Farbkleckse in Schönebeck

Seit einiger Zeit ziehen die Schaltschränke der Stadtwerke Schönebeck durch ihre farbenfreudigen Bilder die Blicke auf sich. Einige wurden vom bekannten bitterfelder Graffitikünstler Ronny Claus (40) mit viel Liebe, Professionalität und künstlerischem Geschick gestaltet. Über seine Arbeit als Graffitisprayer kam er im März mit Schülern der Klasse 8/2 des Dr. Carl-Hermann-Gymnasiums ins Gespräch.

Ronny Claus sieht seine Lebensaufgabe darin, durch seine Graffitis die Stadtbilder seiner Heimat aufzuhübschen. Der studierte Landschaftsarchitekt hat schon sehr zeitig seine Vorliebe für das Malen und Zeichnen entdeckt. Vor etwa 12 Jahren dann machte er sein Hobby zum Beruf und arbeitet seitdem in vielen Orten Deutschlands – so auch in Schönebeck – als Graffitisprayer. Heute sagt er, dass er sich keinen anderen Beruf mehr vorstellen könnte, da ihm seine Arbeit sehr viel Freude bereitet und jeder Auftrag eine neue Herausforderung für ihn ist. Seine kreativen Bilder zeigen oft Landschaftsmotive.

Zu seinen Auftraggebern gehören nicht nur Firmen wie die Stadtwerke, auch Privatkunden nehmen seine künstlerischen Dienste gern in Anspruch. Oft besucht Claus auch Schulen und Kindergärten, um die Kinder und Jugendlichen für sein Schaffen zu begeistern. Er bezieht sie dann sogar in seine Arbeit mit ein. Seine Bilder zeichnen sich vor allem durch einen eindrucksvollen plastischen Aufbau aus. Solch ein Graffiti kann je nach Format und Größe bei günstigen Witterungsverhältnissen schon mal gut und gerne 3 Wochen bis zur Fertigstellung benötigen.

Um die schmucklosen Schaltschränke in Schönebeck zu gestalten, wurden für die Motivfindung im Vorfeld Kundenmeinungen eingeholt. Die Stadtwerke Schönebeck wollten durch den Auftrag an einen in der Szene bekannten Graffitisprayer den Respekt vor der Arbeit eines Künstlers wecken und dadurch sinnlose Schmierereien an den Schaltschränken unserer Stadt vermeiden. Viele Einwohner, die mit offenen Augen  durch die Straßen gehen, werden sicherlich die schönen Motive des Ronny Claus ansprechen und so ihre Voreingenommenheit gegenüber der Graffitikunst positiv beeinflussen.

Von Jasmin Bilkenroth, Klasse 8/2, Dr. Carl-Hermann-Gymnasium, Schönebeck