Ostsee-Feeling im Klärwerk Gerwisch

Redaktioneller Beitrag: Acht Schüler aus Magdeburg und Gommern erkunden im Rahmen von „SchmaZ“ den Weg des Abwassers im Klärwerk Gerwisch. Ermöglicht wurde der Besuch von der SWM.

Niels Götzel, Marc Dreyer (Albert-Einstein Gymnasium Magdeburg, 8/4) und Rebecca Rosenbaum (Europaschule Gymnasium Gommern, 8a), Foto Juliane Thomas

Möwengeschrei und der Geruch von Algen – das gibt es doch eigentlich nur am Meer. Weit gefehlt, einen Hauch von Urlaubsgefühlen erhaschten am Donnerstag insgesamt acht Schüler vom Albert-Einstein Gymnasium Magdeburg und von der Europaschule Gymnasium Gommern. Im Rahmen vom Volksstimme-Projekt „SchmaZ – Schüler machen Zeitung“ durften die Hobby-Journalisten das Klärwerk in Gerwisch besuchen – und nahmen ungewöhnliche Eindrücke mit nach Hause. Ermöglicht wurde der Besuch von den Städtischen Werken Magdeburg (SWM).

Doch fangen wir vorn an: Matthias Regener, Gruppenleiter Anlagenbetrieb, empfängt die Schüler bei strahlendem Sonnenschein im Betriebsgebäude der Anlage am Ortsrand. Die Führung beginnt mit leichtem Verzug, da einer der Schüler das Klärwerk zunächst in der Lostauerstraße im benachbarten Biederritz gesucht hat. Die Wartezeit vertreiben sich die bereits Anwesenden mit Small-Talk. Matthias Regener findet heraus, dass die 14-Jährigen die unterschiedlichsten Schulfächer mögen. Kunst und Sport liegen hoch im Kurs, aber auch Geschichte, Mathe und Chemie. „Einiges davon könnt ihr hier gut gebrauchen. Vor allem die Naturwissenschaften. Ein bisschen Kunst gibt es auf unserem Gelände aber auch“, erklärt Regener und spricht damit die großen Faultürme an, die wie gigantische Eier aus dem Boden ragen und von einem Architekten designt wurden. Nach 15 Minuten warten, ist die Gruppe vollständig und es kann losgehen.

Notizblock vs. Smartphone

Das Klärwerk, so wie wir es heute kennen, feiert in diesem Jahr 20-jähriges Jubiläum. Matthias Regener gibt den Schülern gleich die ersten Zahlen mit auf den Weg: Es sei für 426.000 Menschen gebaut worden. Aktuell lande dort das Abwasser aus Magdeburg und 21 Orten im Umland. Die Auslastung läge bei 95 Prozent. „Ein paar mehr Einwohner dürften es also noch werden“, erklärt er. Einige der Schüler zücken die Notizblöcke und schreiben direkt mit. Vor allem die Jungs sind eifrig dabei. Die vier Mädchen erklären, dass sie sich die Sachen merken könnten und wenn nicht „dann tippen wir die Infos in unser Smartphone“, sagt eine von ihnen lachend.

Gut für das Abwasser, schlecht für die Nase

Die groben Reste gehen anschließend in die Müllverbrennungsanlage.

Die groben Reste gehen anschließend in die Müllverbrennungsanlage.

Was folgt ist eine Tour durch die drei Stufen der Abwasserreinigung. Alles beginnt mit der mechanischen Reinigungsstufe. Regener öffnet die Tür zur sogenannten Rechenhalle. Stöhnen, quieken, verzerrte Gesichter und Schals vor den Mündern – ja, in der Halle stinkt es gewaltig. „Aber es ist noch keiner gestorben“, sagt der Führer und kann sich das Schmunzeln nicht verkneifen. „Die Rechen fischen hier grobe Stoffe aus dem Abwasser – die wandern dann direkt in die Müllverbrennungsanlage.“ Erleichterung als es nach wenigen Minuten weiter geht zu den Sandfiltern und zu den Vorklärbecken – die sind nämlich an der frischen Luft.

