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Ein Artikel von Karanpreet Singh. In Sachsen-Anhalt hat am 22.März der verschärfte Corona-Lockdown begonnen. Er bringt vor allem Einschränkungen für Familien mit sich: Schulen gehen nahezu vollständig in den Distanzunterricht und Kitas betreuen nur noch in reduziertem Umfang. Aber wie sehen nun die Homeschooling Erfahrungen für einen Schüler aus der 8. Klasse eines Gymnasium nach ca.11 Monaten aus?

Seit fast einem Jahr sitzen wir Schüler in Deutschland zu Hause im Distanzunterricht und diese Erfahrungen habe ich gesammelt.

 

Probleme in der Betreuung

Eine besondere Herausforderung ist der Fernunterricht für Eltern mit jüngeren Schulkindern. Sind sie berufstätig, müssen sie ihre Kinder teilweise in die Betreuungsangebote der Schulen schicken, die es für die Klassen 1 bis 6 gibt. Ich musste zum Beispiel auf meine kleine Schwester, welche in die 4.Klasse geht, aufpassen und zusätzlich ihr bei ihren Schulaufgaben helfen, was schon manchmal sehr stressig war. Vor allem die Grundschule meiner Schwester hatte in manchen Fällen Personalprobleme, so hatte ich keine Wahl und musste sie betreuen.

Zeit- und Motivationsprobleme

Im 1. Lockdown hatten ich und meine Freunde sehr große Zeit- bzw. Motivationsprobleme. So hatten wir entweder zu viele Aufgaben von unseren Lehrern gleichzeitig bekommen oder gar nicht die Motivation, die Aufgaben überhaupt zu machen und so haben sich die Aufgaben immer weiter angestaut. Schließlich habe ich aus meinen Fehlern gelernt und unsere Lehrer sind auf unsere Feedbacks eingegangen und so habe ich im 2. Lockdown eine Art “Wochenplan” erstellt und hatte somit feste Zeiten, wann und welches Schulfach ich mache und so alles viel organisierter wurde.

Mein Arbeitsplatz zu Hause. Foto: Karan
Mein Arbeitsplatz zu Hause. Foto: Karan

Kein Vergleich zum Präsenzunterricht

Dass der Distanzunterricht viele Eltern an die Grenzen der Belastbarkeit bringt, sehe ich ein. Der bayerische Elternverband äußert sich zu diesem Thema: "Wir können froh sein, dass es einigermaßen funktioniert, aber es ist noch lange nicht vergleichbar mit dem Präsenzunterricht. Große Lernrückstände befürchtet sie vor allem bei den Schülern, bei denen digitale Zugänge fehlen: Manche kann man wohl nicht oder nur sehr schlecht erreichen.” Ich hatte unter anderem in meiner Klasse zwei Schüler, die aufgrund ihrer schlechten Internetverbindung, fast nie zu einer Videokonferenz erschienen sind.

 

Von Karanpreet Singh
Klasse: 8a
Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasium Salzwedel