Ein Interview mit einem Polizisten

Laut einer Studie der Statista, gab es im Jahre 2016 rund 6.392 Polizisten in Sachsen-Anhalt. So auch der damals 35-jährige Ramon Glockemann. Ich konnte ihn treffen und er erzählte mir etwas über seine Geschichte und seine Ausbildungszeit.

Ich traf also am 26.3.2018 den Polizisten Ramon Glockemann (38) und er erzählte mir etwas über seinen Beruf und seiner Geschichte.
Meine erste Frage war, wie sein Studium für ihn war. „Das Studium ging drei ganze Jahre“, berichtete er. Neben der Theorie hatte er zudem zwei Praktika zu erfüllen. Das erste drehte sich um die Bereitschafts-/Einsatzpolizei. Hingegen ging es im zweiten um die Kriminalpolizei (Kripo). Dann musste Ramon noch seine Bachelorarbeit (Sein Thema: “Motorradfahrer im Harz“) schreiben. „Im Großen und Ganzen war alles sehr lehrreich, weil man viel über Gesetze lernt.“
Schießen konnte der 38-Jährige schon Dank seiner Bundeswehrerfahrung, erzählte er. Gerade weil man dort viel lerne und weil ein großer Teil Selbststudium bedeute, sei es interessant, fügte er hinzu.

Auf die Frage, wie er zu diesem Beruf gekommen sei, sagte er, dass er sich nach seiner Bundeswehrzeit, die zwölf Jahre lang war, etwas anderes suchen musste. Eigentlich wollte er ursprünglich Wirtschaftsingenieur studieren, jedoch hatte er zuvor bei einem Klassentreffen einen Schulfreund getroffen, der Polizist geworden ist. Frei nach dem Motto “Wenn er das schafft, dann schaff ich das schon lange“, schrieb er dann seine Bewerbung. 2013, kurz vor Weihnachten, erhielt er dann seine Zusage, passend als Weihnachtsgeschenk.

Als ich ihn dann fragte, welche Fähigkeiten man bräuchte, sagte er, dass er zuerst einen Intelligenztest absolvieren musste, um das Allgemeinwissen, die Kommunikationsfähigkeit und ein gesundes Misstrauen zu prüfen. Dort schreibe man auch ein Diktat. Am selben Tag absolviere man einen Sporttest, bei dem es ein Punkteprinzip gäbe. Die Besten werden für den zweiten Tag eingeladen. Ramon war dabei. Nun folgte das Vorstellungsgespräch. Dort werden Fragen wie “Warum wollen Sie in diesem Beruf arbeiten?“ gestellt, außerdem über das Handeln in verschiedenen Situationen. Zudem auch über Hobbys. Ramon hat auch dies erfolgreich bewältigt. Nun stand die letzte Hürde für den angehenden Polizisten an: die Präsentation. „Das Thema konnte ich mir selbst aussuchen“, berichtete er, „jedoch war mir das erst später klar“. Ramon entschied sich schlussendlich für die Wahrnehmung des Motorradbildes von 1950 bis heute. Dort erklärte er, dass das Motorrad zuerst als einfaches Fortbewegungsmittel galt, dann ein Zeichen der Rocker wurde und heute eigentlich ein Hobby sei. Ramon selbst sei ein leidenschaftlicher Motorradfahrer.

Das Vorletzte was er bewältigen musste, war eine Gruppendiskussion über ein vorgegebenes Thema, um seine Teamfähigkeit zu überprüfen. Er bestand alles. Nun folgte die ärztliche Überprüfung, alles war top. Ramon hat alles bestanden.
Auf die Frage, was die Bundeswehr ihm für Vorteile brachte, meinte er, dass es gut war, dass er über Schusswaffenkenntnis verfüge und Lebenserfahrung angesammelt hätte, da ein über 30-Jähriger mehr erlebt hätte als ein 18-Jähriger. Er vermisse aber auch die Disziplin. Seiner Meinung nach liege das daran, dass es nun eher kollegial wäre und nicht militärisch, es aber natürlich auch besser sei.

Nach seinem Studium ging er nach Magdeburg, um im Einsatzdienst zu arbeiten. Er erzählte, dass in Magdeburg viel Ungewöhnliches passiere, zum Beispiel seien mal zwei Pferde ausgebrochen und seine Aufgabe war es, sie wieder einzufangen, „Die Pferde sind quer durch die Straßen gelaufen“, grinste er. Er erklärte mir außerdem, dass Verkehrsunfälle und Kellereinbrüche täglich vorkämen, da in Magdeburg viel Verkehr herrsche und in der Stadt schließlich viele Wohnhäuser sind. Jedoch unterscheidet sich jeder Einsatz, da jeder Mensch unterschiedlich reagiert. Er meinte zudem, dass ein Einsatz mit Toten oder eine Todesnachricht überbringen, Dinge seien, die er sehr ungern mache.

Zu guter Letzt habe ich ihm die Frage gestellt, nämlich ob er sich vorstellen könnte, noch 20 Jahre und mehr dort zu arbeiten. Mit der Antwort „Auf jeden Fall! Es ist mein absoluter Traumberuf“, setzte Ramon ein klares Statement. Er empfiehlt diesen Beruf jedem weiter, da er sehr abwechslungsreich sei.

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/516101/umfrage/polizisten-in-deutschland-nach-bundeslaendern/

 

Von Melina Glockemann, Klasse 8-4, Börde-Gymnasium Wanzleben

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