Einmal blau-weiß, immer blau-weiß

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Wir, die drei Schülerinnen der Sekundarschule „Am Lerchenfeld“ Schönebeck, interviewten die Spieler des 1. FC Magdeburg Lars Fuchs, Sebastian Ernst und Marius Sowislo.

SchmaZ-Reporter: Muss man einen Plan B haben?
Spieler: Fußball kann man nicht sein Leben lang spielen. Deshalb plant man schon zeitig für die Zukunft. Sowislo ist gelernter Tischler. Jetzt baut er sich ein kleines Unternehmen auf: Wer als Fremder in die Landeshauptstadt kommt, erhält bei ihm Informationen zu Stadt, Leuten, Leben und Arbeit. Das ist für Fremde in dieser Metropole wichtig. Lars Fuchs‘ Frau zog mit ihrem Mann zum neuen Arbeitgeber. „Sie wusste, als wir uns kennen lernten, worauf sie sich als Spielerehefrau einlässt.“ Allerdings fühlte sie sich in Magdeburg nicht wohl und ging zurück nach Braunschweig. Nun muss der FCM-Profi pendeln. Zu der Familie des Spielers gehören ein achtjähriger Sohn, der zum Stolz des Herrn Papa auch schon Fußball spielt, und der fünf Monate alte Nachwuchs. „Das sind meine Hobbys“, meinte Lars schmunzelnd. Seine Zukunft sieht er im Fußball. So kann er sich eine Tätigkeit als sportlicher Leiter oder als Trainer vorstellen, natürlich vorrangig beim FCM.

SchmaZ-Reporter: Was bedeutet Fußball für den Einzelnen?
Spieler: „Fußball bedeutet, im Team zusammenzuspielen und nicht als Einzelspieler kämpfen zu müssen. Und natürlich Spaß dabei zu haben.“, meint Lars Fuchs lächelnd. Leidenschaft, Tradition und der Zusammenhalt stehen dabei ganz oben. „Aber auch harte Arbeit.“ So müssen die Spieler der dritten Liga sieben Mal in einer Woche trainieren. Sieben Mal anreisen, sieben Mal erwärmen, sieben Mal Slalom rennen, sieben Mal Angriff und Verteidigung üben, sieben Mal Torschüsse einstudieren. „Und manchmal auch zweimal am Tag.“, erläutert Marius Sowislo. Die harte Arbeit zahlt sich aus. „Wir wollten nach dem Aufstieg in die dritte Liga den Klassenerhalt sichern und haben das Ziel schon zehn Spiele vor Saisonende erreicht.“, freut sich Sebastian Ernst. Er hat noch große Pläne: Irgendwann will er in der Bundesliga spielen. „Manchmal muss man im Leben auch Umwege machen.“

SchmaZ-Reporter: Was haltet ihr vom Publikum?
Spieler: Magdeburg ist eine Arbeiterstadt. Hier will man keine Rasenkünstler, sondern fairen und spannenden Fußball erleben. Im Unterschied zu anderen Städten sind die Fans hier Zaungäste und keine VIPs. Aber nicht alle, die zum Fußballspielen kommen, sind gleich. Sie kommen ins Stadion, um zu pöbeln, Schiedsrichter und Spieler zu beschimpfen, zu randalieren, Krawall zu machen. Die Meinung der Spieler dazu ist eindeutig: „Die Strafen für solche Fans ist zu gering. Wenn du das auf der Straße machst, kommst du ins Gefängnis.“
„Rivalität puscht auf und gehört maßvoll zum Fußball dazu, aber man soll nie den Respekt vor den Menschen verlieren“, so das Schlusswort von Lars Fuchs.

Wir bedanken uns beim 1. FCM für die Unterstützung bei unserer Arbeit.

Von Juliana Götsche, Julia Bittkau & Celine Herfort, Klasse 7b, Sekundarschule „Am Lerchenfeld“ Schönebeck