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Marieleen. Foto: Lina Marie Richter

„Ich stehe circa um 9:00 Uhr bis 10:00 Uhr auf.“, schildert mir Marieleen ihren Alltag. „Manchmal habe ich Lust, Hausaufgaben zu machen, meist aber nicht und dann schlafe ich länger.“, erklärt die Neunjährige. „In Ruhe frühstücken, anziehen…“, fährt die Viertklässlerin fort. Ziemlich unmotiviert und träge startet sie in den Tag, sodass sie frühestens um 11.00 Uhr mit Schulaufgaben beginnt.

Motivationsprobleme

Im Volksstimme-Artikel „Winterblues im Homeoffice“ (26.01.2021, Seite 21) stellt Psychologe Prof. Becker klar: „Wie gut jemand im Homeoffice klarkommt, hängt von der Persönlichkeit und den häuslichen Umständen ab“. Außerdem gibt er Tipps für ein motiviertes Arbeiten zu Hause. „Man sollte einen Plan aufstellen […], an einem festen Ort arbeiten […], „den ,,Störenfried“ (z.B. Handy) beseitigen“, „Störenfriede“ habe Marieleen viele, z.B. lasse sie sich leicht von ihrem Hund ablenken, im Klassenzimmer sei sie immer von ihrer Lehrerin an ihre Aufgaben erinnert worden, im Kinderzimmer nicht.

Missverständnisse

„Manchmal sind die Aufgaben in den Lehrbüchern etwas schwierig zu verstehen. Es war viel verständlicher, als es die Lehrerin vorne an der Tafel für alle erklärt hat.“ Im Artikel der Volksstimme „Nachhilfe in der Pandemie“ (28.01.2021, Seite 15) liest man, dass „Präsenzunterricht (mit Mundschutz) bei der Nachhilfe bevorzugt wird“, trotzdem „bleibt der Nachhilfebedarf der Schüler eigentlich gleich“, obwohl die „[…] Schüler auf sehr unterschiedlichem Stand […]“ seien.

Organisation

Weder Aufgaben noch Pausen sind bei der Grundschülerin durchgeplant „Ich fange mit dem an, was mir Spaß macht. Pausen mache ich mehrere kleine.“ Einzelne schwierige Aufgaben behält sie sich für später auf, um sie mit einem Elternteil zusammen zu machen. Am Freitag werden ihre Aufgaben in der Schule abgegeben und später von der Lehrerin abgeholt. Die Abgabe aller Fächer für einen Tag wird auch im Volksstimme-Artikel „Unterricht mit einigen Kompromissen“ (27.01.2021, Seite 17) bevorzugt, nämlich von der Arendseer Gemeinschaftsschule.

Kommunikation

Begeistert erzählt Marieleen von ihren 30-minütigen Meetings, die zweimal pro Woche in ihrer Klasse stattfinden: „Wir können Fragen stellen und Probleme klären, meistens spielen wir danach etwas oder unterhalten uns.“ Die Eltern helfen den Kindern, dem Meeting beizutreten, sodass es kaum technische Probleme gibt. „Ich vermisse meine Freunde, genieße aber auch die Freizeit, die ich auf dem Schulweg verbringe“ beurteilt Marieleen den Lockdown.

Normalerweise würde sie um 22:00 Uhr schon schlafen, doch während des Lockdowns liegt sie im Bett, nachdem sie ferngeschaut hat und denkt sich: „Morgen stehe ich früher auf!“

 

Von Lina Marie Richter
Klasse: 8a
Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasium Salzwedel

 

Quellen:

Volksstimme:
27.01.2021, Seite 17
28.01.2021, Seite 15
26.01.2021, Seite 21
Marieleen (genehmigtes Interview mit einer Grundschülerin)