Gärten für Ankömmlinge

| Foto: Hegel-Gymnasium

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Wenn Flüchtlinge nach Deutschland kommen, brauchen sie Möglichkeiten und Hilfestellungen, um sich integrieren zu können- aus diesem Anlass gibt es in vielen Teilen Magdeburgs Flüchtlingsgärten. Dort arbeiten Flüchtlinge und freiwillige Helfer Hand in Hand, um zum Beispiel Stachel- und Himbeeren anzupflanzen. Jedoch wird der Name „Flüchtlinge“ dort gerne durch „Ankömmlinge“ ersetzt, da diese ja nun nicht mehr flüchten müssen. Auch wenn nicht alle die gleiche Sprache sprechen, ist eine Kommunikation möglich. Zur Not verständigt man sich mit Händen und Füßen. In einem kleinen Interview mit dem Leiter des Projektes, Ralf Weigt, erfahren wir viel über die Gründung und den Aufbau der Flüchtlingsgärten.

SchmaZ Reporter: Wer oder welche Idee hat die Gärten ins Leben gerufen?
Ralf Weigt: Es gab letztes Jahr eine Kunstausstellung in der ehemaligen JVA (Justizvollzugsanstalt). Dafür hatten ich und eine kleine Gruppe anderer Leute einen Garten aufgebaut. Nachdem die Ausstellung vorbei war, haben wir die Hochbeete abgebaut. Dann kam uns die Idee, dass solche Gärten nützlich sein könnten, um den Flüchtlingen zu helfen, sich hier in Magdeburg zu integrieren.

SchmaZ-Reporter: Wie genau helfen die Gärten den Flüchtlingen?
Ralf Weigt: Der wichtigste Grund ist, dass die Flüchtlinge beim gemeinsamen Arbeiten neue Kontakte knüpfen können und so andere Menschen, auch viele Deutsche kennen lernen. Außerdem verbringt man hier seine Zeit auch mit etwas Sinnvollem.

SchmaZ-Reporter: Was bauen sie speziell in diesem Garten an?
Ralf Weigt: Hier vorne, am Eingang, pflanzen wir vor allem Blumen an, um die Anlage zu verschönern. Weiter hinten pflanzen wir, wenn es wärmer wird, auch noch Tomaten, Stachel-, Johannis- und Himbeeren an. Außerdem haben wir vor, später auch noch einige Apfelbäume zu pflanzen, die wir gespendet bekommen haben. Aus den Äpfeln, die wir dann erhalten, wollen wir im Sommer Apfelsaft pressen.

SchmaZ-Reporter: Wie oft treffen sie sich, um in den Gärten zu arbeiten?
Ralf Weigt: Jetzt, da es noch kalt ist, treffen wir uns nur einmal die Woche, immer am Dienstag. Wenn es wärmer wird, werden die Treffen jedoch öfter stattfinden.

SchmaZ-Reporter: Und kann jeder hier mitarbeiten?
Ralf Weigt: Natürlich! Jeder der Lust hat, kann hier vorbeischauen und mithelfen. Auch das Alter ist egal. Es gibt zum Beispiel auch viele Kinder, die hier gerne und mit Begeisterung mithelfen.

SchmaZ-Reporter: Gehen die Kinder, die hier arbeiten, auch schon zur Schule?
Ralf Weigt: Ja, das tun sie meistens. Jedoch dauert es oft eine Weile, bis der Schulbesuch vom Amt geregelt ist. Deutlich schwieriger ist es, Kindergartenplätze zu finden, denn davon gibt es auch für deutsche Kinder nicht genügend.

SchmaZ-Reporter: Kennen Sie noch andere Möglichkeiten, wie vor allem wir als Jugendliche den Flüchtlingen helfen können?
Ralf Weigt: Es gibt viele Möglichkeiten, den Flüchtlingen zu helfen. Zum Beispiel gibt es hier in Magdeburg sechs Willkommensbündnisse, die auch Willkommenscafés besitzen, die ihr besuchen könnt. Dort könnt ihr in Kontakt mit den Flüchtlingen treten, ihnen zum Beispiel bei den Hausaufgaben helfen oder mit ihnen ins Kino gehen.

Viele der Flüchtlinge, die wir getroffen haben, konnten schon sehr gut deutsch und sie haben auch große Pläne für die Zukunft. Einige wollen sogar hier in Deutschland studieren. Alle dort sind sehr aufgeschlossen und freundlich und beteiligen sich gerne an der Arbeit. Für jeden, der sich an der Arbeit in den Gärten beteiligen will, stehen die Türen der Flüchtlingsgärten am Westring jeden Dienstag ab 15.30 Uhr offen.

Von Anna Riegel, Sina Bialdiga & Emely Lehmann, Klasse 8/2, Hegel-Gymnasium Magdeburg