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,,Geht nicht, gibt’s nicht!“, so lautet das Lebensmotto der äußerst sympathischen und lebensfrohen 64-jährigen Carmen Niebergall. Seit 2004 übernimmt sie die Führungsposition in ihrem Unternehmen ,,Tourenreich -Kunst & Kulturreisen“. Emma Gravert aus der Klasse 8-4 des Albert-Einstein-Gymnasiums führte mit Carmen Niebergall ein Interview.

Frau Niebergall und Emma Gravert. Foto: M. Nierle

Entstehung des Unternehmens
Die Gründungsidee kam ihr in einer Sommernacht mit Freunden im Garten vor 18 Jahren. Es sollte eine Möglichkeit sein Sachsen-Anhalt kennen zu lernen, Heimatsgefühl aufzubringen und die Vergangenheitsproblematik in die vergangenen und zukünftigen Gedankengänge der Menschen einfließen zu lassen. In ihren Augen sind Kreativität, Umsetzungswillen, Offenheit, Verknüpfungen, Alleinstellungsmerkmale und erreichbare Kontakte eine Grundvoraussetzung für ein Unternehmen. Carmen Niebergalls selbst erstellter Businessplan wird durch ihren finanziellen Sachverstand positiv beeinflusst. Unterstützung erlangt sie durch Interessenten, Architekten- und Rechtsanwaltskammern. Ihren Antrieb zur Arbeit schöpft sie aus ihrem privaten Umfeld, guten Gesprächen und aus der Umsetzung neuer Ideen.

Alltag & Marketing
Frau Niebergalls Arbeit spielt sich größtenteils bei ihr zu Hause ab. Denn von dort aus steuert sie die Finanzen, erledigt Computerarbeiten und verwaltet die Internetseite. Ihr Marketing findet durch Flyer, ihren Newsletter und Medien (Printmedien, XING, Facebook, Broschüren, internes Empfehlungsmarketing und IHK-Magdeburg;-Halle-Dessau) statt. Außerdem ist C. Niebergall verbunden mit der Wirtschaftsakademie Magdeburg. Eine Mitgliedschaft an über 20 Vereinen ist nicht ausgeschlossen. Zusätzlich ist sie Sponsorin an Schulen z. B. am Albert-Einstein-Gymnasium Magdeburg. Einige Male in der Woche geht sie spazieren, um Kleinigkeiten und Orte zu entdecken, die andere vielleicht noch nicht kennen. Außerdem nimmt sie an Lesungen, Prozessbegleitungen und Moderationen teil. Ihre Arbeit erledigt sie stets mit freien Mitarbeitern, die sie sich bei Bedarf zukauft.

Kunst- & Kulturreisen
Das Unternehmen beschreibt sie selbst als anders, frisch und ausgefallen. Denn es sei dieses besondere Andere mit dem Blickwinkel auf Architektur und Kunst, die man miterleben kann. Näherbringen möchte C. Niebergall die große und starke Veränderungsproblematik der in den 20er Jahren geschaffenen Akzente des Bauhauses in Magdeburg und Halle. Auch das Anbieten von Getränken und Speisen unterscheidet ,,Tourenreich“ von anderen Unternehmen. Häuser, Gebäude, Plätze mit bebautem Umfeld, sowie Parkanlagen können mit dem Bus oder dem Fahrrad erreicht werden. Kommunikation erfolgt hierbei durch ein Mikrofon und Knöpfe im Ohr der Gäste. Bereitgestellt wird dies durch die Firma MMKT und nennt sich ,,Travelguide“. Außerdem bietet sie Friedhofstouren auf dem Westfriedhof und ein Frauenfrühstück an. Frau Niebergall und eine Freundin fügten vor kurzem neben den Legenden-Sagen-Touren auch die Märchen-Touren hinzu. Denn Hans Christian Andersen prägte den Spruch: ,,Reisen heißt Leben!“ und schrieb Kunstmärchen. Ihre Angebote sprechen vor allem über 60-jährige, aber auch Männerfeten, Junggesellenabschiede und Schulklassen an.

Vorbildfunktion in allerlei Bereichen
Carmen Niebergall ist im Land Sachsen-Anhalt Staatssekretärin für Frauen- und Gleichstellungsfragen und ausgezeichnet als Vorbildunternehmerin und Botschafterin der europäischen Kommission. Sie setzt sich für Frauenrechte und die Gleichberechtigung von Frauen und Männern ein. Jedoch möchte C. Niebergall Vorurteile gegenüber Unternehmern beseitigen. Eine Ethikkonferenz ist dazu entstanden, um Unternehmergeist, Unternehmertum und ethisches Verständnis zu prägen. ,,Man muss einen Defizit erkennen, um es abzuarbeiten oder auszugleichen.´´ und das tut sie unter anderem bei Weiterbildungen. Ihr ist bewusst, dass Fehler aus Menschlichkeit nicht vermeidbar sind. Deswegen sollte man öfters auf das stolz sein, was man bereits erschaffen konnte.

Von Emma Gravert
Klasse 8-4
Albert-Einstein-Gymnasium Magdeburg

 

Quelle: Interview mit Frau Niebergall