommt das Geld in den Geldautomaten?", über "Besuch beim 1. FC Magdeburg", "Technik: Mit Wärme kühlen – wie geht das?" und "Exklusiver Ausflug zum Tag der Berufe" bis hin zu "Klassen besuchen das Druckzentrum Barleben" gab es jede Menge Denkanstöße, was die Schüler der Grund-, Sekundar- und Förderschulen sowie Gymnasien in Angriff nehmen und worüber sie dann auch berichten können.

Nicht neu, sondern geblieben ist der Anspruch, den "SchmaZ" und "SchmaZ junior" haben: Sie wurden ins Leben gerufen, um die Pädagogen hinsichtlich der Lehrpunkte Medien- und Sozialkompetenz zu unterstützen. Neben dem täglichen Lesen der Zeitung bekommt jeder der Schüler die Möglichkeit, sich auch kreativ mit dem Medium Zeitung auseinanderzusetzen. Zudem werden Lese- und Schreibkompetenz gestärkt. Deutschlehrerin Ines Seidel von der Wanzleber Sekundarschule weiß das zu schätzen und hat auch ihre neuen, jungen Kolleginnen Anna-Maria Dörge und Julia Zeidler für "SchmaZ" begeistern können: "Ich habe gute Erfahrungen gemacht. Vor allem lassen sich die im Rahmen des Projektes angebotenen Unterrichtsmaterialien in der 8. Klasse auch sehr gut zur Prüfungsvorbereitung nutzen. Wir drei ziehen das jetzt gemeinsam durch."

Staatssekretärin Eva Feußner hält das Grußwort.
Staatssekretärin Eva Feußner hält das Grußwort.

Wie wichtig es heute ist, sich umfassend und vor allem richtig zu informieren, machte Eva Feußner, Staatssekretärin im Ministerium für Bildung des Landes Sachsen-Anhalt, deutlich: "Die Welt verändert sich in einem rasanten Tempo und es ist nicht immer einfach, die Zusammenhänge zu verstehen." Die Kinder und Jugendlichen brauchen eine Orientierung, und relevante, verlässliche Informationen, so Feußner. "Eine Meinung zu haben und frei zu äußern, das setzt voraus, dass man überhaupt eine Meinung hat. Und die muss man sich bilden durch Information."

Alois Kösters, Chefredakteur der Volksstimme, betonte indes mit Blick auf China, Ungarn oder Brasilien, dass eine freie Presse "keine Selbstverständlichkeit" ist. Meinungs- und Pressefreiheit seien ein "wertvolles Gut" und ein "unverzichtbares Instrument des demokratischen Gemeinwesens", so der Medienprofi: "Ich danke Ihnen, dass sie sich als Lehrer dazu bekennen, Ihre Schüler im Sinne von Demokratie zu erziehen."

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