Klostermodell wird ausgestellt

LEGO-Modell lässt Bedeutung des ehemaligen Klosters in Adersleben erahnen | Dass Jugendliche ihre Freizeit nicht nur mit Computerspielen verbringen, bewiesen sieben Schüler, als sie das Ergebnis ihrer Recherchen zum ehemaligen Zisterzienserinnenkloster vorstellten.

Die 10 bis 16jährigen aus beiden Halberstädter Gymnasien wollten gemeinsam eine Woche in den Sommerferien selbständig und sinnvoll verbringen. Selbständig bedeutete ohne Erwachsene die Ferienwoche zu planen und auch durchzuführen. Bei der Wahl einer sinnvollen Beschäftigung einigten sich die sieben Gymnasiasten auf ein Geschichtsprojekt, um der im Unterricht erlernten Theorie in der Praxis auf den Grund zu gehen. Durch den lokalen Bezug kamen sie auf die Idee, die Geschichte des Aderslebener Klosters zu erforschen. Als Ort für das einwöchige Zeltlager wurde der Pfarrgarten der St. Nikolaus Gemeinde in dem Wegelebener Ortsteil gewählt.

Die inhaltliche und finanzielle Organisation lag in den Händen von Emanuel Mauritz für das Projekt vom 3.06.2016 bis zum 10.06.2016. Zu seiner Motivation sagte er: „Geschichte hat mich schon immer interessiert und die Aussicht in diese tiefer eintauchen zu können, hat mich angetrieben.“ Claudia Bäuerlein hatte die Organisation der Essensversorgung unter sich. „Bei allen Arbeiten wie dem Einkaufen, Tischdienst und natürlich dem Kochen hatte ich immer fleißige Helfer.“ berichtete sie.

Um sich an das Thema Klosterleben heranzutasten, machten die Schüler einen Ausflug nach Walkenried und ließen sich dort durch das Zisterzienser-Museum führen. Zur Vertiefung der Thematik luden sich die Jugendlichen den Benediktinerpater Antonius von der Huysburg ein, der ihnen vom Klosterleben früher und heute berichtete. Gern war auch der Geschichtslehrer Herr Spix bereit, nach Adersleben zu kommen und über allgemeine geschichtliche Ereignisse zur Zeit des Klosters (1260-1809) zu sprechen. Als dritter Referent erklärte der ehemalige Geschichtslehrer und Ortschronist Herr Grohmann den Jugendlichen den Umgang mit Chroniken und erzählte von der Klostergeschichte. Als Informationsquelle diente neben der Ortschronik auch die Chronik des Burchardi-Klosters in Halberstadt, welches das Mutterkloster von Adersleben war.

Beim Aufbau des Models: Emanuel Mauritz (links) und Claudia Bäuerlein | Foto: Elisabeth Mauritz

Neugierig durchstreiften die Jugendlichen das Klostergelände. Sie machten sich Gedanken zur ursprünglichen Nutzung der einzelnen Bauten, suchten und entzifferten die daran befindlichen Wappen. Anhand einer selbst entworfenen Zisterzienser-Bauordnung wurden die einzelnen Gebäude unter die Lupe genommen. Anschließend machten sich die Jugendlichen daran, mit Maßband und Lasermessgerät die noch vorhandenen Bauten und Ruinen zu vermessen. Mit diesen Daten wurde ein Lageplan gezeichnet. Unter Claudias Federführung wurden dann die Kirche, das Kloster, die Propstei, das Torhaus, die Mühle, die Brennerei, der Taubenturm sowie die Scheunen und Ställe maßstabsgetreu aus LEGO-Steinen nachgebaut.

Nachdem das Modell der Gemeinde vorgestellt wurde, fand es nun unter einem Glaskasten seinen Ehrenplatz im Kreuzgang der St. Nikolaus-Kirche. Dort ist der gesamte Klosterkomplex zu seiner Blütezeit um 1800 zu sehen. Farblich abgesetzt sind dabei die Gebäude, die heute nur noch als Ruinen bzw. überhaupt nicht mehr vorhanden sind.

Katharina Bäuerlein (13) stellte rückblickend fest: „Die Projektwoche hat einen riesen Spaß gemacht  und war im wahrsten Sinne des Wortes Geschichte zum Anfassen.“

Von Elisabeth Mauritz, Klasse 8a, Käthe-Kollwitz-Gymnasium, Halberstadt