Klinikum Magdeburg ,,Vertrauen ist das A&O“

Es gibt immer wieder diese Momente, wo man sich verletzt hat und ins Krankenhaus muss. Doch dort angekommen merkt man gar nicht, was sich hinter den Kulissen abspielt. Das durften Yara-Marie Winkelmann und Hannah Luisa Kühne aus der Klasse 8/4 des Albert-Einstein-Gymnasiums Magdeburg erfahren.

Wenn man mit einer Verletzung ins Krankenhaus kommt, wird man einer medizinischen Versorgungsstufe zugeordnet. Jedoch haben wir uns gefragt, wie es mit einem Patienten ist, der einen Fahrradunfall hatte und dabei ohne Helm gefahren ist. Dies wurde uns gezeigt.

Vor dem Eintreffen im Krankenhaus bzw. der Notaufnahme wird den Ärzten über die Art der Verletzung Bescheid gegeben. Der Patient wird nicht durch den normalen Eingang gebracht, da dies für den Verletzten sehr unangenehm sein kann. Deshalb wird er durch den Hintereingang geschoben. Dort angekommen, gibt es eine Art ,,Schweigeminute“, in der der Patient vom Notarzt den Ärzten übergeben wird. Im Schockraum haben sich schon alle möglichen Ärzte versammelt, die für die bestimmten Verletzungen spezialisiert sind. Nach der Übergabe werden Blut abgenommen, die Wunden gesäubert und der Kreislauf überprüft. Das neue System besteht darin, dass es eine sofortige Einschätzung gibt. Danach geht es sofort zu einer wichtigen Abteilung, der Radiologie. Dort kann ein CT (Computertomographie) durchgeführt werden, das seit 2016 Bestandteil des Krankenhauses ist und bis zu 700.000 Euro gekostet hat. Jedoch kommt es auf die Software und die Materialien an, erklärte uns Margret Konrad, die leitende Medizintechnische Radiologieassistentin (MTRA). Dort arbeiten immer zwei Kollegen. Jedoch entscheidet der Kliniker (Arzt), was gemacht wird: ob der Kopf oder die Gefäße untersucht werden und ob der Patient beatmet wird oder nicht. Bei Bedarf wird die Wirbelsäule geröntgt und wenn nötig, wird der Patient in die DSA/ Angiographie (Darstellung von Gefäßen) gebracht. In diesem Bereich ist Schutzkleidung extrem wichtig.

Klinikum Magdeburg – Foto: klinikum-magdeburg.de

Claudia Pirstorf erklärte uns, dass hier ein Kontrastmittel in die Gefäße gespritzt wird, um sie sichtbar zu machen. Damit sich enge Stellen im Körper aufdehnen, wird ein Ballon aufgeblasen. Damit der Patient nichts merkt, bekommt er eine örtliche Narkose in den nötigen Bereich der Behandlung. Nach der Behandlung legt man dem Patienten einen Druckverband an. Dieser muss 22 Stunden um den Körper bleiben, ohne diesen Druckverband kann es zu einer Verblutung führen.
Wir fragen, ob es auch Unfälle gibt. Claudia sagt: „Wenn man den Ballon zu sehr aufbläst, können die Gefäße einreißen, doch dies passiert sehr selten“. Danach wird der Patient auf die Station B 2.2 gebracht. Dort angekommen, treffen wir auf die Pflegerische Leiterin Beatrix Malli. Sie erzählt uns, dass sich in der „Kanzel“ das komplette Leben der Station abspielt. Da alles sehr nahe beieinander liegt, bekommen alle sehr schnell die Informationen, die sie brauchen. Das heißt, wenn der Patient übergeben wird, wissen die Schwestern genau, was gemacht wurde und passiert ist. Da es auch sehr anstrengend für den Patienten ist, bekommt er die Möglichkeit, sich erstmal 5-10 Minuten auszuruhen. Beim Betreten des Zimmers wird danach gefragt, wie es dem Patienten geht.

Wir erfahren. dass 85% der Patienten am ersten Tag von der Pflege abhängig sind. Uns wird von einer Patientin erzählt, dass die Schwestern sehr nett sind. Zurück an der „Kanzel“ zeigt Beatrix uns noch die Spritzen und Medikamente, ,,Das Allerheiligste der Station“, sagt sie. Die Patienten bekommen hier eine 24 Stunden Versorgung. Eine Vollzeitkraft arbeitet 7,7 Stunden und eine Teilzeitkraft 6 Stunden pro Tag. Nach dem Unfall kann es natürlich sein, dass der Patient sich nicht gut bewegen kann. Dafür wird er dann von Physiotherapeuten betreut. In der Physiotherapie gibt es einen Sportraum, ein Schwimmbad und verschiedene Behandlungsräume. Die Leiterin Frau Herrmann erzählt uns, dass sie nur das machen darf, was der Arzt verordnet (Heilmittelgesetz). Es gibt viele verschiedene Methoden der Behandlung, entweder die passive oder aktive Behandlung. Es können Massagen und manuelle Wassertherapien verschrieben werden. Im Turnraum kann der Patient dann zum Beispiel Treppen steigen üben oder versuchen, auf verschiedenen Ebenen zu laufen. Es gibt auch ein Zellenbad, welches von Wärmekissen erhitzt wird, dies hilft bei Rückenschmerzen.

Das Schwimmbad bietet sehr viel Platz. Es ist 1,36 m tief und hat eine Temperatur von 33°C. Hier wird auch Babyschwimmen ab 4 Monaten bis zum 1. Lebensjahr angeboten. Die Voraussetzung ist, dass die Babys ihren Kopf halten können. Dann gibt es auch noch ein Kleinkinderschwimmen von 1-3 Jahre und 3-6 Jahre, dort darf jeweils nur ein Erwachsener mit. In dem Schwimmbad kann der Patient Aqua-Gymnastik/Fitness machen. Auch Unterwassermassage wird angeboten. Es ist möglich, dass der Patient nach der Entlassung hier immer noch Übungen machen kann. Wir stellen fest, dass die Patienten sehr gut aufgehoben sind.
Das Krankenhaus hat sehr viele Zertifikate, zum Beispiel für gute Überwachung oder besondere OP-Techniken.

Doch zum Schluss haben wir noch eine Frage, denn es interessiert uns sehr, wie das Krankenhaus mit Misserfolgen umgeht. Wir erfahren, dass es wichtig ist, mit anderen darüber zu reden und es nicht für sich zu behalten. Es ist eine so große Familie, jeder ist gut gelaunt. Teamarbeit und Vertrauen spielen hier eine sehr große Rolle.

Von Hannah Luisa Kühne, Yara-Marie Winkelmann
Klasse: 8/4
Albert-Einstein-Gymnasium Magdeburg

Quellen: Frau Cornelia Heller, Ansprechpartner Klinikum Magdeburg