Baden lassen wir lieber sein

Dahinter erstreckt sich das „Herzstück der Kläranlage“, wie Regener die biologische Reinigungsstufe liebevoll nennt. Marc Dreyer (14) aus Magdeburg staunt: „Hier hängen ja überall Rettungsringe.“ Das sind Sicherheitsvorkehrungen, falls aus Versehen jemand in eines der Becken fällt. Vom vielen Wasser sind vor allem die Teilnehmerinnen angetan. Einige fantasieren, wie schön es wär, jetzt baden zu gehen. Dem kann Regener nicht zustimmen, schließlich ist das Wasser an dieser Stelle noch ziemlich schmutzig. „Die Mikroorganismen müssen erst einmal ihre Arbeit tun und die gelösten organischen Schmutzstoffe im Abwasser abbauen.“ Ist das getan, geht es weiter zu den vier großen runden Nachklärbecken, in denen das gereinigte Abwasser vom Schlamm getrennt wird. Marc, der eifrig Notizen macht, stellt fest: „Laufen und schreiben ist ganz schön schwer. Hoffentlich kann ich das nachher noch lesen.“ Über den Becken mit dem gereinigten Wasser kreischen und kreisen unzählige Möwen. Die Schüler gucken verwundert. Niels Götze (14) aus Magdeburg stellt fest: “Es riecht hier irgendwie nach Algen“ – und Rebecca Rosenbaum (14) aus der 8a der Europaschule Gymnasium Gommern, ergänzt: „Es riecht nach Urlaub an der Ostsee.“ Wer also keine Zeit für einen Strandurlaub hat, macht eben eine Führung durch das Klärwerk Gerwisch – ein Hauch Ostsee-Feeling ist da inklusive.

Tipp: Am 14. September 2019 feiert das Klärwerk den 20. Geburtstag des Klärwerkneubaus mit einem Tag der offenen Tür.

Die SWM Magdeburg ermöglichen Schülerinnen und Schülern im laufenden Projektjahr nicht nur einen Blick hinter die Kulissen des Abwasserpumpwerks Nord, sondern auch auf die beruflichen Perspektiven bei der SWM, einen Stadionbesuch beim 1. FC Magdeburg, eine Führung durch das Klärwerk Gerwisch und andere spannende Themenangebote.

Dieser Termin war ein Angebot des SchmaZ-Partners Städtische Werke Magdeburg.

Text & Fotos von Juliane Thomas, Projektleitung SchmaZ & SchmaZ junior

Dem (Ab)Wasser auf der Spur

Redaktioneller Beitrag: Wohin verschwindet das Magdeburger Abwasser? Wie wird es gereinigt und was passiert danach? Beim Besuch im Abwasserpumpwerk Nord erhalten SchmaZ-Reporter Antworten.

Zusammen mit Michael Förster, dem verantwortlichen Abteilungsleiter, und Cornelia Kolberg, Pressesprecherin der Städtischen Werke Magdeburg, erkunden acht Schüler vom Bördegymnasium Wanzleben und vom Albert-Einstein-Gymnasium Magdeburg am 20. März 2019 das Werk.

Was ist eigentlich Abwasser?

Als Abwasser wird durch den Gebrauch verändertes abfließendes Wasser, sowie jedes in die Kanalisation gelangende Wasser bezeichnet. Hier wird unter anderem in Schmutz-, Regen- und Fremdwasser unterschieden. Ein über 1.000 Kilometer langes Kanalnetz leitet das Abwasser der Magdeburger Haushalte über Abwasserpumpwerke zum Klärwerk Magdeburg/Gerwisch ab.

„In Magdeburg gibt es zwei Hauptabwasserpumpwerke“, erklärt Michael Förste den Schülern. „Einmal im Herrenkrug am Cracauer Anger und das Abwasserpumpwerk Nord in Rothensee.“ Im ersten Schritt gelange das Abwasser im Abwasserpumpwerk Nord in eine Filteranlange. Als die Jugendlichen die Anlage betreten, rümpfen sie die Nasen – es stinkt. „Da gewöhnt man sich schnell dran“, besänftigt Cornelia Kolberg. In der Filteranlage wird das Wasser mit einer Art Rechen von groben Unreinheiten, wie zum Beispiel Hygieneartikel und Putzlappen, befreit. Dieser Abfall würde sonst später in der Anlage hängenbleiben und die Pumpen verstopfen. Leider passiert das häufiger, da viele Leute Abfall und Reste in der Toilette entsorgen. Lebensmittel und Feuchttücher gehören in den Mülleimer und nicht ins Klo.

Es geht 21 Meter unter die Erde

Nach dieser kleinen Lektion über Müllsortierung geht es weiter im Abwasserpumpwerk. Die Schüler können zusehen, wie der aussortierte Müll wird gepresst und im angrenzenden Müllbereich zur weiteren Verarbeitung gelagert wird. Nach der Filterung gelangt das Abwasser in das Herz der Anlage - das Pumpwerk.  Michael Förste erklärt: „Das Pumpwerk hat seinen tiefsten Punkt 21 Meter unter der Erdoberfläche.“

Auf dem Weg nach unten, etwa auf der Hälfte der Strecke, zeigt Michael Förste den Schülern den Schaltraum der Anlage. Von hier aus wird das Pumpwerk gesteuert. Ganz unten angekommen, können die Schüler riesige Druckleitungen bestaunen, die das Abwasser durch einen unterirdischen Tunnel zum Klärwerk in Gerwisch weiterleiten. Der Tunnel wurde 1997 fertig gestellt und hat eine Länge von 630 Metern. Nach etwa 420 Metern zeigt ein Schild mit der Aufschrift „Elbe“ an, dass sich die Gruppe jetzt direkt unter dem Fluss aufhält. Im Tunnel selbst befinden sich drei Abwasserleitungen und eine Stromleitung. Regelmäßig werden diese gewartet. Falls der ein oder andere hier unten ein mulmiges Gefühl habe, das sei nicht nötig: Für den Fall der Fälle verläuft seitlich im ganzen Tunnel eine sogenannte Notfallstrippe. „Wenn man daran zieht, wird ein Alarm ausgelöst“, erklärt Michael Förste.

Am Generator endet der Ausflug

Am Ende des Tunnels angekommen, dürfen die jungen Reporter eine Art Schacht hinauf und hinaus durch eine Dachöffnung klettern. Die, die den Aufstieg wagen, erhaschen oben angekommen einen Blick auf die östliche Flussseite. Nach dieser Briese Frischluft geht es geradewegs zurück zum Generator, dem letzten Programmpunkt für diesen Tag. Zum Schluss sammeln die Schüler noch letzte Infos für ihre eignen Artikel in einer abschließenden Frage- und Erklärrunde.

Die SWM Magdeburg ermöglichen Schülerinnen und Schülern im laufenden Projektjahr nicht nur einen Blick hinter die Kulissen des Abwasserpumpwerks Nord, sondern auch auf die beruflichen Perspektiven bei der SWM, einen Stadionbesuch beim 1. FC Magdeburg, eine Führung durch das Klärwerk Gerwisch und andere spannende Themenangebote.

Dieser Termin war ein Angebot des SchmaZ-Partners Städtische Werke Magdeburg.

Text & Fotos von Franziska Dösing, Projektkoordination SchmaZ & SchmaZ junior

Schwarz-Weiß-Fotos mit bunten Aussichten

Redaktioneller Beitrag: 
Zum ersten Mal werden Profifotos und Schülerarbeiten gemeinsam an der Bauzaungalerie hängen – SchmaZ, die WBG OvG und Elisabeth Heinemann machens möglich!

Mit selbstgemachten Fotos die Klassenkasse aufbessern? SchmaZ, das medienpädagogische Zeitungsprojekt der Volksstimme, und die Wohnungsbaugenossenschaft Otto von Guericke eG machen es möglich! Der SchmaZ-Partner ruft zur ersten Foto-Challenge in der Geschichte des Schülerprojektes auf. Alle Schüler, die in diesem Jahr bei SchmaZ (Schüler machen Zeitung) mitgemacht haben, können noch bis zum 7. Mai Schwarz-Weiß-Fotografien in einer dieser Kategorien einreichen: Alltag, Architektur oder Landschaft. Eine Jury wählt aus allen Einsendungen die drei Besten aus. Die Werke werden ab 15. Mai an der Bauzaungalerie am Breiten Weg in Magdeburg  zu sehen sein und meistbietend versteigert!

Elisabeth Heinemann teilt Ihren Platz am Bauzaun gern

Für das Projekt konnte die Magdeburger Fotografin Elisabeth Heinemann gewonnen werden. In Vorbereitung auf den Fotowettbewerb hat sie mit mehr als 30 Schülern Fotokurse durchgeführt und „Schwarz-Weiß-Stadtansichten“ eingefangen. Ihre eigenen Bilder werden seit dem 29. März an der Bauzaungalerie ausgestellt. Neben den zwölf beeindruckenden Schwarz-Weiß Impressionen von Elisabeth Heinemann, zieren auch drei Großplakate mit der Aufschrift „Platz für SchmaZ“ den Bauzaun. Die Platzhalter werden dann Mitte Mai durch die Siegerfotos der Schüler-Foto-Challenge ersetzt. Die Fotografin freut sich drauf: „Ich mache öfter Workshops mit Kindern, aber eine gemeinsame Ausstellung mit Schülern hatte ich noch nie. Ich finde es wichtig, die Kinder so an das Thema Fotografie heranzuführen.“ Mit den Ersteigerungserlösen ihrer eigenen Bilder unterstützt Heinemann die Arbeit des Fördervereins des Telemann-Konservatoriums.

Erste Einsendungen machen Lust auf mehr

Die ersten Einsendungen zur Foto-Challenge sind bereits eingegangen. Im Blog zur Foto-Challenge werden alle eingereichten Bilder veröffentlicht. Welche Fotos es letztendlich an den Bauzaun schaffen, ist noch offen. „Die ersten drei Einsendungen würde ich auf jeden Fall schon sofort aufhängen. Ich bin wirklich überrascht, wie professionell die Bilder der Schüler sind und es ist toll zu sehen, mit welchen Augen die jungen Leute unsere Stadt sehen – welche Details ihnen auffallen“, sagt Karin Grasse vom Vorstand der WBG OvG. „Wir hoffen, dass sie den Bietern später auch gefallen und die Bilder gute Erlöse bringen.“ Mit dem Geld können die Klassen übrigens anstellen, was sie möchten. Wenn das keine bunten Aussichten sind!?

Wir suchen eure Fotos!

An alle Schüler, die in diesem Jahr bei SchmaZ (Schüler machen Zeitung) dabei waren! Fotografiert ihr gern? Dann nutzt die Chance und macht mit bei der SchmaZ-Foto-Challenge. Sprecht mit euren Lehrern und schickt uns Schwarz-Weiß-Fotos in den Kategorien Alltag, Architektur oder Landschaft. Die drei besten Fotos landen an der Bauzaungalerie und werden für eure Klassenkasse versteigert!

Einsendeschluss: 7. Mai 2019

Dieser Termin war ein Angebot des SchmaZ-Partners Wohnungsbaugenossenschaft OvG eG.

Text und Fotos: Juliane Thomas, Projektleitung SchmaZ & SchmaZ junior

Es wird bunt: Von Bauhaus, Street-Art und wichtigen Löchern

Redaktioneller Beitrag: 
Vier SchmaZ-Reporterinnen vom Albert-Einstein Gymnasium besuchen die Jugendkunstschule in Buckau und tauchen in die Welt der Street-Art ein.

Buckau l Kunst und alles, was man damit machen kann, darum dreht es sich in der Jugendkunstschule in der Thiemstraße in Buckau. Im Rahmen vom Schülerzeitungsprojekt SchmaZ haben drei Achtklässlerinnen des Einstein-Gymnasiums Magdeburg an einem Street-Art-Workshop teilgenommen.

Anne Hanke (13), Wiebke Hansen (14) und Celina Zimmermann (14) haben das Angebot des SchmaZ-Partners Stadtsparkasse Magdeburg angenommen und durften erfahren, was Bauhaus mit Graffiti zu tun hat und wie die sogenannte Stencil-Technik funktioniert. Am Ende des Tages gab es ein selbst gemachtes Graffito zum Mitnehmen.

