Bienenbrot als Babynahrung

Ja, es stimmt schon, dass die Bienen ein fleißiges, kleines Völklein sind. Aber wer hätte gedacht, dass sie sogar ihr eigenes „Brot“ herstellen, um ihre Babys zu ernähren? Dieses „Bienenbrot“ ist eine Mischung aus Pollen, Honig und Nektar. „Diese ergeben eine gut haltbare Verbindung zwischen Pollen und Nektar, welche dann fest in die Waben gestampft wird“, erklärt Karlheinz Schuppe, der Objektbetreuer der „Nachtigallenoase“ der Ortsgruppe des Naturschutzbundes in Schönebeck.

Er berichtet weiterhin: „Die Bienen sind sehr gut organisiert. So legen sie z.B. im Herbst Vorräte für den Winter an. Außerdem arbeiten Bienen zusammen. Während einige nie den Stock verlassen, um die Jungtiere aufzuziehen, holen andere Pollen und Wasser. Wenn beispielsweise eine Biene Pollen von einem Krokus mit sehr hohem Zuckergehalt gefunden hat, signalisiert sie es ihren Artgenossen durch eine Art Tanz, welcher eine Lagebeschreibung darstellt. Eine andere Biene wird währenddessen von den Artgenossen ignoriert, da sie Pollen von einem Löwenzahn mitgebracht hat und dessen Zuckergehalt bedeutend niedriger ist.“

Karlheinz Schuppe selbst züchtet begeistert Bienen. So berichtet er, dass er nach dem Krieg seine Familie ernähren musste. Deshalb begann er Bienen zu züchten, musste aber zunächst auf Grund von mangelndem Wissen und Zeit dieses wieder beenden. Allerdings fing er als Rentner erneut und diesmal mit mehr Wissen an und betreut heute mehrere Völker, unter anderem eines in der „Nachtigallenoase“.
Er gibt aber zu bedenken: „Bienenvölker müssen geschützt werden. Nicht nur vor Feinden, wie der eingeschleppten Baroamilbe, sondern auch vor der heutzutage sehr bienenunfreundlichen Umwelt.“ Einen idealen Platz finden Bienen in der „Nachtigallenoase“, wo es genug Blumen für sie gibt, von denen sie Nektar und Pollen bekommen. Die „Nachtigallenoase“ soll die Menschen außerdem zu einem höheren Umweltbewusstsein anregen. Dort wird ihnen gezeigt, wie wichtig die Natur für Mensch und Tier ist und andererseits wird ihnen gleich das dafür nötige Wissen mit auf den Weg gegeben.

Was Karlheinz Schuppe allerdings Sorgen bereitet, ist die Frage, was passieren würde, wenn die Bienen aussterben. So erzählt er: „Die Biene ist das drittwichtigste Nutztier für den Menschen. Ohne Bienen würde es keine Bestäubung mehr geben und so würden viele Früchte aus den Supermarktregalen verschwinden.“ Er selbst ist zwar oft gestochen worden, aber das kann ihn nicht aufhalten. Er weiß: „Bienen greifen nur an, wenn sie sich in Gefahr wähnen. Sie wollen sich eigentlich nur verteidigen, sterben aber bei dem Stich selbst, da unsere Haut zu dick für ihren Stachel ist.“  Seiner Meinung nach ist die Biene neben vielen anderen bedrohten Tierarten eine Art, die unserem Planeten auf jeden Fall erhalten bleiben sollte. Um sie zu schützen, zeigt er vielen Leuten, wie wichtig und interessant dieses Tier ist.

Denn es sei wichtig, „…dass die Bienen nicht ins Gras beißen!“, sagt Karlheinz Schuppe und lacht.

Von Henry Jabin, Klasse 8/2, Dr. Carl-Hermann-Gymnasium, Schönebeck