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eSport (elektronischer Sport) ist ein Wettkampf, in dem es darum geht, in verschiedenen Computerspielen, wie zum Beispiel Counter-Strike oder Overwatch, der Beste zu sein. Es werden riesige Stadien gefüllt und Preisgelder von mehreren Millionen Dollar ausgeschüttet. Henri Kellerstraß aus der 8/2 des Werner-von-Siemens-Gymnasiums Magdeburg kennt sich mit diesem Thema aus.

Die Anfänge des eSports liegen im Jahr 1972, als es am Campus der Stanford University in Californien darum ging, im Spiel „Spacewar!“ einen möglichst hohen Highscore zu erzielen. Der Preis war ein Abo der Zeitschrift Rolling Stone.

In Deutschland wird eSport teilweise nicht ernst genommen, während es in Asien bereits offizielle Meisterschaften gibt. Jährlich gibt es in Spielen wie Overwatch oder League of Legends mehrere Millionen Dollar Preisgeld zu gewinnen.
Die Overwatch-League beispielsweise bietet ein Preisgeld von 5 Millionen Dollar. Jeder Spieler bekommt von seinem Team einen Lohn, in einem Team sind zwischen 6 und 12 Spielern. Nur zwei der 12 Teams der Overwatch-League kommen aus Europa, nämlich Paris Eternal und London Spitfire, während allein aus China 4 Teams antreten. Das Spannende an der Overwatch-League ist, dass sich jedes Spiel schnell wenden kann und es vor keinem Match einen eindeutigen Favoriten gibt.

Doch mittlerweile erlebt eSport auch in Deutschland einen Aufschwung. Als in der Kölner Lanxess-Arena ein Counters-Strike-Wettbewerb stattfand, war die Arena komplett ausverkauft. Deutsche Teams lagen jedoch nur im Mittelfeld.

Die Frage, ob eSport eine Sportart ist, ist in Deutschland sehr umstritten. Im deutschen Bundestag wurde im November 2018 darüber diskutiert. Der Präsident des eSport- Bundes Hans Jagnow sprach sich deutlich dafür aus. Er sagt, eSport sei eine „junge, dynamische, digitale und zukunftszugewandte Sportart, die eine Beachtung als solche endlich verdiene“. Es gehe nicht nur darum, wie Sport per Definition zu verstehen sei, so Jagnow, sondern darum, wie sich die Teilnehmer dieser Bewegung wahrnehmen. Das seien „Athleten, die motorische, reaktive, strategische und kommunikative Leistungen“ zeigen, die mit denen des „normalen“ Breitensports problemlos vergleichbar seien (Deutsche Welle: eSport erfährt auch weiterhin keine Anerkennung als Sportart. 22.02.2019).
Die Sportwissenschaftlerin Prof. Dr. Carmen Borggrefe von der Universität Stuttgart sieht das anders. Ihrer Meinung nach ist eSport kein Sport. Obwohl man den Körper benutzt sei es keine Sportart. „Es passiert genau das gleiche beim Klicken. Ob ich nun Fifa spiele, ob ich League of Legends spiele, oder ob ich Counter-Strike spiele.“ Es würden also nur Tasten gedrückt, die ihren Sinn erst im virtuellen Geschehen erhalten. Das sei beim traditionellen Sport grundlegend anders, vergleichbar mit dem Musizieren, so Prof. Dr. Borggrefe. Ein Pianist erbringe zweifellos hochkomplexe körperliche Leistungen, aber er „übt dadurch noch keinen Sport aus, sondern er macht Musik.“ (Deutsche Welle: eSport erfährt auch weiterhin keine Anerkennung als Sportart. 22.02.2019)

Um erfolgreich im Bereich eSport zu sein, benötigt man schnelle Reflexe, körperliche Fitness und Strategieverständnis. Es geht nicht bloß um wildes Geballere und einfaches Tastendrücken.
Dass in eSport ein großes Potential liegt, haben auch bereits Bundesligavereine erkannt. So gibt es zum Beispiel beim FC Schalke 04 eine eigene eSports- Abteilung für verschiedene Computerspiele.

 

Von Henri Kellerstraß
Klasse: 8/2
Werner-von-Siemens-Gymnasium