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Kann der Lehrermangel aufgehalten werden?

Welche Ursachen führten zum Lehrermangel und wie erfolgreich sind die Maßnahmen ihn zu stoppen? Ein Artikel von Luca Timm, Klasse 8b des Jahn-Gymnasiums in Salzwedel.

Es werden immer mehr Lehrer benötigt. Foto: Pixabay / Pexels

Der Lehrermangel ist ein ernsthaftes Problem in Sachsen-Anhalt und betrifft die meisten Schulen des Landes. Welche Ursachen führten zum Lehrermangel und wie erfolgreich sind die Maßnahmen ihn zu stoppen?

Bereits seit einigen Jahren ist das Problem des Lehrermangels bekannt. In den letzten Jahren verschlimmerte sich dieses jedoch stark. Zu Beginn des aktuellen Schuljahres 2018/19 waren in Sachsen-Anhalt etwa 200 Lehrerstellen unbesetzt, trotzdem das Land nach Angaben des Ministeriums für Bildung im Jahr 2018 etwa 1050 neue eingestellt hat. Mittlerweile gehören Unterrichtsausfälle an vielen Schulen in Sachsen-Anhalt zum Alltag.
Um den Lehrermangel unter Kontrolle zu bringen, stellt das Land Sachsen-Anhalt weiterhin auch sogenannte „Seiteneinsteiger“ ein. Seiteneinsteiger sind Bewerber oder Bewerberinnen, die zwar über keine grundständige Lehrerausbildung verfügen, aber dennoch über ein erfolgreich abgeschlossenes Hochschulstudium der entsprechenden Fächer verfügen. Zudem wurde im Februar die bisher größte Stellenausschreibung für Pädagogen im Land gestartet, um die Problematik einzudämmen. Sachsen-Anhalts Bildungsminister Marco Tullner erklärte dazu, dass 800 Stellen an allgemeinbildenden Schulen und 95 Stellen an Berufsschulen zur Verfügung ständen. Den Schwerpunkt dabei bilden die Grundschulen und Sekundarschulen. Begleitet wird die Ausschreibung von einer Öffentlichkeitskampagne unter dem Slogan „#Weltretter. Rette jeden Tag ein Stück der Welt“, um für die Vielfältigkeit des Lehrerberufes zu werben. Ziel ist dabei vor allem junge Pädagogen einzustellen und Schülerinnen und Schüler anzuregen, den Berufswunsch Lehrer in Betracht zu ziehen.
Jedoch könnten weitere Schwierigkeiten auftreten, da die Zahl der Schüler bis zum Schuljahr 2023/24 steigen wird und bis zum Jahr 2031 jährlich durchschnittlich 732 Lehrer pro Jahr aus dem Beruf ausscheiden werden. Der stellvertretender Pressesprecher des Ministeriums für Bildung Sachsen-Anhalts Michael Schulz nannte als Grund dafür, dass über viele Jahre hinweg kaum Lehrer eingestellt worden, da die Schülerzahlen immer weiter gesunken wären. Dies bedeute nun natürlich auch, dass das durchschnittliche Alter der Lehrer vergleichsweise hoch wäre. Zudem steht Sachsen-Anhalt im engen Wettbewerb mit den anderen Bundesländern, die ebenfalls vom Missstand des Lehremangels betroffen sind. Durch dieses große Angebot an freien Stellen ist es besonders schwierig Stellen in ländlichen Regionen zu besetzen. Um dieses Umstand zu beheben bekommen Pädagogen, die sich auf diese schwer zu besetzenden Stellen bewerben, einen Bonus von 500 Euro brutto monatlich.
Der Erfolg der Maßnahmen, um das Problem des Lehrermangels langfristig zu lösen wird sich im Laufe der Zeit zeigen. Michael Schulz sagte dazu: „Bislang ist es mit erheblichem Aufwand gut gelungen, die Probleme des Lehrermangels anzugehen. Die übergroße Zahl freier Stellen konnten besetzt werden.“ Dennoch wird es schwer vor allem die Stellen der Pädagogen, die in den Ruhestand gehen, kontinuierlich zu besetzen. Es bleibt zu hoffen, dass das Missstand schnellst möglich gelöst werden kann, damit es nicht noch häufiger zu Unterrichtsausfällen kommt und das der Unterricht für die Schüler wieder planmäßig abläuft, damit sie genügend Bildung vermittelt bekommen.

Von Luca Timm
Klasse: 8b
Jahn-Gymnasium Salzwedel

Quellen:

  • Interview mit Michael Schulz
  • Pressemitteilungen des Bildungsministeriums Sachsen-Anhalts vom 20. November 2018 und vom 18. Februar 2019
  • https://www.mdr.de/sachsen-anhalt/landespolitik/schulanfang-zweihundert-lehrer-fehlen-100.html