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Kurt Cobain. Schon mal gehört? Bestimmt. Der Sänger war in den 90ern mit seiner Gruppe Nirvana eine der beliebtesten Rockbands, vor allem, als sie 1991 den Song „Smells Like Teen Spirit“ veröffentlichten. Jedoch starb der Sänger 1994 im Alter von 27 Jahren. Und damit ist er in seiner Branche nicht der einzige. Ein Artikel von Greta Hennig über den „Club 27“.

Fünf andere Rock- oder Bluesmusiker sind ebenfalls in diesem Alter verstorben. Und diese sechs Musiker bilden einen „Club“ , den sogenannten Club 27. Auch genannt 27 Club oder Klub 27.
Die offiziellen „Mitglieder“ sind Brian Jones, Jimi Hendrix, Janis Joplin, Kurt Cobain und Amy Winehouse, gelegentlich werden auch andere Berühmtheiten ergänzt, wie z.B. Robert Johnsen, aber nicht als dazugehörig angesehen.
Eigentlich fing alles mit Jones (gestorben 1969), Joplin (gestorben 1970), Hendrix (1970 gestorben) und Morrison (1971 verstorben) an, die, wie man erkennen kann, innerhalb von drei Jahren im gleichen Alter gestorben sind, zwischen Jones’ und Morrisons Tod liegen sogar genau zwei Jahre. Beide starben am 3. Juli des jeweiligen Jahres.
Allerdings übersah dies die Masse, oder sie ignorierte es. Mit dem Selbstmord Cobains (1994), also fast zweieinhalb Jahrzehnte später zog der Klub die Aufmerksamkeit auf sich. Nicht wegen des tragischen Geschehens an sich, sondern wegen eines Interviews, das Kurts Mutter seinem Biografen Charles Cross gab. Dort sagte sie: „Now he’s gone and joined that stupid club. I told him not to join that stupid club.“

Und nun noch einmal zu den Mitgliedern.
Rolling Stones-Gründer Brian Jones ist die Basis und somit erstes Mitglied des Bunds. Am 3. Juli 1969 ist er wahrscheinlich in einem Schwimmbecken ertrunken, die genauen Umstände sind nicht bekannt. Natürlich gibt es Spekulationen, was der wahre Grund war. Zum einen munkeln viele, er sei betrunken oder unter Einfluss von anderen Drogen in den Pool gefallen, da er vorher öfter zu Rauschmitteln griff, nicht selten auch wegen seiner psychischen Beschwerden und Probleme. Andere denken, dass er ermordet wurde, und zwar von dem Bauunternehmer Frank Thorogood, der 10 bis 15 Minuten allein mit Jones im Pool gewesen sein soll. Thorogood habe dann wohl das Becken verlassen, um sich im Haus eine Zigarette anzuzünden. Vom Haus aus sah Janet Lawson, die mit den Beiden dort war, dass etwas mit Jones im Pol nicht stimmte. Als sie rausgerannt sei, lag er auf dem Grund des Beckens. Alle Reanimationsversuche scheiterten. Offiziell wird Ertrinken als Todesursache genannt.

Ein Jahr später folgt ihm Jimi Hendrix, der am 18. September 1970 an seinem eigenen Erbrochenem erstickte, nach einer Überdosis von Alkohol und Schlaftabletten. Hendrix galt vor allem als einer der bedeutendsten und einflussreichsten Gitarristen und hatte eine nachhaltige Wirkung auf die Entwicklung der Rockmusik. Er war Mitglied vieler Bands , unter anderem The Jimi Hendrix Experience und Gypsy Sun&Rainbows . Sein Drogenkonsum steigerte sich in den letzten Jahren vor seinem Tod massiv. Seine Auftritte bei Konzerten litten darunter und er sei im Anschluss immer häufiger in Depressionen verfallen.
Tobacco Road und Mother Earth sind die letzten Aufnahmen von Hendrix, die er mit Eric Burdon und War aufnahm. In der Nacht darauf stirbt er in einem Hotel bei Monika Dannemann, offiziell an einer Erstickung am Erbrochenem, wegen einer Überdosis von Alkohol und Schlaftabletten. Hier gibt es ebenfalls wieder Spekulationen, dass er ermordet worden sein soll, und zwar von Dannemann, da sie anscheinend den Notruf zu spät gerufen habe. Selbstmord wurde auch vermutet, denn eine für ihn zuständige Krankenschwester habe anscheinend ein mit Rotwein getränktes Tuch um seinen Hals gefunden. 1993 wurden die Ermittlungen erneut aufgenommen, ohne Neuigkeiten.

Janis Joplin war eine US-amerikanische Rock- und Bluessängerin. Nach langem Suchen, fand sie 1970, mit der Zusammenstellung einer neuen Band, ihren Musikstil. Im September desselben Jahres, war die Band in Los Angeles zur Tonaufnahme neuer Songs. Als sie am 4. Oktober nicht wie geplant nachmittags im Studio auftauchte, fuhr ihr Manager zu ihrem Motel und fand sie dort tot auf dem Fußboden liegend. Nach offiziellen Angaben starb Janis Joplin am 4. Oktober 1970 an einer Überdosis Heroin.