Fassadenkunst ist in Magdeburg zu sehen

Die Kunstpädagoginnen Ulrike Gehle und Friedericke Bogunski führen die Jugendlichen an diesem Vormittag in die Welt der Street-Art ein. Langsam tasten sie sich an das Thema heran. „Wisst ihr, seit wann es Graffiti gibt?“, fragen sie in die Runde. „Seit den 1990ern?“, ertönt es leise aus den Reihen. „Eigentlich ging es ja schon mit den Höhlenmalereien los“, stellt ein anderer fest. Höhlenmalerei haben wir in Magdeburg nicht, aber ziemlich alte Fassadenkunst.

In der Otto-Richter-Straße im Stadtteil Sudenburg steht zum Beispiel das sogenannte „Blitzhaus“. Das Gebäude wurde 1921 nach einem Entwurf des Architekten Carl Krayl gestaltet. Der spektakuläre Fassadenanstrich im Bauhausstil ist immerhin schon fast 100 Jahre alt.

Nach der Theorie geht es an die Praxis. Friederike Bogunski verteilt A3-Blätter an die Schüler. Sie sollen Schablonen ausschneiden, mit denen sie später ihre eignen Graffiti sprühen können. Anne, Celina und Wiebke machen sich direkt an die Arbeit. Sie suchen per Smartphone im Internet nach passenden Motiven. Anna entscheidet sich für ein Einhorn, Wiebke zeichnet ein filigranes Ahornblatt und Celina versucht sich eher in abstrakter Kunst. Es wird gezeichnet, radiert, ausgeschnitten und mit Cuttermessern nachgearbeitet. „Achtet darauf, wir brauchen das Loch!“, erklärt die Seminarleiterin. „Schneidet die Schablonen nicht von außen ein und versucht möglichst großflächig auszuschneiden“ Vorsicht ist geboten, denn alles was ausgeschnitten ist, wird später farbig. Was weiß bleiben soll, darf nicht abgeschnitten werden. Mit den Tipps der Profis klappt es ganz gut.

Die Schüler schauen sich viele Bilder an und schlagen langsam die Brücke von der Fassadenmalerei hin zur modernen Street-Art. „Wo gibt es überall Streetart?“ Die Schüler wissen es: an Häuserwänden, in Skateparks und an Zügen. „Graffiti ist oft illegal“, sagt einer der Jugendlichen. In der Jugendkunstschule ist sprayen erlaubt. Bevor es damit losgeht, werden Vokabeln gelernt. Begriffe wie Bomben (eine Fläche illegal bemalen), Bubblestyle (Graffiti-Buchstaben, die aufgeblasen wirken), Tag (einfarbige Graffiti-Signatur) und Stencil (Sprühschablone) hören viele heute zum ersten Mal.

Graffiti zum Mitnehmen

Mit den fertigen Schablonen geht es raus an die frische Luft. Ulrike Gehle hilft den Mädchen, mit den Spraydosen umzugehen und gibt ihnen Tipps für die Gestaltung des Hintergrunds.

Mit Hilfe von Ästen und anderen Gegenständen verwandeln die drei weiße Blätter in bunte Bilder – Graffiti zum Mitnehmen, selbst gemacht und total legal. Die Schülerinnen nehmen aber nicht nur Graffiti mit nach Hause, sondern auch jede Menge Informationen, die sie als SchmaZ-Reporterinnen für eigene Artikel verwenden, die hier auf der SchmaZ-Webseite veröffentlicht werden.

Dieser Termin war ein Angebot des SchmaZ-Partners Stadtsparkasse Magdeburg.

Text: Juliane Thomas, Projektleitung SchmaZ & SchmaZ junior; Fotos: Juliane Thomas, Uli Lücke

Zu Gast bei den Städtischen Werken Magdeburg

Redaktioneller Beitrag: Vier Schülerinnen des Albert-Einstein-Gymnasiums informierten sich im Rahmen von SchmaZ am 14. März über berufliche Möglichkeiten bei den SWM Magdeburg.

Pressesprecherin Cornelia Kolberg (re.) und Conny Annecke (o. re.), Ausbildungsbeauftrage, stehen den Schülerinnen Rede und Antwort.

