Die Musikschule Schicker und das beliebte „Happy Groove Orchestra“ – mein zweites zu Hause

„Ein zweites zu Hause?“ …stimmt das klingt schon etwas abgedroschen…..aber genau diese Musikschule ist auch nicht einfach nur eine Musikschule. Die Musikschule Schicker ist für mich ein ganz besonderer Ort mit besonderen Menschen, die in meinem bisherigen Leben eine große Rolle spielen. Musikalisch bin ich hier geworden, was ich jetzt bin – der Drummer des „Happy Groove Orchestra“. Auch wenn ich erst 14 Jahre alt bin, kann ich für mich sagen, der Weg ist das Ziel und hier habe ich einen Platz gefunden, an dem ich mich wie zu Hause fühle.

Angefangen hat es bereits im Kindergartenalter. Trommeln auf jeglichen Dingen war einfach nur toll. Mit drei Jahren bekam ich ein Kinderschlagzeug zum Geburtstag geschenkt, soweit so gut. Von nun an war also immer „Musik“ zu Hause. Mit meiner Einschulung in die „Freie Grundschule“ fügte sich langsam mein Weg zur Musikschule Schicker. Auch an der Grundschule steht Musik an erster Stelle und schnell wurde klar, dass neben dem Keyboard-Unterricht mit Gunther Thiel (Musikschule Schicker) trommeln immer noch meinen Tag bestimmte. Jeder, aber auch wirklich jeder in der Schule und auch zu Hause wurde fast täglich mit dem Wunsch bombardiert, dass ich Schlagzeug lernen möchte. Herr Schicker und mein Schlagzeuglehrer Uwe Schmidt aus Goslar haben mich also unter ihre Fittiche genommen und mir jeden Mittwoch mit Engelsgeduld das Schlagzeugspielen beigebracht. Ich war zu diesem Zeitpunkt gerade mal acht Jahre alt! Nach einiger Zeit schenkten mir meine Eltern mein erstes richtiges Schlagzeug und ich konnte mein bis dahin geliebtes Anfängermodell – ein Schlagzeug aus Dosen – an den Nagel hängen. Ohne Druck, aber mit jeder Menge Spaß konnte ich langsam in die Rolle des Schlagzeugers hineinwachsen. Nach ungefähr zwei Jahren sollte sich das Üben auszahlen und ich durfte erstmals an einer Probe der Bigband teilnehmen.

Julian Poch am Schlagzeug

Julian Poch am Schlagzeug | Foto: privat

Seit vier Jahren bin ich nun als Schlagzeuger fester Bestandteil dieser Band. Auch wenn ich der Jüngste bin, werde ich voll akzeptiert und respektiert. Das ist für mich als Jugendlicher natürlich von großer Bedeutung. Ich nehme regelmäßig an den Proben und Auftritten teil, denn trotz allen Spaßes an der Sache ist Zuverlässigkeit auch hier ganz wichtig.

Die Musikschule Schicker hat ein breitgefächertes musikalisches Angebot. Durch die Bigband hat jeder die Möglichkeit sein Erlerntes anzuwenden. Gerade die Arbeit in und mit der Bigband ist sehr interessant. Man lernt das Zusammenspiel der einzelnen Instrumentengruppen und während der Auftritte kann man sein Können toll unter Beweis stellen. Das Repertoire reicht von Filmmusik bis hin zu Musicalmusik, auch Rockmusik und ruhige Titel dürfen nicht fehlen. Sogar Wunschtitel der einzelnen Mitglieder versucht Herr Schicker mit zu berücksichtigen. Bei mir war es „Eye oft the Tiger“, das war auch der erste Titel, den ich am Schlagzeug bei Auftritten spielte. Oft sitzt er dafür lange über den Noten, um uns das entsprechende Material bereitzustellen. Natürlich werden auch neue Kontakte geknüpft. So entstehen Zusammenarbeiten mit anderen Schulen wie zum Beispiel dem Stadtfeldgymnasium oder eben auch der Freien Grundschule. Durch so eine Kooperation war unter anderem die Aufführung des Musicals „Grease“ möglich. Regelmäßig gibt es Konzerte in und um Wernigerode. In diesem Jahr starteten wir in unsere Spielsaison mit einem Auftritt zum alljährlichen Neujahrsempfang in Halberstadt vor ca. 300 geladenen Gästen. Inzwischen gibt es auch kleinere Gruppen aus der Bigband, die an anderen Projekten mitarbeiten. Ich darf an der Cajon das Blechbläserensemble unter der Leitung von Dietmar Berthold begleiten. Und wieder einmal mehr hat mich Herr Schicker weitergebracht, indem ich, als wie immer Jüngster, an der Produktion des Rocksicals „Bandfever“ mitwirken darf. Das macht mich persönlich sehr stolz, denn es zeigt mir auch wie sehr Herr Schicker mir vertraut bzw. mir diese Dinge auch zutraut. Schließlich läuft auch nicht jede Probe gleich gut und es muss, und ganz wichtig, es darf dort auch mal was schiefgehen. Spaß haben wir trotzdem und gelacht wird auch sehr viel. Natürlich gibt es auch am Ende der Saison Ausflüge als „Belohnung“. Diese haben auch immer etwas mit Musik zu tun und der Lerneffekt kommt da so ganz nebenbei. Die Musikschule Schicker ist für viele Mitglieder ein zweites Zuhause geworden. Viele unserer Musiker sind lange dabei, manche waren aus verschiedenen Gründen mal weg und sind wieder zurückgekommen. Das zeigt mir, wie gern sie ein Teil dieser Musikschule sind. Mittlerweile besuche ich die Klasse 8 am „Landesgymnasium für Musik“ in Wernigerode. Ab Klasse 9 wird der Rundfunkjugendchor mit auf meinem Stundenplan stehen.
Schon eine ganze Weile sind wir bemüht, Nachwuchs für den Schlagzeugbereich zu finden. Es ist jedoch sehr schwer, was ich persönlich nicht gedacht hätte. Das macht mich wirklich traurig, denn Schlagzeugspielen ist echt toll und nie habe ich es bereut, dieses Instrument gewählt zu haben. Für die Musikschule und natürlich für die Bigband wünsche ich mir einen zweiten Mann, um auch weiterhin immer spielbereit zu sein.

Wir proben jeden Mittwoch von 19-21 Uhr mit der Bigband in der Musikschule Schicker in Wernigerode. Ansonsten würde ich mich freuen, wenn Interessierte jeden Alters mich bei meiner eigenen Probe besuchen. Ich übe nach wie vor immer mittwochs mit Uwe in der Zeit von 18:00 Uhr bis 18:45 Uhr, danach gehe ich direkt in die Bigbandprobe.

Unermüdlich arbeiten alle Lehrer daran, dass gesamte Angebot zu präsentieren und den Musikschulbesuch für jedermann leicht zugänglich zu machen – also nur Mut!

Mit diesem Artikel möchte ich auch die Gelegenheit nutzen, mich bei allen lieben Menschen, die mich bisher unterstützt haben und hoffentlich weiter unterstützen werden, zu bedanken. Für mich persönlich haben sich dadurch bereits musikalisch als Drummer viele neue Türen geöffnet, denn ich konnte jede Menge neue Kontakte knüpfen. Mich macht es stolz und ich bin sehr glücklich diesen Weg so gegangen zu sein, denn hier fühle ich mich einfach wie zu Hause. Ich habe das Gefühl angekommen zu sein und hoffe, dass ich noch lange mitspielen kann.

Von Juliàn Poch, Klasse 8m2, Landesgymnasium für Musik, Wernigerode