James Douglas alias Jim Morrison, ein US-amerikanischer Sänger, Songwriter und Lyriker, war Frontman der Rockband The Doors. Anfang 1971 folgte er seiner Gefährtin Pamela Courson nach Paris, wo sie zusammen ein Appartement teilten und Morrison sich zurückzog, seine Aufmerksamkeit den Gedichten und Drehbüchern gewidmet. In Paris klagte er häufiger über Atembeschwerden und bekam von seinem Arzt Arzneimittel gegen Asthma verschrieben, die jedoch keine Linderung hervorriefen. Im April 1971 machten sie auf ärztlichen Rat hin eine Reise, bevorzugt in warmen Regionen, um den Husten und die Beschwerden loszuwerden. Courson konsumierte schon einige Zeit Heroin, als Morrison auf dem Ausflug ebenfalls dazu griff, da es eine schmerzbetäubende und hustenstillende Wirkung hat. Am Morgen des 3. Juli 1971 starb Jim Morrison. Wie bei den meisten Todesfällen des Klub 27, ist hier ebenfalls nicht eindeutig, was die wirkliche Ursache war. Im gerichtsärztlichen Bericht steht, dass er einen Herzstillstand erlitt. Allerdings äußerte Courson, dass er an einer Überdosis Heroin gestorben sei. Da diese Nachricht aber erst zwei Tage nach seiner Beerdigung kam, entstanden umfangreiche Legendenbildungen um die wahre Ursache seines Todes.

Kurt Cobain schrieb so gut wie alle Songs für die Grunge-Band Nirvana, mit der er als Sänger und Gitarrist bekannt wurde, vor allem mit dem 1991 gestreamten Song Smells Like Teen Spirit. Cobain litt unter Magenproblemen, die kein Arzt genau diagnostizieren konnte und eine gezielte Behandlung nicht möglich machte. Um die Schmerzen zu lindern, griff er zu Drogen. So kam es, dass er ab 1990 regelmäßig Heroin spritzte. Der Konsum wurde größer und die Versuche, ihn von der Droge zu befreien, waren erfolglos, trotz mehrerer Therapien.
Anfang 1994 musste die In Utero-Tour aufgrund von Cobains Magenproblemen unterbrochen werden. Am 5. April 1994 nahm Kurt Cobain sich unter Einfluss von Heroin das Leben. Obwohl seine Frau Courtney Love am 3. April eine Vermisstenanzeige aufgegeben hatte, wurde Cobain erst drei Tage nach seinem Tod von einem Elektriker im Raum über seiner Garage gefunden.Der Abschiedsbrief, den er hinterließ, endete mit folgendem Zitat: „It’s better to burn out than to fade away.“ Auf Deutsch: „ Es ist besser auszubrennen, als zu verblassen.“

Das letzte offizielle Mitglied des 27 Clubs ist Amy Winehouse. Die britische Sängerin und Songschreiberin hatte ihren internationalen Durchbruch am 27. Oktober 2006 mit ihrem zweiten Album Back to Black. Als sie auf der Europa-Tournee 2011 alkoholisiert und verspätet auf die Bühne kam und nicht in der Lage war, richtig zu singen, wurde nach diesem Konzert die restliche Tournee und die Veröffentlichung ihres dritten Albums abgesagt. Ihr Comeback wurde verschoben, wann genau das sein würde, konnte man zu dem Zeitpunkt noch nicht sagen. Sie kämpfte mehrere Jahre vorher schon mit Alkoholkonsum, wobei sie vor ihrem Tod zwei bis drei Wochen nichts getrunken haben soll. Am 20. Juli 2011 starb Amy Winehouse mit 4,16 Promille im Blut.

Drogen scheinen im Leben eines Prominenten häufig eine große Rolle zu spielen, so wie bei allen Mitgliedern des 27 Clubs. Die Konsumenten haben die unterschiedlichsten Gründe, warum sie zu Rauschmitteln greifen, seien es Magenprobleme, wie bei Kurt Cobain oder Atembeschwerden, wie bei Jim Morrison. Früher oder später entwickelt man eine Sucht. Eine Sucht, die man nicht mehr stoppen kann und unter deren Einfluss man Dinge tut, die einem das Leben kosten. Oder man stirbt wegen einer Überdosis.

Wie viele der heutigen Prominenten haben schon zu Rauschmitteln gegriffen, weil sie dem Druck der Aufmerksamkeit nicht gewachsen waren oder wegen einer Krankheit?
Wie wird es mit dem Club weitergehen? Haben Fans schon eine Vermutung, wer das nächste Mitglied wird? Wir werden es sehen.

 

Von Greta Hennig
Klasse: 8a
Gerhart-Hauptmann-Gymnasium Wernigerode

 

Quellen: Lexika, Online-Recherche