Helden der Tiere – Interview mit einem Amtstierarzt

Helden der Tiere | Interview mit einem Amtstierarzt (Herr Müller, Name geändert)

Carl Ole: Wie lange arbeiten Sie schon in dem Beruf des Amtstierarztes?
Herr Müller: Ich denke, es sind inzwischen 10 Jahre.

Carl Ole: Welche Aufgaben hat ein Amtstierarzt?
Herr Müller: Die meisten Amtstierärzte arbeiten bei Landkreisen und kreisfreien Städten in den Ämtern für Lebensmittelüberwachung und Veterinärwesen. Das Aufgabengebiet eines Amtstierarztes ist sehr vielfältig. Die wichtigsten Arbeitsbereiche sind die Tierseuchenbekämpfung, der Tierschutz, die Lebensmittel- und die Arzneimittelüberwachung.

Tami Joris: Welche Arbeitszeiten haben Sie?
Herr Müller: Ich habe eine relativ geregelte Arbeitszeit. Ich fange meistens morgens um 8.00 Uhr an und gehe nachmittags nach Hause. Ab und zu habe ich auch mal Bereitschaftsdienste am Wochenende oder muss abends arbeiten, z.B. wegen eines Tiertransportes oder bei Ausbruch von Tierseuchen. Da ich in Gleitzeit arbeite, kann ich mir die Zeit aber insgesamt gut einteilen.

Carl Ole: Macht Ihnen der Job Spaß? Wenn ja, weshalb?

Herr Müller: Ja wegen der Vielfältigkeit und Abwechslung, die der Beruf mit sich bringt. Außerdem ist man immer unterwegs, weil man ja unterschiedliche Bereiche zu kontrollieren hat. Manchmal ist man auf einem Bauernhof, dann bei privaten Tierhaltern, Imkern oder aber auch in einem Zirkus tätig.

Tami Joris: Wie können Sie einschätzen, dass ein Tier nicht artgerecht gehalten wird?
Herr Müller: Man muss sich mit den rechtlichen Vorgaben auseinandersetzen. Sollte ein Tierhalter diese Bestimmungen ignorieren, muss er mit einer Geldbuße rechnen. Vielleicht wird ihm das Tier auch weggenommen und das Tier dann in einem Tierheim oder auf einen anderen Bauernhof untergebracht. Eventuell müssen Tierhaltungen aufgelöst und Betriebe geschlossen werden. Manchen Tierhaltern wird bei wiederholten oder sehr schlimmen Verstößen ein Tierhaltungsverbot verhängt.

Carl Ole: Würden Sie Ihren Beruf jungen Leuten als Berufsziel empfehlen?
Herr Müller: Klar würde ich es jungen Leuten empfehlen, aber man muss natürlich Tiere mögen, immer motiviert sein und damit zurechtkommen, dass viele Tierhalter den Amtstierarzt nicht so gern sehen. Außerdem trägt man eine sehr hohe Verantwortung und es ist ein harter Weg zum Tierarzt.

Tami Joris: Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?
Herr Müller: Jeder Tag ist anders. Das ist das Schöne an dem Job. Es gibt unglaublich viele Betätigungsfelder. Man weiß morgens nie so genau, was auf einem zukommt. Meistens ist es ein Mix aus Büroarbeit und dem Außendienst.

Carl Ole, Tami Joris: Vielen Dank für das informative Gespräch.
Herr Müller: Bitteschön.

Von Carl Ole Rätzel & Tami Joris Stephan, Klasse 8/3, Francisceum Zerbst