Gelbe Karte für den grünen Punkt – was läuft schief beim Müll-Recycling?

Bei einem Mittagessen am Sonntag habe ich meine Eltern gefragt, wieviel Müll es eigentlich in Deutschland gibt. „Keine Ahnung“ sagte mein Papa und hat vorgeschlagen, gemeinsam mit mir nach Informationen zu suchen. Zum Beispiel gibt das Umweltbundesamt an, dass jeder Bürger in Deutschland 453 kg pro Jahr verursacht.

„Oh, das ist aber viel und wie viele Menschen leben in Deutschland?“ fragte ich meinen Papa. „Na, ungefähr 80 Millionen und zusammen verursachen wir mehr als 36 Milliarden Tonnen Müll pro Jahr.“ Das müssen ja riesige Müllberge sein“, sagte ich danach.

Was alles in unseren Mülltonnen drin ist, habe ich euch in dem folgenden Bild gemalt.

| Bild: Jade Danielzik

„Einen Teil vom Müll kann recycelt werden“ sagte mein Papa. Was heißt denn recyceln? fragte ich ihn. Er erklärte mir das so: „Der Müll in den gelben und blauen Tonnen wird zu einer Fabrik transportiert und dort gesammelt. In der Fabrik wird der Müll nochmal sortiert und zerkleinert. Danach werden die kleinen Schnipsel so aufbereitet, dass sie bei der Herstellung einer neuen Verpackung wieder dazu gemischt werden können. Bei Pappe, Papier, Glas und Metall funktioniert das ganz gut. Mehr als die Hälfte von diesen Müllsorten wird recycelt. Man kann also sagen, dass dafür die Recycling-Quote über 50% liegt.“

Allerdings landen in der gelben Tonne mehr als die Hälfte falsche Sachen. Viele Menschen geben sich bei der Mülltrennung keine Mühe. Dabei hilft doch der grüne Punkt, um zu sehen, in welche Tonne der Müll gehört. Mein Papa erklärt mir das so: „Mit diesem gemischten Material können die Fabriken nichts mehr anfangen und der größte Teil muss trotzdem verbrannt werden. Ein anderer Teil vom Plastik-Müll bleibt gar nicht in Deutschland, sondern wird mit Schiffen nach Asien gebracht, vor allem nach China.“

Im nächsten Bild habe ich Euch gemalt, wieviel Plastikmüll tatsächlich in Deutschland recycelt wird und was in das Ausland transportiert wird.

| Bild: Jade Danielzik

Der größte Teil vom Plastik-Müll wird immer noch verbrannt. Dabei dachte ich bis heute, dass der Müll von den gelben Tonnen wiederverwendet wird also recycelt. Was läuft hier schief?

Mein Papa meinte, dass bald die „Fabriktore von der Weltmüllkippe in China geschlossen werden und Deutschland dann nicht mehr weiß, wohin mit dem ganzen Plastik-Müll, der bislang exportiert wurde. „Noch mehr verbrennen, kann ja wohl nicht die Lösung sein.“

Ich habe eine Lösung, sagte ich zu ihm: „Viele Verpackungen aus Plastik sollen einen Pfand erhalten. Bei Flaschen und Dosen klappt das doch auch! Deshalb gebe ich dem grünen Punkt die gelbe Karte, weil der Inhalt der gelben Tonne noch nicht vollständig wieder genutzt werden kann!“

 

„Es reicht also nicht hin, den Müll zu sortieren?“ fragte ich ihn. „Nein“ antwortete mein Papa. „Wir alle müssen uns noch mehr aktiv bemühen, so viel Müll wie möglich zu vermeiden! Zum Beispiel muss man Äpfel und Gurken nicht noch extra verpacken, sondern man sollte Obst und Gemüse lose im Supermarkt kaufen:“ Ok, die beste Lösung ist also, den Müll zu vermeiden und die schlechteste ist, den Müll auf riesigen Bergen zu lagern.

Ich habe Euch als nächstes Bild eine „Müll-Pyramide“ gemalt. Darauf sehr Ihr, was man mit Müll alles machen kann. Mein Wunsch ist es, dass wir alle helfen, bald nur noch die obersten drei Stufen von dieser Müll-Pyramide zu haben.

| Bild: Jade Danielzik

„Manche Länder auf der Welt haben noch nicht einmal die Fabriken für das Recycling und lagern den Müll auf offenen Deponien, also den riesigen Bergen“ sagte mein Papa. Einiges davon gelangt in den Boden, ins Grundwasser oder sogar in Flüsse. Auf diesem Weg kommt so viel Plastik-Müll in die Ozeane und kann dort nicht entsorgt werden. Mittlerweile schwimmt so viel Plastik-Müll in den Ozeanen, dass es mehr wiegt als alle Meerestiere zusammen, was ich im Film „Der blaue Planet“ gesehen habe. Mir tun die Fische und Vögel sehr leid, weil sie den Müll verschlucken und dann nicht mehr fressen können und am Ende verhungern. Damit das mit dem ganzen Plastik-Müll nicht noch schlimmer wird, habe ich für Euch ein paar Tipps zur Vermeidung.

10 Tipps zur Vermeidung von Plastik-Müll:

  1. Stoffbeutel statt Plastiktüten benutzen.
  2. Obst, Gemüse und Brot lose einkaufen
  3. Milch, Getränke, Joghurt und Nudeln im Glas kaufen
  4. Mehrwegflaschen anstelle von Einwegflaschen verwenden
  5. Akkus statt Batterien nutzen
  6. Brotdose in die Schule mitnehmen
  7. Party ohne Wegwerfbesteck und Plastikgeschirr veranstalten
  8. Holz-Spielzeug anstelle von Plastik-Spielzeug kaufen
  9. Seife und ähnliche Produkte nicht in Plastikflaschen kaufen
  10. Mehr ausleihen und teilen, z.B. Spielzeug

 

 

Von Jade Danielzik, Klasse 4, Grundschule „An der Aller“ Oebisfelde

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