,,Es ist mehr als nur eine Randsportart“

Magdeburg • Tom Hagendorf, ein Spieler vom Wasserball-Union Magdeburg (kurz WUM), berichtet über seine Sportart im Interview mit Paulina Wieland, Schülerin der achten Klasse des Börde-Gymnasium Wanzleben. Der 24-Jährige spielt auf der Position des Centerdeckers und studiert zudem Berufsschullehrer an der Otto-von Guericke-Universität Magdeburg.

Paulina: Was fasziniert dich an dieser Sportart Wasserball?
Tom: Es fasziniert mich, da es eine Ganzkörpersportart und ein Teamsport ist. Es ist ein schnelles strategisches Spiel, aber es kann auch hart sein. Trotzdem ist es ein faires Spiel und das begeistert mich daran.

Paulina: Wie bist du auf die Sportart Wasserball gekommen?
Tom: Ich habe zuerst beim Fußball in Niederndodeleben gespielt. Aber der viele Trainerwechsel gefiel mir dort nicht mehr. Durch einen Mitspieler in meiner Fußballmannschaft, der schon beim Wasserball mitspielte, habe ich es dann auch mit Wasserball versucht.

Paulina: Seit wann bzw. wie lange spielst du schon Wasserball?
Tom: Ich spiele seit der 3. Klasse beim Wasserball mit. Insgesamt spiele ich 16 Jahre diese Sportart.

Paulina: Was ist das beste Alter um mit Wasserball anzufangen?
Tom: Am besten im jungen Grundschulalter, da man dort die Grundlagen lernt. wenn man aber Voraussetzungen hat, wie zum Beispiel als Rettungsschwimmer, kann man auch später anfangen.

Paulina: Du spielst beim Wasserball-Union Magdeburg mit. In welcher Liga und auf welchen Tabellenplatz seid ihr aktuell?
Tom: Wir spielen in der zweiten Liga und sind auf dem 5. Tabellenplatz.

Paulina: Warum spielst du beim Wasserball-Union Magdeburg?
Tom: Wegen der historischen Wasserballgeschichte, da diese Mannschaft oft DDR-Meister wurde. Es gibt zwar 4 Wasserballmannschaften in Magdeburg, aber unsere ist die größte und die einzige Mannschaft, die auf Turniere bzw. Wettkämpfe geht. Ich spiele in Magdeburg, da dort meine Familie lebt und ich dort studiere.

Paulina: Was wollt ihr dieses Jahr noch erreichen?
Tom: Wir wollen unter die ersten vier in unserer Tabelle. Wir können nicht weiter aufsteigen, weil wir keine Möglichkeiten haben. Wegen unseres kleinen Kaders, müssen wir die Jugend heranführen, da wir zu wenig haben.

Paulina: Wie ist bei euch das Mannschaftsverhältnis/Klima?
Tom: Es ist bei uns eine gesunde Mischung aus Alt und Jung, wie zum Beispiel Familienväter und Studenten. Bei uns trainiert jeder nach seinen Leistungen, also wie man es schafft. Dadurch herrscht ein gutes Klima in unserer Mannschaft. Wir feiern und grillen zusammen im Verein oder auch privat. Darüber hinaus unternehmen wir gemeinsam Freizeitaktivitäten, so dass wir gut miteinander befreundet sind. Bei uns steht der Spaß im Vordergrund, dass stärkt unsere Freundschaft. Zudem haben wir auch Freunde in anderen Gegnermannschaften, trotzdem können wir im Spiel fair und besonnen miteinander umgehen. Wasserball ist mehr als nur eine Randsportart, es schließt auch Freundschaften.

Paulina: Wie heißt euer Trainer? Ist euer Trainer nett und fair euch gegenüber?
Tom: Unser Trainer heißt Holger Dammbrück. Er ist auf jeden Fall nett und fair uns gegenüber und motiviert uns immer gut. Er sucht immer eine gute Mischung aus Leistungssport und Spaß. Außerdem ist er 30 Jahre alt und hat somit keinen großen Altersunterschied zu den Spielern.

Tom Hagendorf & Paulina Wieland | Foto: privat

Paulina: Wie oft trainierst du in der Woche und wie lange?
Tom: Wir trainieren viermal in der Woche je zwei Stunden. Unser Training ist hart, da wir 2-3 km täglich im Training schwimmen. Das Training wird bei uns in Krafttraining, konditionelles, individuelles und taktisches Training aufgeteilt. Es beinhaltet unter anderem Pässe, Torwürfe, lockeres Training, Probespiel, Schwimmen und Taktik. Wir haben auch in der Saison oft samstags Spiele.

Paulina: Würdest du Wasserball weiterempfehlen?
Tom: Ja, auf jeden Fall. Es ist ein körperlich betontes schnelles Spiel, das einem viel abverlangt und individuell ist. Besonders in der Freibad-Saison macht es am meisten Spaß, wenn man draußen spielen kann.

Paulina: Braucht man dafür gewisse Voraussetzungen oder Interessen?
Tom: Interesse am Ball- und Teamsport sollten vorhanden sein sowie Spaß am Schwimmen. Man sollte nicht wasserscheu sein und nichts gegen ein hartes, körperbetontes Spiel haben. Das Schwimmen könnte man zur Not noch beim Wasserball erlernen.

Paulina: Was ist schwer beim Wasserballspielen bzw. was ist heute noch schwer für dich?
Tom: Man muss sich auf die Entscheidungen des Schiedsrichters einstellen und Ruhe bewahren. Außerdem muss man mit hoher körperlicher Belastung im vierten Viertel noch effektiv spielen können und unter hohen Puls noch gute Entscheidungen treffen können.

Paulina: Was ist dein persönliches Ziel, das du mit Wasserball erreichen möchtest?
Tom: Ich möchte, dass Magdeburg zur alten Stärke von der DDR-Zeiten heranreicht und das Wasserball mehr Popularität gewinnt. Durch die Sportart will ich fit und sportlich bleiben und mich vom Alltag ablenken. Außerdem möchte ich weiterhin viel Spaß mit meinen Teamkollegen haben.

Paulina: Wann sollte man mit Wasserball aufhören?
Tom: Es gibt dafür kein bestimmtes Alter, um damit aufzuhören. Aber diesen Leistungssport sollte man nur bis 40 Jahre machen. Danach kann man zu einer anderen Mannschaft, den sogenannten Mastern, wechseln.

Von Paulina Wieland, Klasse 8, Börde-Gymnasium, Wanzleben