„Gib mir das Leben, jetzt und hier!“

„Gib mir das Leben, jetzt und hier!“ – so versteht Hanna Klingenberg die meisten ihrer Schützlinge im Kinderhospiz der Pfeifferschen Stiftungen. Ein Interview der Schülerinnen Lisa Fischer und Melanie Zibart aus der 8/2 des Albert-Einstein-Gymnasiums Magdeburg.

Die Spendenübergabe in der 7/1 des Albert- Einstein- Gymnasiums. – Foto: Lisa Fischer

Die Stimmung und Situation in einem Hospiz für Kinder verbinden die meisten mit Traurigkeit und wenig Frohsinn, an dem die Kinder in Ruhe Abschied nehmen und die Zeit nochmal genießen können. Die Kinder, die ins Hospiz kommen, haben schon einen langen Weg hinter sich, von vielen Behandlungen und keine Hoffnung auf Heilung mehr. Sie sind in vielen Fällen am Ende ihrer Kräfte, da die Behandlungen besonders kompliziert sind. Doch hier im Hospiz blühen viele nochmal auf. Wiederum bedeutet es auch für die Eltern Entlastung.

Sie können sich entscheiden, ob sie bei ihrem Kind schlafen möchten oder im „Elternbereich“. Die Kinder haben auch Geschwister, um die man sich dort auch hervorragend kümmert, weil diese doch manchmal zu kurz kommen. Wenngleich die Krankenkasse 95% der Kosten aufbringt, benötigen das Hospiz noch die 5%, die sie durch Spenden organisieren müssen. Diese werden für verschiedene Therapien gebraucht. Jährlich muss eine gewisse Summe aufgebracht werden, so Frau Klingenberg. Einer dieser Spender war die 7/1 des Albert-Einstein-Gymnasium. Der Grund dafür war die Vogelhausaktion, die Kinder stellten ihre bemalten Vogelhäuser zur Verfügung, um sie am Tag der offenen Tür für eine Spende zu verschenken. So kamen 150€ zusammen, die am 14. März an Frau Klingenberg übergeben wurden.

Auf die Nachfrage von uns, wie man mit den Angehörigen und Freunden umgeht, erklärte Frau Klingenberg, indem sie Psychologen und ein Platz im Trauerinstitut bereit stellen. Diese begleiten sie auch noch nach dem Tod ihres Kindes. Allerdings ist auch der richtige Umgang mit den Kindern in ihren letzten Tagen eines der wichtigsten Themen, denn das Letzte, was sie möchten, ist Mitleid. So hat sich das Hospiz ein Ritual ausgedacht. Sie formen zusammen mit den Kindern aus ihren Fußabdrücken einen Schmetterling. Einer dieser Schmetterlinge bleibt im Hospiz und der andere wird der Familie mitgegeben. Diese Form von einer Einrichtung existiert seit 6 Jahren und ist bislang das einzige Kinderhospiz in Sachsen-Anhalt.

Der Vorstandsvorsitzender Christoph Radbruch leitet die Pfeiffersche Stiftungen zu Magdeburg–Cracau, dies ist eine milde Stiftung des bürgerlichen Rechts. Kinder und Jugendliche bis zum 27. Lebensjahr werden aufgenommen. Weshalb die Wartelisten nicht selten sehr lang sind, da nur wenige Plätze zur Verfügung stehen. Die Betreuer gehen sehr professionell mit den Familien um, dennoch bleibt es nicht aus, dass es sehr traurige Momente gibt, so etwas liegt in der Natur des Menschen. Aber nicht nur die Kinder sind auf Spenden angewiesen, sondern auch der Hospizbereich für kranke Erwachsene muss unterstützt werden. Sowohl Kinder, als auch Erwachsene, die ins Hospiz kommen leiden an einer tödlichen Krankheit. Im Hospiz wird versucht, ihnen ihre Ängste zu nehmen und Schmerzen bis zum Tod zu lindern. So genießen sie in Ruhe den Abschied von ihren Liebsten.

Von Lisa Fischer und Melanie Zibart
Klasse: 8/2
Albert-Einstein-Gymnasium Magdeburg

Quelle: Interview mit Frau Klingenberg aus dem Hospiz.