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In der Hauptstadt behauptet

Fußball Interview mit Philipp Harant, vom Jugendkicker zum Profi

Beim Berliner AK lief es in dieser Saison lange rund. Der Verein aus dem Stadtteil Moabit belegt in der laufenden Saison mit 48 Punkten Platz 4 in der Regionalliga Nordost. Damit kann der Club noch vom ganz großen Wurf träumen, wenn er seine kleine Schwächephase schnell überwindet. Mit 7 Punkten Abstand ist der BAK nicht mehr in unmittelbarer Schlagdistanz zum Tabellenführer BFC Dynamo. Doch der Aufstieg in die 3. Liga ist noch möglich.

Mittendrin im Aufstiegskampf der Moabiter ist der gebürtige Schönebecker Philipp Harant. Der 22-jährige Innenverteidiger ist in dieser Saison vom 1. FC Magdeburg nach Berlin ausgeliehen worden.  Die Schülerin Xenia Friedrich traf den 1,94 m großen Abwehrspieler zum Exklusivinterview und sprach mit ihm über die aktuelle Saison, seinen bisherigen Werdegang und seine Zukunftspläne. Das Interview musste coronabedingt am 06.02.2022 telefonisch erfolgen, was für das offenen Gespräch zwischen Xenia Friedrich und Philipp Harant aber keine Hürde darstellte.

 

Xenia Friedrich: Philipp, schön, dass du dir für dieses Interview Zeit genommen hast. Du bist nun bereits ein halbes Jahr beim BAK. Wie hast du dich in Berlin eingelebt und wie kommst du in deinem neuen Team zurecht?

Philipp Harant: Ich hatte keinerlei Probleme mich in Berlin einzuleben und habe mich in der Mannschaft recht schnell integrieren können.

 

Mit dem BAK stehst du aktuell auf Platz 4 hinter dem BFC. Dort spielt ausgerechnet Christian Beck, mit dem du bis zur vergangenen Saison beim Drittligisten, dem 1. FC Magdeburg gemeinsam um den Klassenerhalt gekämpft hast. Hast du noch Kontakt zu Beckus? Und wie wollt ihr den BFC noch abfangen, um den ersten Drittliga Aufstieg für den Berliner AK noch perfekt zu machen?

Mit Beckus habe ich mittlerweile eher weniger Kontakt. Wenn ich ihn aber mal bei Spielen sehe, dann unterhalten wir uns. Wir hoffen natürlich, dass wir jetzt all unsere nächsten Spiele gewinnen, und müssen auf Patzer vom BFC hoffen. Wir denken von Spiel zu Spiel und müssen auf jeden Fall im direkten Duell mit dem BFC alles reinhauen.

 

Die Corona-Pandemie hält die ganze Welt in Atem. Überall gibt es Einschränkungen und Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie. Welche Maßnahmen gibt es bei dir im Profifußball? Und, spielst du lieber mit oder ohne Zuschauer?

Das stimmt, die Corona-Pandemie hält uns auch ganz schön in Atem. Beim BAK versuchen wir das Ansteckungsrisiko zu minimieren, indem wir beim Training uns auf drei Kabinen aufteilen, in den Zwischenräumen Masken tragen und darauf achten, dass jeder seine persönliche Trinkflasche benutzt. Ich spiele natürlich lieber mit Zuschauern. Mit Fans im Rücken bekomme ich eine ganz besondere Stimmung, die mich zur Höchstleistung antreibt. Ohne Publikum hat so ein Spiel eher einen Trainingsspielcharakter und man würde eventuell die entscheidende Grätsche nicht versuchen.

 

Wie bist du überhaupt zum Fußball gekommen? Wer waren deine größten Förderer und wer war, deiner Meinung nach, der Trainer, der dich am besten nach vorn
gebracht hat?

Mein Vater und mein Opa haben mich schon, seitdem ich 4 Jahre alt war, mit zum Fußball genommen. Seitdem war ich beim Schönebecker SV aktiv. 2010 wechselte ich dann in die Jugendmannschaft des 1. FC Magdeburg. Und 2011 hieß es für mich sogar Sportschule Magdeburg. Meine größten Förderer waren Marco Kurth in der U17, Erik Burow in der Landesauswahl und Thomas Hoßmang in der U19.

 

Welche Spiele bleiben dir positiv, aber auch negativ besonders in Erinnerung?

Absolut positiv in Erinnerung bleibt mir natürlich mein Profidebüt am 20.07.2019 gegen Eintracht Braunschweig. Eine Achterbahn der Gefühle erlebte ich bei meinem ersten Startelf-Einsatz am 09.06.2020 beim Spiel gegen Hansa Rostock. Zuerst war ich überglücklich, dass ich von Anfang an auf dem Platz stehen kann, doch im Laufe der Partie musste ich verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Eine negative Erinnerung verbinde ich mit dem DFB Pokalspiel der FCM U19 gegen den SC Freiburg. Dort bekamen wir in der 90. Minute einen fragwürdigen Elfmeter gegen uns und schieden mit 1:2 aus dem Pokal aus.

 

Hat dich der Fußball in gewisser Weise geprägt?

Ja, definitiv. Man lernt in einem Mannschaftssport wie Fußball vor allem Disziplin und
Selbstbewusstsein. Und besonders im Haifischbecken Profifußball lernt man, wer sein Freund
und wer sein Feind ist und wer zu einem hält.

 

Bist du stolz auf das, was du bisher erreicht hast?

Ja und nein zugleich. In gewisser Weise denke ich, dass ich in manchen Situationen besser handeln hätte können. Aber im Großen und Ganzen bin ich schon stolz auf meine bisherige Karriere und Luft nach oben gibt es immer.

 

Was sind deine Ziele für die Zukunft? Welche Ziele hast du sportlich? Was sind deine Ziele abseits des Fußballs? Gibt es schon Pläne für die Zeit nach deiner Fußballkarriere?

Meine sportlichen Ziele bestehen darin, dass ich mich fußballerisch weiterentwickle und in naher Zukunft höherklassiger spielen kann. Nach meiner aktiven Profikarriere strebe ich eine Ausbildung bei der Polizei an, um dort später auch in den Polizeidienst einzutreten.

 

Vielen Dank, Philipp Harant, für das Interview und die interessanten Einblicke. Wir wünschen dir weiterhin eine erfolgreiche und verletzungsfreie Saison. Vielleicht sehen wir uns im Sommer in einer höherklassigen Liga wieder.

 

Von Xenia Friedrich

Klasse 9c

Gerhart-Hauptmann-Gymnasium Wernigerode