Kindheit in der Nachkriegszeit

Familie, Frieden, Wohlstand, eine behütete und unbesorgte Kindheit – wissen wir das eigentlich zu schätzen? Was für uns heute alles selbstverständlich ist, war vor 70 oder 80 Jahren vollkommen anders.

Kinder, die eigentlich ein ganz normales Leben führen wollten, hatten es sehr schwer. Sie erlebten Schreckliches. So etwas wird man nie wieder vergessen. Mit meiner Oma, Doris Tschalamoff, sprach ich über ihre Kindheit in der Zeit des 2. Weltkrieges. Wie sie erzählte, wuchs sie in Potsdam auf und erlebte, wie die Stadt im April 1945 bombardiert wurde. Sie konnte aus ihrem Schlafzimmerfenster alles beobachten. Mit 5 Jahren so etwas zu erleben und zu wissen, dass etwas Furchtbares passiert, ist für uns unvorstellbar. Außerdem wuchsen viele Kinder ohne einen Vater auf. Auch meine Oma lernte ihren Vater nie kennen. Er war Soldat und kam am Kriegsende in russische Gefangenschaft und starb dort. Doch wie konnte man als Kind noch Spaß am Leben haben, wenn es so zerstört wird? Wie verbrachte man früher als Kind die Zeit? Wir verbringen unsere Zeit nur noch an technischen Geräten. So etwas kannte man früher nicht mal. Man spielte zusammen Spiele im Garten oder auf den Straßen. Spiele wie Völkerball, Abwerfen, Kreisel oder Hopse kennen wir nicht mal mehr. Aber Kinder mussten auch viel Arbeit leisten: Im Garten Unkraut jäten, im Sommer auf den abgeernteten Feldern Ähren sammeln. Für Mädchen gab es auch genug Arbeit z.B. Strümpfe stopfen, Wohnung putzen oder Wäsche waschen.

Eine Welt ohne Frieden ist nicht schön. Kriege, Hass und Zerstörung sollen auf dieser Welt nicht herrschen. Kein Mensch sollte so etwas nochmal erleben, denn so ein Geschehen vergisst man nicht.

Von Matilda Glimm, Klasse 8/2, Dr.-Carl-Hermann-Gymnasium, Schönebeck