Kleine Taten- Große Hilfe! Wenn die Polizei zum Einsatz kommt

Die Polizei hilft uns in allen Lebenssituationen – doch was denken Sie? | Einige arbeiten als Friseur, andere als Lehrer und wiederrum welche als Polizist. Für uns ist es normal und selbstverständlich, doch was denken sie? Wir durften Herrn Sticherling einige Fragen zu seinem Beruf als Polizisten stellen. Dadurch gewährte er uns einen guten Einblick in diesen.

Frauke Rieseler und Zoe Berlin: Wie lange arbeiten Sie schon als Polizist?
Holger Sticherling: Eine gute Frage zum Einstieg. Tatsache in diesem Jahr werden es 30 Jahre in denen ich als Polizist arbeite.

Frauke Rieseler und Zoe Berlin: Haben Sie bei einem Einsatz Angst um Ihre Mitarbeiter?
Holger Sticherling: Ich arbeite nun mal als Polizist. Wir bereiten uns auf jeden Einsatz vor, je nach Einsatzart natürlich intensiver oder schwächer. Wir besitzen bestimmte Hilfsmittel die wir jederzeit einsetzen können. Bei jedem Einsatz ist die Situation anders und man kann keinen Einsatz mit dem anderen vergleichen.
Unsere Polizeistelle bekommt zahlreiche Unterstützung von Dessau oder Magdeburg, die uns jeder Zeit zur Verfügung stehen.

Frauke Rieseler und Zoe Berlin: Was geschieht nach einem Einsatz?
Holger Sticherling: Je nach Einsatzart gehen wir verschieden vor. Meistens werden einzelne Situationen des Einsatzes ausgewertet und es wird überprüft ob eine Straftat vorliegt oder nicht. Weitere Maßnahmen oder Entscheidungen trifft dann der Richter.

Frauke Rieseler und Zoe Berlin: Welche Gedanken gehen Ihnen durch den Kopf wenn Sie zu einem Einsatz fahren?
Holger Sticherling: Wir Polizisten fahren immer zu zweit zu einem Einsatz. Wir treffen Absprachen und überlegen was uns erwarten könnte. Wir passen gegenseitig aufeinander auf sodass uns nichts passieren kann.

Frauke Rieseler und Zoe Berlin: Beschäftigen Sie Einsätze danach auch noch?
Holger Sticherling: Bestimmte Einsätze sind nach Dienstende nicht abgeschlossen. Um mit Einsätzen wie Todesfällen oder ähnlichem besser klar zu kommen können wir psychologische Hilfe in Anspruch nehmen. Jeder Polizist muss seinen eigenen Weg finden um mit bestimmten Situationen besser umzugehen.

Frauke Rieseler und Zoe Berlin: Was war ihr schlimmster Einsatz?
Holger Sticherling: Die schlimmsten Einsätze sind die bei denen jemand ums Leben kommt. Ich persönliche finde Verkehrsunfälle und das Überbringen von Todesnachrichten schlimm.

Frauke Rieseler und Zoe Berlin: Trägt man psychische Schäden davon wenn man als Polizist arbeitet?
Holger Sticherling: Diese Frage kann man nicht verneinen. Wie ich schon erwähnt hatte geht jeder Polizist damit anders um und meistens tritt es nur in Einzelfällen auf.

Frauke Rieseler und Zoe Berlin: Warum haben Sie sich für diesen Beruf entschieden?
Holger Sticherling: Als ich angefangen habe als Polizist tätig zu werden hatten die Leute noch Respekt vor einem. Ich fand den Beruf ziemlich interessant und aufregend. Außerdem wollte ich einen Beruf im Ort und es hat nichts dagegen gesprochen.

Frauke Rieseler und Zoe Berlin: Was denkt ihre Familie über ihren Beruf?
Holger Sticherling: Meine Familie und Kinder kennen mich nicht anders. Sie sind mein Berufsleben gewohnt.

Frauke Rieseler und Zoe Berlin: Gab es in letzter Zeit in Zerbst viele Einsätze mit Asylanten?
Holger Sticherling: Nein, Zerbst ist eine relativ ruhige Ecke. Untereinander gibt es natürlich immer Streitereien aber größere Vorfälle mit Asylanten gab es noch nicht.

Frauke Rieseler und Zoe Berlin: Was denkt die Polizei über Asylanten?
Holger Sticherling: Die Polizei vertritt den Staat vor Gesetz und vor dem Gesetz ist jeder Mensch gleich. Daran müssen wir uns auch halten. Es gilt die Gleichbehandlung und die Polizei entscheidet nicht über Strafen.

Frauke Rieseler und Zoe Berlin: Wann finden die meisten Einsätze statt?
Holger Sticherling: Unter der Woche finden eher weniger Einsätze statt, da viele Arbeiten sind. Einsätze mit Jugendlichen wie Körperverletzung oder Ruhestörungen finden meist von Freitag bis Samstag statt. Immer häufiger passieren Wildunfälle in der Umgebung, sodass in der Stadt meist nicht so viel los ist.

Frauke Rieseler und Zoe Berlin: Macht ihnen der Beruf eigentlich Spaß?
Holger Sticherling: Ich denke, dass es in jedem Beruf schöne und weniger schöne Seiten gibt. Trotz Dessen finde ich meinen Beruf sehr abwechslungsreich und interessant. Man hat viel Kontakt mit Leuten und unternimmt viel, wie Seniorennachmittage (Beratung und Schutz vor Diebstählen etc.) Insgesamt habe ich meiner Meinung nach eine gute Berufswahl getroffen.

Von Frauke Rieseler & Zoe Berlin, Klasse 8, Francisceum Zerbst