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Das Ziel ist eine bemannte Landung auf dem Mond. Auch wenn dies bereits 1969 und in den nachfolgenden Jahren gelang, gibt es nun zahlreiche Probleme bei der Umsetzung. Die Menschheit will zum Mars. Verschiedenste Raumfahrtbehörden und mittlerweile auch private Firmen arbeiten auf das Ziel bemannte Mission hin. Doch direkt zum Mars zu fliegen würde sich durchaus als schwierig erweisen, da Tests unter vergleichbaren Bedingungen auf der Erde quasi unmöglich zu rekonstruieren sind. Auf dem Mond sähe dies jedoch anders aus, weshalb nun eine bemannt Landung auf dem Mond angestrebt wird. Mehr oder weniger ist das das Ziel des Artemis-Programms.

In der Nachfolge des Constellation-Programms war eine Landung auf dem Mond frühestens 2028 geplant. Der ehemalige Präsident Donald Trump drängte jedoch auf einen früheren Start und die NASA setzte Artemis 1, 2 & 3 für 2021, 2023 und 2024 fest. Diese Termine stehen nun jedoch erneut auf der Kippe, da es im Zuge der Entwicklung immer wieder zu Verzögerungen kam, die zu mehreren Verschiebungen führen können. Die Durchführung des Programms stützt sich auf 5 verschiedene Bestandteile. Das SLS, das Space Launch System, ist eine 98 Meter große Trägerrakete, die seit 2011 entwickelt wird. Sie wird von RS-25-Raketentriebwerken angetrieben, die bereits im Space Shuttle verwendet wurden. Diese ermöglichen beim Start eine Schubkraft von 39,1 Meganewton, womit das SLS die antriebsstärkste Rakete wäre die je gebaut wurde. Übertroffen wird das nur vom Starship von SpaceX, das bis zu 72 MN Leistung erbringen könnte, jedoch befindet sich dieses genau wie das SLS noch in der Entwicklung. Um die Schwerlastrakete finanzieren zu können muss die NASA sehr viel Geld in die Hand nehmen. Das Budget für das SLS wurde jedoch schon mehrfach überzogen, allein im Jahr 2019 um 33%, von 2 Mrd. $ auf 2,6 Mrd. $. Insgesamt hat es bis jetzt um die 17 Mrd. $ gekostet. Das Logo des Artemis-Programms vor dem Mond, dem Hauptziel der Missionen, sowie dem Mars als Ziel für zukünftige Missionen.

Ein weiterer Bestandteil ist das Orion-Raumschiff, das bis zu 4 Astronauten zum Mond befördern soll. Neben dem Kommandomodul, in dem sich beim Flug die Besatzung befindet, gehört zu Orion das Service-Modul. Dieses ist für den Antrieb, die Klimatisierung und Versorgung mit Strom, Wasser und Atemluft zuständig. Es wurde im Auftrag der ESA von Airbus in Bremen konstruiert und ist als erstes Bestandteil bereits komplett fertiggestellt und wurde im November 2018 in die USA geflogen. Ursprünglich war Orion Teil des Constellation-Programms, das ähnliche Ziele wie Artemis verfolgte. Es wurde im Jahr 2004 vom ehemaligen Präsidenten George W. Bush in die Wege geleitet und sah eine bemannte Mondlandung bis spätestens 2020 vor. Da das Projekt die finanziellen und zeitlichen Pläne nicht einhalten konnte, wurde es von Präsident Barack Obama wieder eingestellt. Lediglich am Orion-Raumschiff durfte die NASA weiterarbeiten. Doch auch Orion hält den finanziellen Rahmen nicht ein und hat bereits 1 Mrd. $ mehr gekostet als geplant. Des Weiteren ist die Fertigstellung der Exploration Ground Systems, der Bodensysteme, die für den Start unabdingbar sind, äußerst wichtig. Unter anderen gehört dazu der Mobile Launcher, die fahrbare Startplattform, auf der die Rakete zusammengesetzt, getestet und letztendlich auch gestartet wird. Die 5000 Tonnen schwere Plattform ist bereits 3 Jahre länger in Entwicklung als ursprünglich gedacht und mit 693 Millionen $ mehr als doppelt so viele Kosten verursacht wie geplant. Der wohl problematischste Bestandteil ist das LOP-G, das Lunar Orbital Platform-Gateway. Dabei handelt es sich um eine modulare Raumstation, die im Orbit des Mondes installiert werden soll. Sie dient als Zwischenstation für Astronauten, um von Orion in eine Landefähre umzusteigen.

