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„Helfende Hände“ – Die Rettung fürs Salzwedler Krankenhaus

Corona, ein Thema, dass schon im letzten Jahr für viel Aufruhr sorgte. Ständige Lockdowns, Schule von zu Hause und das mit Abstand Schlimmste, überlastete und überfüllte Krankenhäuser. Besonders die Krankenhäuser hat diese Pandemie an ihre Grenzen gebracht. Schon am Anfang hatte nicht nur das Altmarkklinikum Salzwedel mit Problemen zu kämpfen. Es fehlten die nötigen Hygieneprodukte. Masken, Beatmungsbetten und Personal waren nur mangelhaft vorhanden. Mittlerweile hat sich dieses Problem wieder gelöst, dafür ist aber ein neues aufgetreten. Das Personal ist dauerhaft überfordert.
Dafür sollen jetzt die ,,Helfenden Hände“ als Entlastung dienen.

Das Verteidigungsministerium unter der Leitung von Annegret Kramp- Karrenbauer hat den Anstoß gegeben, bis zu 20.000 Soldaten zur Unterstützung in der Corona-Situation bereit zu stellen. Es war
vorgesehen, dass diese die medizinischen Einrichtungen (Krankenhäuser, Impfzentren etc.) oder Alten- und Pflegeheime bei der Bewältigung der pandemiebedingten Belastungen unterstützen.

Das Landeskommando der Bundeswehr Sachsen-Anhalt aus Magdeburg hat daraufhin das Ordnungsamt des Landkreises und auch die Krankenhäuser informiert und auf die Möglichkeit der Antragstellung verwiesen. Die Anträge auf Unterstützung der „helfenden Hände“ wurden daraufhin in Absprache mit dem Krankenhaus gestellt und inzwischen auch bewilligt. Mittlerweile sind die ersten Bundeswehrsoldaten vom Panzerpionierbataillon 803 aus Havelberg am Altmarkklinikum eingetroffen und wurden auf die Standorte Gardelegen und Salzwedel verteilt.
In Gardelegen sind zurzeit vier ,,Helfende Hände“ im Einsatz. In Salzwedel dagegen sind es schon zehn.

Die Freude war sehr groß, als die Bundeswehrsoldaten ihren Dienst antraten. ,,Die Soldaten sind keine ausgebildeten Sanitäter und werden das Personal in den Belangen entlasten, die nicht medizinisch sind“ so Hans Thiele. Er ist der Dezernent und Leiter des Ordnungsamtes des Altmarkkreises Salzwedel. Zugleich ist er Oberst der Reserve und Landesvorsitzender der Landesgruppe Sachsen-Anhalt des Reservistenverbandes. An ihrem Ankunftstag wurden die Soldaten auch direkt mit dem Hygienekonzept vertraut gemacht. Sie werden also keine medizinische Arbeit tätigen, dafür wurden sie für andere Aufgaben zugeteilt. Sie sind für unterstützende Arbeiten zuständig, wie z.B. Austeilen von Speisen und Getränken, Einsammeln von Geschirr, Reinigung und Desinfektion von Patientenbetten- und Tischen und Betten machen. Damit kann sich das Personal des Krankenhauses mehr auf die medizinische Versorgung der Patienten konzentrieren. Zwei der zehn Soldaten sollen auch ausgebildet werden, um Corona- Schnelltests durchzuführen. Dabei werden die eingesetzten Soldaten im 14- tägigen Rhythmus ausgewechselt, das heißt nach 2 Wochen werden sie durch neue ersetzt.

Bis jetzt ist vorgesehen, dass die ,,Helfenden Hände“ bis zum 26. März im Altmarkklinikum bleiben, so lange läuft zumindest die Aktion der Bundeswehr, Verlängerung nicht ausgeschlossen. ,,Das ist schon ein ordentlicher Zeitraum“ berichtete Hans Thiele. Auch Dr. Michael Schoof als medizinischer Geschäftsleiter des Altmarkklinikums äußerte sich mit den Worten:,, Das ist eine großartige Aktion, die von uns sehr begrüßt und vom Personal positiv bewertet wird.“
Besonders in dieser Zeit ist das Krankenhaus auf jede Hilfe angewiesen. Durch die ,,Helfenden Hände“ wird ihnen eine große Last abgenommen. Vielleicht ist dies auch ein guter Ansatz für die Zukunft. Auch nach der Pandemie wäre es eine Überlegung wert, das Projekt so oder so ähnlich weiterzuführen. Das medizinische Personal in den Krankenhäusern wäre durch die nicht medizinischen Zusatzkräfte entlastet und hätte mehr Zeit für die eigentliche Tätigkeit „Pflege des Patienten“.

Von Lea-Sophie Danker
Klasse: 8d
Friedrich-Ludwig-Jahn Gymnasium Salzwedel

 

Quellen:

  • Persönlicher Bezug: Tätigkeit von Papa im Krankenhaus und Tätigkeiten meiner Mama im Ordnungsamt
  • Altmarkzeitung vom 15.02.2021
  • Gespräch mit Hans Thiele