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Der Bogenschießsport. Bogenschießen klingt für Jugendliche erst mal etwas altmodisch. Es ist aber vielmehr eine Sportart, die eine sehr hohe Konzentrationsfähigkeit erfordert und durchaus aktuell und beliebt ist. Ein Artikel von Laura Döring, Klasse 9, Sekundarschule „LebenLernen“ Schneidlingen.

Wolmirsleben. Es ist Freitag, 15.30 Uhr. Die Sporthalle in Wolmirsleben ist mit Leben erfüllt. Das wöchentliche Training der Bogenschützen im Alter von 9 bis 60 Jahren hat begonnen.

Ein Schütze hält seinen Bogen in der Hand. Seine drei Pfeile sind noch im Köcher. Er legt einen Pfeil ein, spannt den Bogen, visiert kurz an und schießt. Sein Ziel ist eine viereckig geflochtene Platte mit einer Papierscheibe darauf. Ein Zischen ist zu hören. Der Schütze senkt den Bogen und schaut glücklich seinen Schuss an. Mitten ins Gelbe getroffen.

Bis dahin ist es aber ein langer Weg. Am Anfang muss sich der Schütze für einen Bogen entscheiden. Ist er Rechts- oder Linkshänder? Möchte er Recurve-, Lang-, Blankbogen… schießen? Bei mir ist es der Rechtshänder-Recurve-Bogen geworden. Trainiert wird meist im Freien auf Sportplätzen oder im Winter in einer Halle.

Das Training beginnt und endet mit dem Auf- und Abbau der Scheiben und der Bögen. Nach einigen Dehn- und Trockenübungen rüstet der Schütze sich mit seinen Utensilien aus. Er steckt seine Pfeile in den Köcher und legt ihn an. Danach legt er den Brust-, Arm und Fingertab an.

Nun nehmen die nächsten drei Schützen ihren Bogen aus dem Ständer und stellen sich in Position. Tief durchatmen, Pfeil einlegen, Ziel anvisieren und die Spannung halten. Alle Gedanken werden ausgeschaltet. Ziel ist es, dass der Pfeil im gelben Ring landet.

Dies alles erfordert sehr viel Konzentration und Disziplin, denn nicht jeder Schuss ist ein Treffer. Wichtig dabei ist, dass sich der Schütze bei jedem Schuss neu konzentriert und motiviert.

Ob im Training oder im Wettkampf, das Spannen und Halten wird nach mehreren Schüssen schwerer und schwerer. Der Sport ist sehr kraftintensiv. Bei den jungen Schützen wird deshalb zwischendurch ein leichtes Krafttraining zum Muskelaufbau empfohlen.

Die Sicherheit steht bei diesem Sport an erster Stelle. Alle Schützen warten, bis der letzte seinen Pfeil abgeschossen hat. Dann bekommen wir ein Zeichen von unserem Trainer, Klaus Walter Pochert (72).

Erst jetzt dürfen die Pfeile eingesammelt werden. Niemand darf vorher den Bereich zwischen Schützen und Scheibe betreten.

Einige Bogenschützen sind sehr ehrgeizig und messen sich gern mit anderen. Die Wettkämpfe sind für verschiedene Altersgruppen und es gibt verschiedene Disziplinen. Zu den beliebtesten Wettkämpfen zählen das Zielscheibe, Feld- und 3D-Schießen. Das Ziel ist und bleibt aber - der gelbe Ring. Um so öfter der Schütze diese Ringe trifft, um so glücklicher und zufriedener ist er.
Mein Ziel ist es, bei den Landesmeisterschaften einen guten Platz zu erreichen.

Leider ist aufgrund der Corona-Epidemie der Termin für das 3D-Schießen im April sicher nicht möglich. Hoffen wir, dass wir im Juni im Bereich Feld-und Waldrunde teilnehmen können.

Also, Bogenschießen ist ein sehr schöner und auch anstrengender Sport. Man muss seine innere Ruhe finden und sich auf sein Ziel konzentrieren können.
Es ist keinesfalls eine altmodische Sportart.

Von Laura Döring
Klasse 9
Sekundarschule „LebenLernen“ Schneidlingen