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Samstag, 2. Mai. 2015 – Die Familie Gehricke aus Schönebeck will das Wochenende in Wilhelmsdorf mit Freunden verbringen. Gutes Wetter, gute Laune und jede Menge Spaß. Jedoch kippt die Stimmung, als ihre Tochter Inga vom Feuerholz sammeln nicht zurückkehrt. Dies ist der Beginn einer nun schon 5 Jahre andauernden Suchaktion. Ein Bericht von Emilia Bethge.

Die 5-jährige Inga lebt mit ihren Eltern und 3 Geschwistern in Schönebeck. Am 2. Mai. 2015 beschließt die Familie mit Freunden in der Diakonieeinrichtung Wilhelmsdorf einen Grillabend zu veranstalten. Ein großes Gelände mit vielen Spiel- und Sandkästen, Trampolinen und Schaukeln. Beim Spielen entstehen die letzten Aufnahmen von Inga. Mit einem breiten Grinsen, wobei man ihre große Zahnlücke sehen kann, lächelt sie in die Kamera. Um 18 Uhr beginnen die Erwachsenen mit der Vorbereitung fürs Grillen. Die Kinder, darunter auch Inga, erklären sich bereit, im angrenzenden Waldstück Feuerholz sammeln zu gehen. Sie bekommen die Anweisung immer zusammen zu bleiben und nicht zu weit in den Wald zu gehen. Doch verlieren die Kinder der Freunde und Ingas Geschwister das kleine Mädchen schnell aus den Augen. Ohne Inga kehren sie zum Grillplatz zurück. Panisch machen sich alle Anwesenden auf die Suche nach ihr. Jedoch erfolglos. Um 19:40 Uhr geht die Vermisstenmeldung bei der Polizei ein. Sofort wird auf Hochtouren nach dem Mädchen gesucht. Über 1000 Helfer und Polizisten kämmen innerhalb von zwei Tagen das 3500 Hektar große Waldgelände durch. Die Suche verläuft ohne eine Spur von Inga. Mit Wärmebildkameras, Hubschraubern, Suchaktionen, TV-Auftritten und Ermittlergruppen wird wochenlang nach einem Lebenszeichen von Inga gesucht. Spürhunde wittern eine Spur entlang der Autobahn bis zum Berliner Ring, von dort nach Halle und letztendlich bis kurz vor Dresden – ohne Erfolg. Mehr als 2.000 Hinweise gehen bei der Polizei ein, wobei keiner zum gewünschten Erfolg führt. Im Gebiet rund um den Wald befindet sich ein Gefängnis für Sexualstraftäter und in der Diakonie sind psychisch Kranke und Menschen mit Suchtkrankheiten untergebracht, jedoch kann keine Verbindung zum Verschwinden von Inga gezogen werden. Bis heute ist ungewiss, was an diesem Abend passiert ist und in welchen Zustand sich Inga befindet. Die Chancen, das Mädchen lebend zu finden, sind sehr gering, da mehr als 90% der vermissten Kinder nach einer Woche wiedergefunden werden, was bei Inga nicht der Fall war. Ihre Mutter glaubt fest an die Wiederkehr ihrer Tochter. Auch die Polizei arbeitet weiterhin am Vermisstenfall Inga Gehricke. Seit dem 2. Juni. 2015 stehen 25.000 Euro als Belohnung für den entscheidenden Hinweis aus.

Knapp 5 Jahre seit dem Verschwinden von Inga sind bereits vergangen. Dennoch verliert die Familie nicht die Hoffnung, Inga irgendwann wieder in die Arme schließen zu können.

Von Emilia Bethge
Klasse: 8/2
Werner-von-Siemens-Gymnasium

 

Quellen: