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Drei Schauspieler, fünfzehn verschiedene Rollen. Wird Falk sein Abitur schreiben? Toni Samietz aus der Klasse 8/2 des Hegel-Gymnasiums Magdeburg war bei der Probe des Theaterstückes „Falk oder der süße Gedanke vom Aufstehen und Gehen“ dabei.

In dem Theaterstück „Falk oder der süße Gedanke vom Aufstehen und Gehen“ von Tina Müller geht es um einen Jungen namens Falk, der unentschlossen ist, ob er seine Abiturprüfung schreiben oder einfach sein leeres Blatt abgeben und gehen sollte. Die Klasse 8/2 des Hegel-Gymnasiums Magdeburg sollte am 18.02.2020 in der Hauptprobe des Theaterstücks erfahren, wie Falk sich entscheidet.

In der Einführung zum Stück wurde kurzgefasst erklärt, worum es in dem Theaterstück gehen soll. Uns wurde vorbereitend erläutert, in welcher Situation Falk sich befindet und das Ende des Stücks wurde offen gelassen, um die Spannung nicht zu nehmen. Es wurden uns noch allgemeine Fragen zum Thema „Abitur“ und „Schule“ gestellt und anschließend ein wenig über die Thematik diskutiert. Die freundliche, aber doch zurückhaltende Theaterpädagogin Veronika Riedel führte uns danach zur Studiobühne, auf welcher die Aufführung stattfinden sollte. Sie klopfte leise an und bat uns zu warten. Sie sagte: „Die Schauspieler machen sich noch warm und bitten uns dann herein.“ Nach einiger Zeit wurde die neugierige Klasse in den Saal gelassen.

Im Saal war es relativ dunkel und nur wenige Zuschauer hatten auf den Sitzen Platz genommen. Die Atmosphäre wirkte gedämpft und geheimnisvoll. Nachdem jeder von uns saß, kehrte eine aufmerksame Ruhe ein und es herrschte angespannte Erwartung und Neugier bei den Zuschauern. Alle richteten ihre Augen nach vorne, zu dem aus kleinen Podesten aufgebauten, terrassenförmigen Bühnenbild. Hinter den Podesten stand ein Gitter mit dunklen Elementen daran, die sich als Art Tafeln herausstellten. Auf der Bühne standen vier Stühle, wie sie üblicherweise in Schulen verwendet werden. Das Licht war auf die Schauspieler gerichtet, welche auf drei Stühlen Platz genommen hatten. Insgesamt war die Bühnengestaltung minimalistisch, aber sehr funktional.

Isabel Will, Valentin Kleinschmidt, Frederik F. Günther_Falk. Foto: Nilz Böhme
Isabel Will, Valentin Kleinschmidt, Frederik F. Günther_Falk. Foto: Nilz Böhme

Im Laufe des Stücks nahmen die noch jungen und sehr überzeugenden Schauspieler Isabel Will, Frederik F. Günther und Valentin Kleinschmidt insgesamt 15 verschiedene Rollen an. Zum Beispiel die Rollen der Clique von Falk, die im Stück großen Einfluss auf ihn nahm, von Falk selbst, von seinen Eltern, oder zum Beispiel von diversen Lehrern, was einem das Gefühl gab, dass man neben Falk und seiner Clique saß und deren Schulalltag selbst miterlebte. Die Bühnenelemente, wie die Podeste, wurden aktiv in das Stück einbezogen, zum Beispiel um relevante oder der aktuellen Szene zuzuordnende Informationen mit Kreide darauf zu schreiben, was das Ganze noch einmal veranschaulichte. Dabei warfen die Schauspieler die Podeste auch gerne mal mit einem lauten Knall um. Auf ein in die Handlung eingebautes Zeichen der Schauspieler wurden Elemente wie Rauch, spezielle Lichtverhältnisse oder Musik in das Stück eingebracht. Gelegentlich kletterten die Protagonisten auch auf das Eisengitter.

Das Stück im Allgemeinen befasste sich neben der Handlung um Falk auch noch mit Themen wie dem Arbeitsmarkt, dem Schulsystem, familiären Problemen oder Freundschaft. Es vermochte diese Themen auf humorvolle und satirische Art und Weise darzustellen. Die Handlung wurde somit gut und verständlich dargeboten, trotz der beständigen Rollen- und Szenenwechsel. Nach der Beendigung der Probe klatschte respektvoller Weise niemand, da dies vor der Premiere angeblich „Unglück“ bringt.

Im Anschluss wurden wir in einen anderen helleren und zugleich kleineren Saal, die Probebühne, geführt, in dem ein Stuhlkreis aufgebaut war. Es folgte eine Art „Kommentarrunde“, der sowohl die Klasse 8/2 als auch die Schauspieler, die Bühnenbildnerin Lena Hiebel, die Theaterpädagogin und die Regisseurin Grit Lukas beiwohnten. Jeder konnte sein Feedback zu der Aufführung vortragen und wir durften sogar Verbesserungsvorschläge machen, wobei uns zu letzteren, da uns allen das Stück sehr gefallen hatte, wenig einfiel. Die Gesprächsatmosphäre war locker, wir fühlten uns in unserer Meinung ernst genommen.

Wir als Klasse 8/2 können das Stück nur weiterempfehlen.

 

Von Toni Samietz
Klasse: 8/2
Hegel-Gymnasium Magdeburg