"Wisst ihr schon was nach der Schule kommt?" Die vier Achtklässlerinnen des Albert-Einstein-Gymnasiums beantworteten diese Frage sehr unterschiedlich. "Vielleicht etwas im Bereich von Mathematik und Informatik", so die 13-jährige Tong Chen. Jane Bruner (14) zieht einen künstlerischen Beruf in Erwägung. Ein Interesse für Medizin hegen Luisina Berisha (14) und Paula Alina Gräfenstein (14).

Die Vorstellungen der vier Schülerinnen von ihrer Zukunft sind jedoch noch nicht in Stein gemeißelt, weshalb sie sich am 14. März als Reporterinnen für das Volksstimme-Projekt „SchmaZ“ über Ausbildung und Studium bei den SWM Magdeburg erkundigt haben. Pressesprecherin Cornelia Kolberg und Conny Annecke, Ausbildungsbeauftragte im Personalbereich, gewährten den Schülerinnen Einblicke in die Berufsperspektiven des Energiedienstleistungsunternehmen aus Magdeburg.

Die Einstein-Schülerinnen waren neugierig: Luisina erkundigte sich beispielsweise nach der Anzahl von Bereichen bei den Städtischen Werken. "In unserem Unternehmen gibt es etwa 30 Abteilungen, die sich auf den kaufmännischen und technischen Bereich aufteilen", antwortete Cornelia Kolberg. Auch diese Information brachten die Schülerinnen staunend zu Papier. Weiterhin wurde über Arbeitszeiten, Vergütung einer Ausbildung und Richtlinien für Mitarbeiter gesprochen. Nach einer guten Stunde wurden die Achtklässlerinnen verabschiedet und noch mit kleinen Geschenken und weiterem Infomaterial ausgestattet, auf das sie beim Schreiben ihrer eigenen Artikel zurückgreifen können.

Diese erscheinen später hier auf der Internetseite www.schmaz-digital.de. Das medienpädagogische Gemeinschaftsprojekt der Volksstimme und des Ministeriums für Bildung in Sachsen-Anhalt bietet gemeinsam mit seinen sieben Partnern interessante Themen für die teilnehmenden Schulklassen der achten und neunten Jahrgangsstufen im Norden Sachsen-Anhalts an.

Die SWM Magdeburg ermöglichen Schülerinnen und Schülern im laufenden Projektjahr nicht nur einen Blick auf die beruflichen Perspektiven, sondern auch einen Stadionbesuch beim 1. FC Magdeburg, eine Führung durch das Klärwerk Gerwisch und andere spannende Themenangebote.

Dieser Termin war ein Angebot des SchmaZ-Partners Städtische Werke Magdeburg.

Text & Fotos von Friedrich Engelmann, Volksstimme Redaktion

Unterwegs im Kosmos Krankenhaus

Redaktioneller Beitrag: Am 6. März besuchten zwei Schülerinnen am "Tag der Berufe" das Klinikum Magdeburg. Organisiert hat den Aktionstag die Agentur für Arbeit.

Ein Fahrradfahrer war ohne Helm unterwegs und ist gestürzt. Er wird ins Klinikum Magdeburg eingeliefert. Und dann? Notaufnahme, Radiologie, Unfallchirurgie, Physiotherapie. Das sind die Stationen, in denen der verletzte Radfahrer im ausgedachten Beispielszenario zum "Tag der Berufe" am Mittwoch im Klinikum Magdeburg behandelt werden würde. Zwei Schülerinnen des Albert-Einstein-Gymnasiums haben sich am Vormittag auf jeder Station erklären lassen, was mit dem Radfahrer passieren würde – und als Reporterinnen für das Volksstimme-Projekt SchmaZ (Schüler machen Zeitung) alles mitgeschrieben.

Ob sie sich vorstellen könnte, später mal im Krankenhaus zu arbeiten? "Ich kann keine Verletzungen sehen", sagt die 13-jährige Hannah Luisa Kühne. Dann lieber Reporterin werden? "Cool wär‘s ja schon", sagt die Achtklässlerin. Aber als Reporterin hat man es im Kosmos Krankenhaus mit seinen vielen medizinischen Abkürzungen und Fremdworten auch nicht leicht. CT, MRT, MTA, Angiografie, ... Ohne nachfragen geht es nicht. Das haben Hannah und ihre Mitschülerin Yara-Marie Winkelmann (14) schnell heraus.

Etwa ein Dutzend Personen erläutern ihnen in eineinhalb Stunden die Krankenhauswelt. Da ist etwa Margret Konrad, leitende MTRA (Medizinisch-technische Radiologieassistentin), die Hannah auf Nachfrage erklärt, was MRT bedeutet (Magnetresonanztomographie). Oder Claudia Pierstorff aus der Angiografie (radiologische Darstellung von Gefäßen), die Yara auf Nachfrage erklärt, was alles schief gehen kann bei ihrem Job. Oder Beatrix Malli, leitende Pflegerin, die berichtet, dass das Klinikum auf 35 Bettenstationen etwa 800 Patienten unterbringt. "Es sind so viele Informationen", stöhnt Yara zum Ende der Führung. "Das Mitschreiben ist anstrengend", betont Hannah. Und doch geben sich beide am Ende zufrieden mit dem Aktionstag im Krankenhaus.

Insgesamt nehmen am "Tag der Berufe", organisiert von der Arbeitsagentur, jährlich fast 10.000 Schüler in Sachsen-Anhalt und Thüringen teil. Die Schüler waren im Rahmen des SchmaZ-Projektes der Volksstimme und ihrer Partner zu Besuch im Klinikum. Alljährlich lädt die größte regionale Tageszeitung im Norden Sachen-Anhalts Schüler ein, sich über das Projekt "Schüler machen Zeitung" auch am Schreiben von Artikeln zu versuchen, die später auch im Internet veröffentlicht werden. Die Schüler lesen dann auch kostenlos die Volksstimme.

Der Tag der Berufe ist ein Angebot des SchmaZ-Partners Arbeitsagentur für Arbeit Magdeburg.

Text & Fotos von Johannes Vetter, erschienen in der Volksstimme am 8. März 2019.

Gelungener Auftakt ins neue Projektjahr

Schüler machen Zeitung, Klappe die 18. - Im Magdeburger Gesellschaftshaus fiel am 28. November der Startschuss für „SchmaZ“ und „SchmaZ junior“ 2018/19.

Von Janette Beck, aus Volksstimme 29.11.2018

"The same procedure as every year ..." (zu Deutsch: "Der gleiche Ablauf wie in jedem Jahr ...") – dass das im Jahr 2000 angeschobene Gemeinschaftsprojekt inzwischen auf ausgefahrenen Gleisen fährt, auf die Idee könnte man schon kommen. Aber nichts da! Denn nach wie vor gilt die alte Medien-Binsenweisheit: Nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern. Schon gar nicht im Zeitalter von Digitalisierung, Social Media und Fake News. Und so müssen sich "SchmaZ" – das sich an Schüler der 8. und 9. Klasse richtet, sowie "SchmaZ junior" (3./4. Klasse) immer wieder neu erfinden.

Wurde das Projekt vor zwei Jahren digital fit gemacht, so dass die Schüler und Lehrer seitdem die neuesten Volksstimme-Nachrichten nicht mehr nur aus der gedruckten Zeitung erfahren, sondern auch aus dem Netz fischen können, gibt es in diesem Jahr erstmals einen Foto-Wettbewerb: Der neu gewonnene Partner, die Wohnungsbaugenossenschaft "Otto von Guericke" (WBG), ruft die insgesamt 6.131 Schülerinnen und Schüler zu einer Challenge auf. Die besten Bilder werden prämiert und an der Bauzaungalerie in Magdeburg ausgestellt.

Zur Auftaktveranstaltung kommen SchmaZ-Macher und -Partner im Gesellschaftshaus in Magdeburg zusammen.

Warum ist die Tageszeitung so wichtig? Wie funktioniert das Projekt und welche Themen bieten Volksstimme und Partner an? Das alles erfahren die Teilnehmer an diesem Tag.e Tageszeitung so wichtig? Wie funktioniert das Projekt und welche Themen bieten Volksstimme und Partner an? Das alles erfahren die Teilnehmer im Magdeburger Gesellschaftshaus.

Von den rund 360 angemeldeten Lehrern nehmen knapp 70 an der Veranstaltung teil.

Alois Kösters und Heike Groll aus der Chefredaktion der Volksstimme sprechen mit den Lehrern über Fehler und den richtigen Umgang damit.

In der Pause nimmt sich Staatssekretärin Eva Feußner Zeit, um mit Lehrern bei Kaffee und Kuchen ins Gespräch zu kommen.

Zum ersten Mal dabei ist Georg Haberland. Der Pressesprecher der Agentur für Arbeit in Magdeburg freut sich darauf, SchmaZ in diesem Projektjahr zu unterstützen.

Projektkoordinatorin Franziska Dösing zeigt den Teilnehmern unter anderem, wie die projektbegleitende Webseite funktioniert.

Zum Abschluss erhalten alle Lehrer ihre Teilnahmebestätigung an der Fortbildungsmaßnahme.

Neben der WBG "Otto von Guericke" erstmals mit im Boot ist die Agentur für Arbeit Magdeburg. Gemeinsam mit den bewährten und treuen Unterstützern (Städtische Werke Magdeburg, Stadtwerke Schönebeck sowie den Sparkassen Magdeburg, Jerichower Land und Börde) stellten bei der Auftaktveranstaltung im Gesellschaftshaus in Magdeburg auch die "Neuen" ihre Angebote im Rahmen des Projektes näher vor. Knapp 70 Lehrer konnten sich dabei erste Anregungen für ihren Unterricht holen: Von "Wie kommt das Geld in den Geldautomaten?", über "Besuch beim 1. FC Magdeburg", "Technik: Mit Wärme kühlen – wie geht das?" und "Exklusiver Ausflug zum Tag der Berufe" bis hin zu "Klassen besuchen das Druckzentrum Barleben" gab es jede Menge Denkanstöße, was die Schüler der Grund-, Sekundar- und Förderschulen sowie Gymnasien in Angriff nehmen und worüber sie dann auch berichten können.

Nicht neu, sondern geblieben ist der Anspruch, den "SchmaZ" und "SchmaZ junior" haben: Sie wurden ins Leben gerufen, um die Pädagogen hinsichtlich der Lehrpunkte Medien- und Sozialkompetenz zu unterstützen. Neben dem täglichen Lesen der Zeitung bekommt jeder der Schüler die Möglichkeit, sich auch kreativ mit dem Medium Zeitung auseinanderzusetzen. Zudem werden Lese- und Schreibkompetenz gestärkt. Deutschlehrerin Ines Seidel von der Wanzleber Sekundarschule weiß das zu schätzen und hat auch ihre neuen, jungen Kolleginnen Anna-Maria Dörge und Julia Zeidler für "SchmaZ" begeistern können: "Ich habe gute Erfahrungen gemacht. Vor allem lassen sich die im Rahmen des Projektes angebotenen Unterrichtsmaterialien in der 8. Klasse auch sehr gut zur Prüfungsvorbereitung nutzen. Wir drei ziehen das jetzt gemeinsam durch."

Staatssekretärin Eva Feußner hält das Grußwort.
Staatssekretärin Eva Feußner hält das Grußwort.

Wie wichtig es heute ist, sich umfassend und vor allem richtig zu informieren, machte Eva Feußner, Staatssekretärin im Ministerium für Bildung des Landes Sachsen-Anhalt, deutlich: "Die Welt verändert sich in einem rasanten Tempo und es ist nicht immer einfach, die Zusammenhänge zu verstehen." Die Kinder und Jugendlichen brauchen eine Orientierung, und relevante, verlässliche Informationen, so Feußner. "Eine Meinung zu haben und frei zu äußern, das setzt voraus, dass man überhaupt eine Meinung hat. Und die muss man sich bilden durch Information."

Alois Kösters, Chefredakteur der Volksstimme, betonte indes mit Blick auf China, Ungarn oder Brasilien, dass eine freie Presse "keine Selbstverständlichkeit" ist. Meinungs- und Pressefreiheit seien ein "wertvolles Gut" und ein "unverzichtbares Instrument des demokratischen Gemeinwesens", so der Medienprofi: "Ich danke Ihnen, dass sie sich als Lehrer dazu bekennen, Ihre Schüler im Sinne von Demokratie zu erziehen."