Eine Malerei des 20. Jahrhunderts über Krieg und Frieden

Ein Interview mit der Restauratorin Kathrin Bunzenthal | Die Restauratorin Kathrin Bunzenthal zum Wandbild im Hegel-Gymnasium Magdeburg.

Historisches Wandbild Hegel-Gymnasium Magdeburg | Foto: C. Hupe 2017

Laura: Was macht man als Restauratorin?
Frau Bunzenthal: Es gibt verschiedene Themenbereiche, wie die Wandmalerei, oder das Restaurieren von Gebäuden. Ich beschäftige mich mit der Wandmalerei. Es gibt aber auch Restauratoren, die sich mit Gemälden oder Skulpturen befassen. Im Prinzip geht es um das Wiederherstellen von historisch wertvollen Dingen.

Laura: Wie lange studiert man?
Frau Bunzenthal: Es gab früher die Ausbildung an der Fachschule oder auch an der Fachhochschule. An der Fachhochschule studiert man vier Jahre, anschließend bekommt man sein Diplom. Ich war drei Jahre zur Ausbildung an der Fachschule in Potsdam und habe anschließend noch zwei Jahre Ausbildung an einer damals neuen Fachhochschule gemacht, danach bekam ich mein Diplom. Wie es sich heute verhält, kann ich allerdings nicht sagen.

Laura: Was hat Sie auf diesen Beruf gebracht?
Frau Bunzenthal: Nach der Wende habe ich meinen Job verloren. Ein Freund von mir war Restaurator. Dadurch habe ich Gefallen an dem Beruf gefunden.

Laura: Wie lange braucht man für 1 m² Wandfläche?
Frau Bunzenthal: Das ist unterschiedlich. Es kommt darauf an, wie stark die Beschädigungen sind. Es ist ein Unterschied, ob eine Fläche komplett fehlt, oder ob nur kleine Stücke abgebrochen sind.

Bei der Restauration | Foto: C. Hupe 2017

Laura: Was soll das Wandbild, hier im Hegel-Gymnasium eigentlich darstellen?
Frau Bunzenthal: Es stellt die Situation der Frauen im Krieg und Frieden dar, denn es waren fast nur Frauen, dem Künstler als Modell dienten. Es ist ein dreiteiliges Bild. Die beiden äußeren Bilder stellen die Situation in Kriegszeiten dar, in der Mitte ist die Zeit des Friedens dargestellt. Auch ist das Bild, das den Frieden darstellen soll, in helleren Farben wie bei einem Sonnenaufgang gemalt, während die beiden anderen Teile sehr dunkel dargestellt sind. Es sind Teile aus der Bibel, zum Beispiel das Abbild der heiligen Maria sowie aus der Kunstgeschichte dargestellt.

Laura: Wann wurde das Wandbild gemalt?
Frau Bunzenthal: Das dreiteilige Wandbild stammt von 1922. Der Teil, links von jenem, den man auf der Abbildung sehen kann, ist mit einer Signatur des Künstlers versehen. Auch der Zeitpunkt ist dort angegeben.

Wandbild im Jahr 2014 | Foto: K. Bunzental

Laura: Wann und wie wurde es entdeckt?
Frau Bunzenthal: Es wurde während der Sanierungsarbeiten 1994 bis 1996 entdeckt und zum Teil von Studenten freigelegt.

Laura: Wer war derjenige, der es gemalt hat?
Frau Bunzenthal: Der Künstler heißt Fritz Weissenborn. Er war 1922 Kunstlehrer an dieser Schule und hat es als Projekt im Unterricht behandelt. Es waren hauptsächlich die damaligen Lehrerinnen, die ihm dabei als Modell dienten.

Laura: Welche Malweise und was für Farben wurden verwendet?
Frau Bunzenthal: Es handelt sich um eine Ölmalerei mit Temperauntermalung. Ich arbeite mit Aquarellfarben, denn sie müssen leicht wieder lösbar sein, da die Farbe nach circa 30 Jahren verblasst.

Laura: Wie lange arbeiten Sie schon an dem Wandbild?
Frau Bunzenthal: Ich arbeite daran seit drei Jahren. Allerdings muss man dazu sagen, dass ich nicht durchgängig arbeite. Ich arbeite immer mal ein bisschen,

| Foto: C. Hupe 2017

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Von Laura Heise, Klasse 8/2, Hegel-Gymnasium Magdeburg