Ist Hass wirklich nötig?

Emma Karthaus, Klasse 9a des Gerhart-Hauptmann-Gymnasiums, hat sich Gedanken darüber gemacht, warum es Menschen so schwer fällt, andere Menschen so zu akzeptieren, wie sie sind.

Man sollte seine Mitmenschen respektieren. Foto: Pixabay

Menschen so zu akzeptieren, was sie sind. Eigentlich einfach, oder?
Das dachte ich zumindest immer.
Doch je älter ich wurde, desto mehr habe ich gemerkt, dass es doch nicht so selbstverständlich ist. Damit meine ich nicht nur, dass es immer noch homophobe und rassistische Menschen gibt, auch in Deutschland, sondern auch das Mobbing von Leuten, die eine Behinderung oder eine andere Hautfarbe haben als man selbst oder einfach anders als die Norm sind.

Ich denke, es ist eine Mischung aus Angst, Wut oder Neid und Unwissenheit, die den Menschen dazu bringt.
Ein ganz einfaches Beispiel wäre Homophobie. Wenn man sich nur ein bisschen mit dem Thema beschäftigt, bekommt man mit, dass viele Menschen nicht wissen, wie sie mit den Leuten, von welchen sie gerade erfahren, dass sie schwul, lesbisch oder bisexuell sind, umgehen sollen. Unwissenheit! Doch wie soll man über ein Thema Bescheid wissen, welches kaum oder gar nicht in der Schule gelernt wird oder sonst auch gerne einfach verschwiegen wird.

Doch auch Angst spielt hier eine Rolle. Die Angst, dass man selbst oder die eigenen Kinder später einmal homosexuell, bisexuell werden könnten, nur weil man plötzlich einen Kumpel hat, der schwul ist. Das ist natürlich totaler Quatsch, aber dennoch gibt es diese Angst. Ein genauso gutes Beispiel wäre das Mobbing einer Person, weil sie einfach „anders“ ist.

Ganz oft spielt bei so welchen Dingen doch Neid eine Rolle. Vielleicht hat jemand anderes etwas, das man selbst nicht hat und schon versucht man es kaputt zu machen oder demjenigen die Freude daran zu nehmen, einfach nur, weil man selbst es nicht haben kann.
Oder, wenn eine Mutter mit ihrem Kleinkind durch die Stadt geht und ein Dunkelhäutiger an ihr vorbei geht und die Mutter das Kind näher an sich ran zieht. Natürlich könnte man meinen, dass die Mutter nur das Kind schützen wollte, aber warum?
Durch die Nachrichten? Hier ist es wieder die Ungewissheit, die uns dazu führt, etwas zu tun, was diesen Menschen vielleicht verletzt. Nicht alle „Schwarze“ sind Terroristen oder Kriminelle.

Doch was kann man dagegen tun?
Letztlich sind wir auch alle nur Menschen, aber müssen wir wirklich nur aus Angst, Neid oder Unwissenheit andere Menschen schlecht behandeln?
Könnte jemand der „Angst“ hat durch Homosexuelle auch homosexuell zu werden, nicht einfach mal 5 Minuten von seiner Zeit nehmen und im Internet gucken, dass dies weder ansteckend noch schlimm ist?
Könnte man sich nicht einfach für die Person freuen, dass sie etwas hat, was cool ist und fragen, ob man es auch mal haben darf?
Könnte die Mutter mit ihrem Kind nicht einfach normal weiter durch die Stadt gehen, weil, wenn sie so Angst vor dem einen Menschen hat, müsste sie theoretisch auch wegen all den anderen Menschen vorsichtig sein.

Am Ende wünschen wir uns alle, dass wir akzeptiert und respektiert werden und dass wir ein möglichst Problem freies Leben leben können.
Warum also machen wir es uns nicht allen leichter und hassen Menschen nicht wegen solchen Dingen…

Von Emma Karthaus
Klasse: 9a
Gerhart-Hauptmann-Gymnasium Wernigerode