Einmal in der Woche frei sein

Es ist 17.15 Uhr. Mathilde G. streift sich ihr blaues Trainings-T-Shirt über, packt ihre Tasche und geht aus dem Haus. Gleich geht es los in das fünfzehn Kilometer entfernte Winterfeld, wo sie bereits seit zehn Jahren tanzt. Die Autofahrt verbringt sie damit, Musik zu hören. Schon im Auto könnte sie anfangen zu tanzen, erzählt die Schülerin. Nach fünfzehn Minuten erreicht sie die Winterfelder Sporthalle. Dann öffnet sie die Tür und blickt in die Gesichter ihrer Gruppenmitglieder. Sie begrüßt die Runde mit einem lauten „Hallo“ und setzt sich auf die Bank. Manchmal müssen die Tänzer noch einige Minuten warten, bis sie in die Halle dürfen, doch diese Zeit wird gerne für Gespräche genutzt, schließlich sehen sich die Jugendlichen nur einmal in der Woche donnerstags zum Tanzen. Man hört Fußtippeln auf dem Gang und das Knatschen der Nachbartür. Jetzt ist es soweit, es geht los, weiß Mathilde. Sie und die anderen Mädchen ihrer Gruppe „Inseparable“ werden mit einem warmen Lächeln ihrer Trainerin Anna Schulze begrüßt. Zunächst erfolgt die Aufwärmung, deren Leitung jede Stunde ein anderes Mädchen übernimmt. Wenn sie fertig sind, heißt es tanzen in den Richtungen Modern Dance und Musical. Sie müssen sich mit dem Einstudieren der Choreographien ranhalten, denn bald steht ein Auftritt an. Sie werden oft eingeladen auf öffentlichen oder privaten Festen zu tanzen. Das ist natürlich immer ein ganz besonderer Moment, wenn die Musik ertönt und man weiß, dass man alles geben muss. „Auch wenn mal ein Fehler passiert, heißt es, einfach weitermachen“, erklärt Mathilde G. Besonders ist es natürlich auch, sich auf solch einen Auftritt vorzubereiten. Am Anfang des Einstudierens ist man meist noch ein wenig unsicher, macht vielleicht den einen oder anderen Fehler, doch das ist nicht dramatisch, denn was zählt, ist das Ergebnis. „Der gelungene Auftritt, der Applaus des Publikums und der bestätigende Blick der Trainerin das berührt am meisten“, erzählt Mathilde G. freudig. Nach einer Stunde ist das Training dann beendet und die Mädchen verabschieden sich voneinander. Mathilde zieht ihre Jacke an, nimmt ihre Tasche und geht aus der Halle. Dann steigt sie in das Auto und freut sich schon auf den nächsten Donnerstag.

Von Mathilde Giese, Klasse 8b, Geschwister-Scholl-Gymnasium, Gardelegen