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Der Sommer steht vor der Tür — und obwohl wir nicht einmal wissen, ob die Freibäder in diesem Jahr öffnen oder unser Sommerurlaub stattfinden kann, sind schon die meisten jungen Frauen dem alljährlichen Traum der „perfekten Bikinifigur“ verfallen. Ein Artikel von Lotte Schlüter.


Die Promis leben es uns vor — Wer möchte nicht so schlank wie Victoria Beckham oder so durchtrainiert wie Pamela Reif sein? Auf Instagram und Co. wird uns jeden Tag gezeigt, was wir tun sollen: Wie schlank wir sein sollen, wie viel Sport wir machen sollen, wie gesund wir essen sollen und wie „perfekt“ die Welt der Influencer ist, die uns dazu zwingen, uns mit ihnen zu vergleichen. Mittlerweile wird dagegen viel gekämpft. Es gibt tausende Moralpredigten, Dokumentationen, Reportagen und Artikel, die sich gegen diese vermeintlich perfekten Menschen stellen und die Wahrheit zeigen. Es gibt unzählige Tipps rund um das Thema Abnehmen/Diäten. Doch dabei geht es immer um übergewichtige Menschen und wie schwer es diese haben. Das stimmt zwar, aber niemand denkt daran, was sich besonders dünne Mädchen/Frauen anhören müssen.
„Iss mal vernünftig“, „Mit Knochen spielen nur Hunde“, „Das ist doch nicht mehr schön“, „Siehst aus wie ein Skelett“, „Hungerhaken“, usw.
Man glaubt es als Außenstehender kaum, aber auch dünne Menschen bekommen so einiges an den Kopf geworfen. Alle reden davon, wie unfair es ist, dass manche Menschen dünn sind und andere nicht. Doch wer fragt eigentlich mal die eher schlanken Mädchen/Frauen? Wir haben es uns nicht ausgesucht, so extrem dünn zu sein. Und nur, weil man ein paar Kilo zu wenig auf den Rippen hat, ist man nicht gleich magersüchtig.
Ja, ich bin dünn, und ja, ich esse wenig, aber ich weiß, dass ich untergewichtig bin und habe keine Krankheit. Ich bin lediglich schneller satt als andere und mache Sport.
Ich bin zufrieden mit meinem Körper, so wie er ist, und brauche keinen, der mir sagt, wie ich aussehen soll. Vielleicht nehme ich irgendwann zu, vielleicht bleibe ich aber auch für immer so.
Wir sollten aufhören, die Statur anderer zu bewerten oder gar zu kommentieren, und anfangen, mit uns selbst im Reinen zu sein. Die Bikinifigur ist Ansichtssache, unser Wert definiert sich nicht über eine schlanke Figur. Man braucht keine Modelmaße, um schön zu sein.

Von Lotte Schlüter
Klasse: 8/2
Werner-von-Siemens-Gymnasium