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Meterhohe Sprünge, steile Abhänge und das Gefühl von Freiheit und Spaß ist in der Fahrradsportkategorie Downhill Alltag. Der adrenalinreiche Sport sorgt für wachsende Begeisterung. Ein Artikel von Jakob Döhmland.

Jakob Döhmland auf seinem Downhill-Fahrrad. Foto: privat

Unter der Rennsportart Downhill oder verkürzt DH ist die Bergabfahrt auf Zeit über schwierige Hindernisse und waghalsige Schanzen zu verstehen. Bei Kindern und Jugendlichen wird der Fahrradsport schon im jungen Alter, aufgrund des immer vorhandenen Nervenkitzels, beliebter. Somit ist für genügend Nachwuchs gesorgt. Der finanzielle Aufwand ist in etwa mit dem Ski-Fahren zu vergleichen, da ebenfalls viel Ausrüstung benötigt wird. Ähnlich ist das Unfallrisiko auch bei diesem Sport sehr hoch und um Knochenbrüche und Blessuren zu vermeiden, ist es wichtig Schutzkleidung zu tragen. Dazu gehört ein Integral-Schutzhelm (Fullface-Helm), Brille, Protektoren, Fahrradhose, Trikot und festes Schuhwerk. Als Anfänger ist es allerdings nicht von Notwendigkeit gleich die komplette Ausstattung zu besitzen. Man sollte sich an den Sport erst einmal herantasten und die restliche Ausrüstung kommt dann mit der Zeit. Für Anfänger ist jedoch eine Protektoren-Jacke mit allem nötigen Schutz zu empfehlen. Auch an das Fahrrad werden natürlich harte Anforderungen gestellt, um die Strecke (Trail) optimal zu meistern. Das Hauptelement bildet dabei der Rahmen, entweder aus leichtem Carbon oder aus Aluminium. Dieser besitzt einen Stoßdämpfer, um Unebenheiten im Gelände auszugleichen. An der Front befindet sich die Federgabel. Der Federweg sollte bei Dämpfer und Gabel etwa 200 mm betragen. Das DH-Bike ist klein übersetzt und grobstollige Reifen mit weicher Gummimischung sorgen für genügend Grip. Zusätzlich ermöglichen Scheibenbremsen mit großen Bremsscheiben gute Kontrolle und schnelle Reaktionen. Die Fahrstrecken sind von leicht bis schwer im Bikepark ausgewiesen und es gibt unterschiedliche Fahrelemente. Eine große Kategorie bilden die Sprungschanzen, Beispiele sind Hip, Tabel, Road-Gap, Step-down (Drop), Step-up. Bei einer Hip gibt es einen Absprung und eine Landung, die entweder nach links oder rechts ausläuft. Der Fahrer muss das Fahrrad dabei herumziehen, um richtig zu landen. Dies stellt oft gerade für Anfänger eine Herausforderung dar. Der Tabel ist der Verbund zwischen Absprung und Landung und deshalb ein relativ leichtes Element. Bei dem Step-up gibt es einen Absprung und eine höher gelegene flache Landung auf einem Podest. Diese Schanze erfordert manchmal ein bisschen Mut, da es oft schlimmer aussieht als es ist. Außerdem gibt es Holzkonstruktionen mit Stegen und Wippen, sogenannte Northshores. Diese sind oft gleichzeitig mit Bergabsprüngen (Step-down / Drops) verbunden. Diese Art von Schanzen führt oft zu Überschätzungen, da man oft zu schnell werden kann und die Landung entweder verfehlt oder überspringt. Andere Kategorien der Strecken sind steile Kurven und Wurzel- oder Steinfelder. Zur Beherrschung dieser Kategorien ist die Grundhaltung von enormer Wichtigkeit. Man positioniert sich mit den Füßen parallel auf den Pedalen, welche sich auf der gleichen Höhe befinden. Dann wird die bevorzugte Fußstellung ermittelt. Anschließend lehnt man Hüfte und Kopf oder das Körpergewicht generell nach vorn und geht leicht in die Hocke. Bei der Abfahrt ist es wichtig die Körperspannung beizubehalten und nicht zu versteifen. Es ist wichtig den Untergrund dynamisch zu verfolgen und mit Unebenheiten mitzugehen. Bei der Abfahrt versucht man möglichst die beste Linie zu treffen, wobei die Regulierung der Geschwindigkeit eine wichtige Rolle spielt. In der Region Harz gibt es in Thale, Braunlage, Sankt Andreasberg, Schulenberg und Hahnenklee Downhillstrecken und Bikeparks. Diese sind auch auf die kleineren Besucher ausgelegt. Und wer als Quereinsteiger erstmal reinschnuppern möchte, hat auch die Möglichkeit sich ein DH-Bike und die nötige Schutzausrüstung auszuleihen. Generell braucht man viel Erfahrung und Training um ein guter Fahrer zu werden, aber dies erreicht man spielend, wenn man Freude an dem Hobby hat. Man sollte nicht zu schnell aufgeben und sich, wenn möglich, auch mal Erfahrungswerte von anderen Fahrern einholen. Übung macht den Meister… und so ist es auch. Wenn man viel trainiert und sich persönlich dazu im Stande fühlt, kann man auch in der Kategorie Downhill an Wettbewerben und Meisterschaften teilnehmen. Diese finden regional, auf Bundesebene und national statt. Weltmeisterschaften werden zum Beispiel im österreichischen Saalbach oder Leogang ausgetragen. Es ist also auch möglich, sein Hobby zum Beruf zu machen. Downhillfahrer sind in der Gemeinschaft ähnlich wie Motorradfahrer, sie halten immer zusammen und meist herrscht untereinander ein gutes Verständnis. Wenn man den Sport richtig ausüben kann und in geselliger Gemeinschaft die Pisten runtersaust, gibt es nichts Schöneres

 

Von Jakob Döhmland
Klasse: 9b
Gerhart-Hauptmann-Gymnasium Wernigerode

 

Quellen:

  • Mountainbiken im Harz: Touren & Downhill-Bikeparks für MTBs (harzdomicile.de)
  • Downhill-Ausrüstung: Tipps für Protektoren, Helm & Co. (flimslaax.com)
  • Was ist Downhill? | Gravity Pilots
  • Downhill für Anfänger: Einführung und Tipps vom Profi • Waldhelden