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Umfrage zum früheren Leben – Nach einer Umfrage von 10 Senioren, in dem kleinen Dorf Prödel OT Gommern, über das frühere Leben, stellte sich ein interessantes Ergebnis heraus. Von Josie Schön und Hannah Uiffinger.

Die Anwohner wurden zu ihren früheren Freizeitaktivitäten, den früheren Zukunftsplänen und ihrer Meinung zu dem Spruch ,,Früher war alles besser“ befragt. Es stellte sich heraus, dass in den ärmeren Familien die Kinder früher manchmal gar keine Hobbys hatten, da sie sehr viel auf dem Feld, zu Hause und bei den Großeltern helfen mussten. In den besser verdienenden Familien hatten die Kinder mehr Zeit, um sportliche Aktivitäten auszuüben, einem Chor beizutreten oder ein Instrument zu erlernen. Die Mädchen tendierten bei der Berufswahl eher zur Lehrerin, wohingegen die Jungs eher zu den handwerklicheren Berufen tendierten. Eine Frau, die wir befragten, wollte ursprünglich Lehrerin werden, aber als das Haus ihrer Familie abbrannte, musste sie in der 8.Klasse die Schule abbrechen und beim Wiederaufbau des Hauses helfen. Sie konnte dadurch keine richtige Ausbildung machen und musste ihr Leben lang auf dem Feld arbeiten. Somit war sie der Meinung, dass früher nicht alles besser war. Schließlich bekommen wir (Kinder) heutzutage alles, was wir haben möchten, ohne dafür viel zu machen, wohingegen die Kinder früher selten belohnt wurden, obwohl sie viel geholfen und gearbeitet haben. Wir wachsen hier zum Glück in Frieden wohl behütet in unseren Familien auf.

 

Das typische Klischee ,,Früher war alles besser und die Jugend ging noch öfter an die frische Luft“. Foto: Josie Schön und Hannah Uiffinger

 

Die anderen Meinungen zu der Aussage ,,Früher war alles besser“ waren umstritten. Die Mehrheit war dafür, dass früher nicht unbedingt alles besser, aber auch nicht schlechter war. ,,Es war anders, aber auf keinen Fall besser“, so die Meinung einer Bewohnerin aus Prödel. Es war früher beispielsweise alles viel ruhiger, da noch nicht so viel Verkehr auf den Straßen war. Heute ist das Leben allerdings komfortabler, aber aufgrund des Komforts auch stressiger zum Beispiel auf der Arbeit. Früher waren die Kinder mehr in der Natur unterwegs und haben sich viel mit anderen Leuten getroffen. Außerdem wurde angemerkt, dass das frühere Schulsystem besser strukturiert war. Es gab bei Ausfall immer einen Lehrer, der den Unterricht vertreten konnte. Zudem wurde noch angemerkt, dass man durch das Internet, die guten Telefone und sozialen Netzwerke seine Familie und Freunde mal schnell erreichen kann.

Wir waren nach unserer Befragung sehr positiv überrascht, weil wir nicht damit gerechnet haben, dass die älteren Leute der Aussage nicht hundertprozentig zustimmen. Wir finden es gut, dass sie auch etwas Positives in dem heutigen Leben sehen. Außerdem war es sehr interessant zu hören, wie das frühere Leben war und wie sie gelebt haben. Mit einer älteren Dame haben wir uns eine ganze Stunde unterhalten und sie hat uns viel von früher erzählt.

Von Josie Schön und Hannah Uiffinger
Klasse: 8a
„Europaschule“ Gymnasium Gommern

 

Quelle: Umfrage mit Anwohnern, im Dorf Prödel OT Gommern