Isegrim zurück in den Harz? Der Wolf – Die Rückkehr

Was verändert sich durch den Wolf in der Harzregion? Der Achtklässler Timo Löffler vom Gerhart-Hauptmann-Gymnasium in Wernigerode ist der Frage nachgegangen und hat wichtige Information zum Wolf zusammen getragen.

Der Wolf. Foto: Pixabay

Seit am 23.03.1798 der letzte Wolf an der Plessenburg erlegt wurde, war der Wolf im Harz ausgerottet. Im Herbst 2008 bestätigte sich, dass Wölfe wieder in Sachsen Anhalt leben. Es wird vermutet, dass der Wolf aus Westpolen eingewandert ist. Der Harz bietet mit seinen dichten Wäldern ein hervorragendes Besiedlungsgebiet für den einstigen Waldgesellen.

Das Interesse der Wölfe an der Harzregion bestätigte sich in letzter Zeit durch zahlreiche Sichtungen. So zum Beispiel am 20.02.2019 in Wernigerode. Um Erkenntnisse über die Ausdehnung, sowie Informationen über den Verbleib der Jungwölfe abzuleiten, hat Sachsen Anhalt ein Telemetrie-Projekt begonnen. Dazu werden Wölfe mit Sendehalsbändern versehen, um genaue Daten zum Aufenthaltsort der Tiere zu ermitteln. Ziel ist ein grenzübergreifendes Wolfsmanagement.

Das Wolfsmanagement hilft bei der Frage: „In welchen Gebieten haben sich Wölfe angesiedelt?“. Offen bleibt die Frage: „Wie gehen wir Menschen mit dieser neuen Situation um?“.

Jahrhundertelang galt der Wolf als gefährliches und blutrünstiges Raubtier, das Nutztiere und Menschen zerfleischt. Ist das so? „Der Wolf meidet den Menschen“ sagt der Vorsitzende des NABU-Regionalverbandes Nerger. Er sei nicht gefährlicher als andere Wildtiere, solange er nicht provoziert wird, geht er dem Menschen aus dem Weg.

In unserem eng besiedelten Raum und der touristischen Nutzung der Harzregion, sind Begegnungen mit dem Wolf wahrscheinlich. Wenn wir dem Wolf begegnen, sollten wir folgende Regeln beachten:

– Respektvoll Abstand halten
– Ihnen nicht nachlaufen
– Jungtiere nicht anfassen oder aufnehmen
– Wurfhöhlen nicht aufsuchen
– Nicht füttern

Sind Menschen mit Hunden unterwegs, ist Vorsicht geboten. Der Hund sollte an der Seite der Besitzer bleiben um Revierstreitigkeiten zu vermeiden.

Zum Beuteschema des Wolfes gehören überwiegend Rehe, Wildschweine und Rothirsche. Dem Wolf kommt eine bedeutende Rolle im Ökosystem zu. Er sorgt für natürliche Auslese bei kranken und schwachen Tieren. So trägt de Wolf zur Gesunderhaltung seine Beutetiere bei. Wie sich durch die Anwesenheit des Wolfes das Verhalten des Wildes verändert, bleibt spannend.

Der Wolf ist natürlich schlau, wenn er bei der Jagd auf Nutztiere, wie zum Beispiel Schafe, trifft, ist er dieser leichten Beute nicht abgeneigt. Daher muss dem Schutz der Nutztiere wieder mehr Aufmerksamkeit zukommen. Wir alle kennen Zäune und Hunde. Hier eine Alternative: Tino Barth aus Twistingen (Landkreis Diepholz) hat sich zum Schutz seine 200 Schafe 3 Esel angeschafft. Esel haben kein Fluchtverhalten. Sie signalisieren durch lautes „Gebrüll“ – Gefahr! Ob sich ein hungriges Wolfsrudel durch ein zwar lautes, aber nicht flüchtendes Tier, abschrecken lässt bleibt offen.

Um Landwirte und Viehzüchter zu unterstützen greifen Förderprogramme, um Schutzzäune und Herdenschutzhunde zu finanzieren. Ziel muss es immer sein die Konflikte zwischen Menschen und Wölfen zu entschärfen.

Die Rückkehr des Wolfes ist nicht aufzuhalten. Wir Menschen müssen durch sachliche Informationen und geeignete Maßnahmen zur Vermeidung von Konflikten vorbereitet werden. Der Wolf steht immer noch auf der roten Liste und wird durch die Berner Konvention von 1979 und die Flora-Fauna Habitat-Richtlinie der europäischen Gemeinschaft geschützt. Die erfolgreiche Rückkehr des Wolfes hängt zu einem großen Teil von der gesellschaftlichen Akzeptanz ab. Denn: „Begegnet man einem Wolf, sollte man diesen seltenen Moment genießen“ sagt der NABU-Verbandsvorsitzende Nerger.

Von Timo Löffler
Klasse: 8a
Gerhart-Hauptmann-Gymnasium Wernigerode

 

Quellen:

  • www.noz.de/deutschland-welt/niedersachsen/artikel/553120
  • www.harzinfo.de/harz-magazin/naturerlebnis-harz/der-wolf-kehrt-zurück
  • MDR/Id