Für eine Mondlandung wäre die Station zwar nicht zwingend erforderlich, wenn der Mond später jedoch als „Sprungschanze“ zum Mars dienen soll, wäre das LOP-G durchaus hilfreich. Das ist in dem Sinne praktisch, dass auch hier große Verzögerungen erwartet werden und nicht sicher ist, wann und ob das Gateway fertiggestellt werden wird. Der momentane Plan, die ersten Module im Januar 2024 zum Mond zu bringen, steht zwar offiziell noch fest, aber es ist sehr fragwürdig, ob dieser Termin eingehalten werden kann. Das letzte Bestandteil des Programm bilden die Landefähren. Derzeit sind drei verschiedene Systeme von unterschiedlichen Unternehmen im Rennen. Das National Team, mit Blue Origin, dem Raumfahrtunternehmen von Amazongründer Jeff Bezos, an der Spitze, plant ein dreiteiliges Landesystem aus Antriebs-, Transfer-und Landemodul, das mit einer Rakete von Blue Origin in den Orbit des Mondes bzw. zum LOP-G gebracht werden soll. An einem Human Landing System arbeitet das amerikanische Unternehmen Dynetics, hierbei soll der Fokus auch vermehrt auf den Komfort für die Astronauten gelegt werden. Als drittes ist SpaceX, das Raumfahrtunternehmen von Tesla-Chef Elon Musk, dabei. Von ihnen wird kein eigens konstruierter Lander vorgeschlagen, sondern ein modifiziertes Spaceship. Welches der drei nun verwendet wird ist noch nicht klar, jedoch will die NASA sich bis Ende April 2021 entscheiden. Zwei der Vorschläge werden dann ausgewählt und weiterreichend unterstützt und am Ende sollen beide dann auch zum Einsatz kommen. Sollten alle benötigten Teile doch noch rechtzeitig fertig werden, was sehr unwahrscheinlich ist, soll bereits Ende 2021 die erste Mission starten. Artemis 1 wäre dann der erste Flug mit SLS und Orion zusammen. Geplant sind ein unbemannter Flug zum Mond sowie die Umrundung dessen. Dabei werden alle Systeme getestet und zusätzlich 13 Cubesats, Kleinsatelliten, abgeworfen, die den Mond untersuchen sollen. Daraufhin fliegt Orion zur Erde zurück und soll sicher landen. Die Mission wird ungefähr 20 bis 25 Tage dauern. Ist Artemis 1 erfolgreich, wird 2023 mit Artemis 2 der erste bemannte Flug zum Mond seit Apollo 17 im Jahr 1972 durchgeführt. Dabei werden weiterreichende Tests der Systeme und Arbeitsabläufe gemacht. Die Mission wird maximal 21 Tage
dauern. Im Zuge von Artemis 3 würde dann die erste bemannte Mondlandung seit fast 50 Jahren stattfinden, wobei auch die erste Frau auf dem Mond landen soll. Zugegebenermaßen wären diese drei Daten ein Wunder, doch auch wenn sie nicht eingehalten werden können sieht so der Plan für die nächsten Jahre aus, nur etwas zeitversetzt. Daraufhin, in den 2030ern, wird dann wahrscheinlich das Ziel Mars in greifbare Nähe rücken, sodass der erste Mensch in wahrscheinlich weniger als zwei Jahrzehnten auf dem Mars landen wird.

Von Mathis Bollmann
Klasse: 9b
Gerhart-Hauptmann-Gymnasium Wernigerode

 

Quellen: