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Jährlich besuchen viele tausende Menschen die Spaß- und Freibäder in der Region, um dort ihre Freizeit zu verbringen. Doch schnell kann aus diesem Traum vom Sommer ein Albtraum werden, wenn es nämlich zu einem Unfall kommt. Von Leon Krüger, Klasse 9, Sekundarschule „LebenLernen“ Schneidlingen.

Wanzleben. Fröhliches Lachen, quiekende Kinder, plätscherndes Wasser und der Geruch von Chlor in der Nase. Ein typisch heißer Sommertag in meinem Lieblings-Spaßbad. Der Bademeister überwacht die Badegäste und nimmt stündlich Wasserproben. Keine leichte Aufgabe, denn das Wanzlebener Spaßbad mit Riesenrutsche und super Strömungskanal ist rammelvoll.

Ich kann in diesem beheizten Freibad die zwei voll besetzten Rutschen mit Kindern unterschiedlichen Alters beobachten. Ob es hier schon einmal zu ausgeschlagenen Zähnen oder einem Armbruch gekommen ist? Verwunderlich wäre es nicht, bei diesem Andrang. Mir fällt auf, dass fast alle der jüngeren Grundschüler das tiefe Wasser meiden. Sie bevorzugen nicht das Schwimmen auf Bahnen, sondern den Spaßfaktor im Wasser. Dabei planschen, rutschen und spielen sie Wasserspiele meist nur, wenn sie auch im Wasser stehen können.

Was ist der Grund dafür? Von meiner Schwester, die ehrenamtlich als Rettungsschwimmerin tätig ist, habe ich erfahren, dass viele Grundschüler nicht richtig schwimmen können.
Sehen viele Eltern es nicht als ihre Pflicht an, in solchen Fällen die Kinder für einen weiteren Schwimmkurs anzumelden?

Während ich gemütlich im Schatten liege, beobachte ich die Badegäste um mich herum. Ich muss feststellen, dass viele Kinder im Wasser augenscheinlich nicht von ihren Eltern beaufsichtigt werden. Es stehen Schwimmnudeln und andere Schwimmhilfen zur Nutzung für die Badegäste bereit. Diese werden von einigen Kindern und Jugendlichen genutzt, jedoch leider nur zum Spielen und nicht als Hilfsmittel, um das Schwimmen zu lernen. Eigentlich müssten die Eltern ihre Kinder hier ständig im Auge behalten. Was ist, wenn im Gedränge einem Kind schlecht wird, es im Wasser unbemerkt untergeht?
Dann wird der schöne Sommertraum zum Albtraum.

Durch die Einsätze meine Schwester weiß ich auch, dass es den Helfern am Beckenrand durch das Quieken und Schreien der Kinder im flachen Nichtschwimmerbecken nicht leichtfällt, zwischen Spiel und Ernst zu unterscheiden.
Meine Beobachtung wird plötzlich durch Lärm unterbrochen, als ein Kind ins tiefe Schwimmbecken geschubst wird und schreit. Ein Bademeister versucht sofort die Lage zu erfassen und zu klären, was angesichts der zu beaufsichtigen großen Menschenmenge eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe ist. Als er bei den Kindern ankommt, höre ich ihn sagen: „Das darfst du auf keinen Fall machen. Halte dich an die Baderegeln! Es kann sein, dass er nicht richtig schwimmen kann und er in Panik ausbricht. Es könnte euch das Leben kosten!“
Zum Glück ist hier alles gut gegangen.

Welche Unfallmöglichkeiten könnten das Erlebnis „Spaßbad“ aber noch trüben?

Im Gegensatz zum Hallenbad müssen die Gäste im Freien auf die Wetterverhältnisse, wie z.B. Hitze und Gewitter, achten. Schwimmbadangestellte warnen immer wieder mit Durchsagen vor der Gefahr eines Sonnenbrandes oder Hitzeschlages. Auch ein rascher Sprung ins kühle Nass kann zu einer Gefahr für Herz und Kreislauf werden.

Mein Tag im Wanzlebener Spaßbad war auf jeden Fall ein tolles Erlebnis, informativ und spannend. Ich wünsche mir für diese Einrichtung, dass sie die Corona- Krise unbeschadet übersteht. Neben den Aktivitäten im Wasser kann man sich nämlich auch auf dem Volleyball- und Fußballplatz sportlich betätigen. Für Entspannung und Abwechslung sorgt auch noch die Minigolfanlage. Und immer daran denken, ob es statt eines Albtraumes ein „Traum von einem Sommertag“ wird, hängt auch von jedem selbst ab. Und, der nächste Sommer kommt bestimmt.

Von Leon Krüger
Klasse 9
Sekundarschule „LebenLernen“ Schneidlingen