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Der Amazonas ist bedroht

Im Amazonas leben tausende Lebewesen und sie alle werden durch den Menschen bedroht. Es gibt unzählige Gefahren für das Leben im Amazonas, die durch die Menschen erschaffen wurden. Ein Artikel von Annemarie Müller, Gerhart-Hauptmann-Gymnasium Wernigerode.

Die vielfältige Bedrohung des Amazonas Regenwaldes.

Der Amazonas hat schon 700.000 km2 Waldfläche verloren. Daher wollte Brasilien bis 2020 die Abholzung des Waldes um 80% reduzieren. Die Regierung hat allerding 2011 ein neues Waldgesetz beschlossen, dass die Maßnahmen zu den Rodungen lockerten. Dadurch stieg die Waldzerstörung rasant und zwischen 28% – 50% mehr Waldfläche wurde zerstört.

Die Rinderzucht ist mit einer der größten Bedrohungen des Regenwaldes. Um die Weideflächen zu bekommen, werden jährlich tausende Hektar Waldfläche abgebrannt, ca. 62% Waldverlust geht auf das Konto der Rinderfarmen. Das neue Waldgesetz ermöglicht den Landbesitzern mehr legales Holz zu roden. Davor durfte man zu 20% seines Landes roden und zu viel gerodete Teile mussten neu aufgeforstet werden. Das alte Waldgesetz war eine wichtige Maßnahme für den Schutz des Waldes.

Der Sojaanbau verdrängt den Regenwalt immer mehr mit seinen Soja-Monokulturen. Doch durch die große Nachfrage von billigen Tierfutter aus Sojabohnen werden immer mehr Flächen umgewandelt zu Ackerflächen. Da Amazonien reich an Bodenschätzen ist, ist auch die Eisenproduktion ein Faktor der Waldzerstörung. Um das Roheisen zu verarbeiten, muss man es erhitzen, in Brasilien nimmt man als Brennstoff Holzkohle. Die Köhlereien nehmen dafür Holz aus dem Regenwald.

Bedrohte Tierarten

Nicht nur der Wald ist bedroht, sondern auch die Tiere, die dort leben. Im Amazonas leben 10% aller Tier -und Pflanzenarten, zum Beispiel der Amazonasdelfin auch der Boto genannt. Sie sind nur eine von 3 Flussdelfinarten der Welt. Sie sind seit 1996 auf der roten Liste der IUCN. Der Bestand soll sich wahrscheinlich in 75 Jahren um die Hälfte reduzieren. Sie sind gefährdet durch die Staudämme.

Der Baumozelot, auch genannt der Jaguar, wird verdrängt. Er wird max. 1,5 m lang, ist nachtaktiv, lebt auf Bäumen und jagt kleine Tiere oder Fische. Sie werden bedroht durch Straßenbau und die Ausweitung der Landwirtschaft.

Der Weißwangenklammeraffe, auch genannt durch ihre Kletterkünste Spider Monkey, lebt in Gruppen von 20 bis 30 Tieren und bewegt sich durch die Baumkronen des Waldes. Sie fressen dabei die Früchte und Blätter der Bäume und verbreiten so mit ihrem Kot die Samen der Bäume. Daher sind sie ein wichtiger Teil eines gesunden Waldes. Ihr Lebensraum wird durch Straßenbau und Plantagen zerstört.

Der Flachlandtapir wird bis zu 2m lang und wiegt bis zu 255kg. Sie sind Pflanzenfresser und haben ein ausgezeichnetes Gehör, da sie nicht gut sehen können. Sie können bis zu 30 Jahre alt werden und ihre Tragezeit über ein Jahr betragen kann. Die Tapire werden bedroht durch Bejagung und Lebensraumverlust.

Der Gelbgebänderte Baumsteiger ist giftig und ist daher perfekt vor Fressfeinden, Pilzen und Bakterien geschützt. Sie leben meist am Wasser und können auf Bäume klettern. Sie sind bedroht durch Waldbrände, Landwirtschaft und Holzeinschläge.

Riesenotter werden bis zu 2m lang, sind sehr soziale Tiere, und bewegen sich in Gruppen von 15 Mitgliedern. Sie können sich leider nur schwer fortpflanzen und können sich dadurch schwer von Katastrophen erholen wie zum Beispiel Überfischung.

Das Kragenfaultier betritt den Boden bloß, um den Baum zu wechseln, sie können dabei eine Strecke von 24m in 24 Stunden zurücklegen. Sie fressen ausschließlich Pflanzen, wie Früchte, Blüten und Blätter. Es wird 75cm groß und wiegt nur max.10kg. Durch die Rodungen ist sein Lebensraum nur noch so groß wie Berlin und er wird immer kleiner.

Der große Ameisenbär hat eine Länge von 2m, sie sind sehr geschickte Tiere, denn sie können sich mit Pfeiftönen verständigen. Die Mütter tragen ihre Kinder auf dem Rücken, bis sie sich um sich selbst kümmern können. In den letzten 10 Jahren ist ihr Bestand um 30% gesunken. Sie sind bedroht durch den Lebensraumverlust, Brände und Verkehrsunfälle.

Was verursacht die Brände

Der Amazonas wird auch die Lunge der Erde oder auch Klimaanlage der Erde genannt. Er stellt 20% des globalen Sauerstoffhaushaltes her. Er nimmt pro Jahr 2 Milliarden Tonnen Kohlenstoffdioxid auf (2,5-mal was Deutschland pro Jahr ausstößt). Er versorgt die Erde mit Feuchtigkeit, ein Baum kann bis zu 300 Liter verdampfen und das wirkt sich auf die Temperatur aus. Die Verdampfung hat nämlich einen kühlenden Effekt auf die Temperatur. Doch wenn die Wälder abbrennen, verursachen sie 17% – 25% des globalen CO2 Ausstoßes.

Gib es weniger Bäume, gibt es weniger Sauerstoff, weniger Verdampfung und dadurch steigen die Temperaturen. Dadurch werden Dürren häufiger und extremer, die Wälder brennen schneller und sie wachsen schlechter und langsamer.

Was können wir dagegen tun?

Man kann auf Fleisch aus der Massentierhaltung verzichten, denn die gerodeten Flächen sollen für Ackerbau -und Weideland benutzt werden. Sojabohnen werden als Tierfutter in der Massentierhaltung benutzt. Man sollte lieber regionale Produkte aus Bio-Haltung nehmen und keine Lebensmittel aus Palmöl konsumieren, keine Produkte aus Holz aus dem Regenwald, denn die Nachfrage von Holz ist ein Grund für die Rodung des Waldes. Dazu gehören Möbel sowie Papier aus industrieller Herstellung. Als Alternative lieber regionale oder recycelte Produkte kaufen.

Nicht immer das neuste Handy besitzen, denn Handys beinhalten seltene Erden, das ist ein Edelmetall, das in Brasilien weltweit das zweitgrößte Vorkommen hat. Um den Rohstoff zu erhalten müssen Mienen gebaut werden, die sich auf ehemaligen Waldboden befinden. Man sollte lieber sein Handy erst ersetzen, wenn es wirklich nicht mehr geht.

Von Annemarie Müller
Klasse: 9b
Gerhart-Hauptmann-Gymnasium Wernigerode

 

Quellen: