Gewässerschutz durch vollbiologischen Abbau?

Gewässerschutz ist eines der wichtigsten Themen unserer Zeit. Viele Maßnahmen zum Schutz sind bereits erfolgt. So kam es auch im Bereich Kanalisation und Kläranlagen zu Verbesserungen. Während eines Rundgangs im Klärwerk Magdeburg/Gerwisch am 10.04.2018 wollte ich mehr erfahren.

| Foto: Jara Ruderisch

Auf dem riesigen Gelände findet man viele verschiedene Klärbecken und Gebäude. Anfangs ist es relativ schwer sich einen Überblick zu verschaffen. Doch unser Gruppenleiter Matthias Regner meinte: “Das sieht zwar alles sehr verwirrend aus, aber es gibt eine bestimmte Ordnung und Reihenfolge.“
Also gingen wir zur ersten Station -Die Fäkalienannahme. Hier landet unser Wasser nach dem Abwasch oder dem Duschen. Mithilfe von Druckrohrleitungen werden die etwa 2.000 m³ Abwasser pro Tag aus Magdeburg und 21 weiteren Umlandsortschaften ins Klärwerk transportiert.

| Foto: Jara Ruderisch

Beginnend mit der mechanischen Reinigungsstufe startet auch schon die Säuberung in der Rechenanlage. Diese kann man sich wie die Wäschetrommel bei einer Waschmaschine vorstellen. Es werden alle bindenden Feststoffe wie z.B. Toilettenpapier aus dem Abwasser gefiltert, gewaschen, entwässert und anschließend der energetischen Verwertung der Kläranlage zugeführt.
In Folge dessen werden in den Doppelsandfängen mineralische Stoffe wie Sand und Schwimmstoffe (Fette) entfernt. Der Sand wird gewaschen, klassiert und einer stofflichen Verwertung beigeführt. Im Gegensatz dazu bleiben die Fette in der Anlage und dienen später bei der Schlammbehandlung zur Klärgasgewinnung in den Faulbehältern. Danach folgt die Abscheidung der noch im Wasser befindlichen absetzbaren organischen Feststoffe sowie die der verbliebenen aufschwimmenden Stoffe in den vier Vorklärbecken. Aus diesen Reststoffen entsteht der sogenannte Primärschlamm.

| Foto: Jara Ruderisch

In der zweiten, der biologischen Reinigungsstufe werden Mikroorganismen beispielsweise verschiedene Arten von Pilzen abgebaut, wobei der „Belebtschlamm“ entsteht.
In Kaskadenbecken wird die Nährstoffelimination auch bezeichnet als 3. Reinigungsstufe durchgeführt. Bei dieser werden Stickstoff und Phosphor entfernt. Der erforderliche Sauerstoffbedarf wird durch das Einführen von Luft gedeckt.

Bei der Schlammbehandlung wird der anfallende Schlamm (Primärschlamm, Belebtschlamm) in Faulbehältern gelagert. Während der ca. 20 Tage Verweildauer wird er homogenisiert und wandelt organische Bindungen in anorganische um, wobei Klärgas entsteht, welches im eigenen Blockheizkraftwerk energetisch genutzt wird. Mit der so gewonnenen Energie werden 100% des Wärmebedarfs und 50- 60% des Strombedarfs gedeckt.

„Das aus den Kaskadenbecken kommende Wasser gelangt nun in unsere vier Nachklärbecken. Der Belebtschlamm wird durch Sedimentation vom gereinigten Wasser getrennt und kommt wieder über den Zulauf zur biologischen Reinigungsstufe zurück.“ erzählte unser Gruppenleiter.
Das vollbiologisch gereinigte Wasser hat nun Badewannenqualität (95% gereinigt). Es gelangt durch zwei Ablaufleitu

| Foto: Jara Ruderisch

ngen in die 2 ½ km entfernte Elbe.
Ich finde es gut, dass das Thema Abwasser einen so hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft hat. Der sorgsame Umgang jedes Einzelnen mit Wasser hilft unsere Umwelt zu erhalten. Jeder kann dazu beitragen indem er auf seinen Wasserverbrauch achtet.

 

 

 

Von Jara Ruderisch, Klasse 8a, Europaschule Gymnasium Gommern

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