Krebs – heute noch todbringend?

Heutzutage erkranken fast jährlich über eine halbe Millionen Menschen an Krebs. Aber was ist Krebs überhaupt und, ist es heilbar? Ein Artikel von Leonie Theiß.

Als 5000 v. Chr. das erste Mal Krebs diagnostiziert wird, wusste man noch nicht, was für Auswirkungen diese Krankheit auf die heutige Zukunft haben würde. Diese krankhaften Veränderungen an den Körperzellen sind die vermehrten Krebszellen, die, anders als die gesunden Körperzellen, sich nicht problemlos entwickeln, teilen, wachsen und absterben können. Sie können sich nur immer wieder teilen, wodurch Geschwulste entstehen. Mediziner bezeichnen diese bösartigen Krebszellen als maligne Zelle, die immer tiefer in das angrenzende Gewebe eindringen, sich dort vermehren und das noch gesunde Gewebe zerstören. Es gibt allerdings auch Krebstumore, wie Verhärtungen oder Schwellungen. Diese bösartigen Tumore können die Entstehung von Metastasen (Tochtergeschwulste) zur Folge haben.

Statistik 2014 – Foto: Zentrum für Krebsregisterdaten im Robert-Koch-Institut

Sind nur bestimmte Menschen betroffen?
Nein. Jeder Mensch kann an Krebs erkranken. Männer erkranken in einem wissenschaftlich nachgewiesenen Durchschnittsalter von 68 Jahren, Frauen liegen bei 69 Jahren. In Deutschland gibt es pro Jahr ca. 450 000 bis 500 000 Neuerkrankungen. Im Jahr 2000 waren es „nur“ 395 000, darunter ca. 200 000 Männer und 195 000 Frauen.

Gibt es Unterschiede bei Krebserkrankungen?
Die Krebserkrankungen kann man in zwei Gruppen unterteilen. Es gibt die soliden (harte, feste) Tumore und die bösartigen Hämoblastoren. Die soliden Tumore werden in Karzinome und Sarkome gegliedert. Karzinome entstehen aus Hautdeckzellen (auch Epithelzellen), Drüsen-, oder Schleimhautzellen. Sarkome bilden sich zum Beispiel aus Muskelzellen, Knochenzellen, Fettzellen oder entarteten Bindegewebszellen. Hämoblastoren hingegen entstehen aus Blutzellbestandteilen oder blutbildenden Organen. Leukämie ist eine Form von einer Hämoblastorenerkrankung.

Welche verschiedenen Krebsarten gibt es?
Insgesamt gibt es mehr als 300 verschiedene Krebsarten, eine davon ist Leukämie. Die Häufigkeit dieser Arten variiert nach Geschlecht, es gibt aber auch Geschlechtsübergreifende Krebsarten wie zum Beispiel Darmkrebs, Lungenkrebs, Hautkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, None-Hodkgin-Lymphomen und viele mehr. Krebs, der nur bei Frauen vorkommt, ist zum Beispiel der Brustkrebs oder der Gebärmutterhalskrebs. Prostatakrebs, im Gegenteil, kommt nur bei Männern vor.

Was sind Ursachen einer Krebserkrankung?
Man hat bis heute noch keine genauen Ursachen gefunden. Mediziner gehen von zahlreichen Risikofaktoren, wie einer genetischen Veranlagung, einer ungesunden Ernährungsweise, zu hohem Tabakkonsum, ionisierender Strahlung (z.B. Röntgenstrahlung), Umweltgiften, zu hoher UV-Strahlung oder bestimmten Infektionen wie HPV (humane Papillomviren) oder Hepatitis-B aus.

Woran erkennt man Krebs?
Krebs ist nicht leicht zu diagnostizieren, da im frühen Stadium meistens keine oder wenn nur geringfügige Symptome auftreten. Mediziner und Ärzte zählen zu den möglichen Krebssymptomen unter anderem Hautveränderungen, dauerhafte Verdauungs-, Magen-, Darm-, und Schluckbeschwerden aber auch Knoten, die sich in Brust und Hoden ertasten lassen, chronische Müdigkeit und Leistungsschwäche, Wunden oder Geschwüre, die nicht heilen oder dauerhafte Appetitlosigkeit und unerklärbarer Gewichtsverlust.

Auf welche Untersuchungen sollte man sich einstellen?
Da Krebs ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste Todesursache ist, sollte man sich auf eine frühe, überaus wichtige Diagnose einstellen. Je früher der Tumor erkannt wird, desto höher sind die Heilungschancen für die betroffene Person. Der erste Schritt der Diagnose ist die ausführliche Befragung des Patienten. Der Arzt fasst daraus die Lebensumstände, die Krankheitsgeschichte und die Symptome des Patienten zusammen. Der zweite Schritt ist die körperliche Untersuchung der erkrankten Person. Zu dieser Untersuchung zählen Blut-, und Röntgenuntersuchungen, aber auch Ultraschalluntersuchungen (Sonographie), die Skelettszintigraphie zum Aufspüren von Tochtergeschwulsten, die Computertomographie (CT), die Magnetresonanztomographie (MRT) und ganz besonders wichtig ist auch die operative Entnahme von Gewebeproben (Biopsie) und die anschließende Laboranalyse.

Wie heilt man Krebs?
Wenn bei der Diagnose ein positiver Wert für eine Krebserkrankung spricht, gibt es eine individuelle Abstimmung der Behandlung, denn eine optimale Behandlung richtet sich nach Tumorart und Ausbreitung dieser. Bei der Krebstherapie gibt es drei sogenannte „Grundsäulen“. Diese Grundsäulen sind zum Einen die OP (ein chirurgischer Eingriff wo der Tumor aus dem Körper entfernt wird), zum Anderen Die Chemo-, und Strahlentherapie. Bei der Chemotherapie werden spezielle Zytostatika (Zellgifte) benutzt, um die Teilung der Krebszellen zu stoppen oder das Absterben zu bewirken. Die Zellgifte greifen zwar auch die gesunden Körperzellen an, diese erholen sich aber im Gegensatz zu den Krebszellen. Die Strahlentherapie bekämpft die Krebszellen gezielt mit Elektronen-, oder Röntgenstrahlen. Dadurch verliert der Tumor an Umfang oder wächst nicht weiter. Es gibt auch noch andere Behandlungsmöglichkeiten wie die Hormontherapie, die bei hormonabhängigen Krebsarten wie Prostata-, oder Brustkrebs zur Anwendung gelangt, die Antikörpertherapie (Immunbehandlung), in deren Verlauf spezielle Antikörper die Krebszellen angreifen oder die zielgerichtete Krebstherapie, bei der zielgerichtete Arzneimittel gegen die Tumorzellen vorgehen.

Wo kann man sich von Krebs erholen?
Nach einer erfolgreichen Krebsbehandlung sind die meisten Patienten sehr erschöpft und kraftlos. Auch der Übergang in das gewohnte Alltagsleben ist für diese Menschen sehr anstrengend. Um bei diesem Übergang zu helfen, sind sogenannte Rehabilitationsmaßnahmen wirksam. Die onkologische Rehabilitation sichert den Therapieerfolg und wirkt möglichen Spätfolgen entgegen. In einer Reha-Phase gibt es medizinische Behandlungen die physische Auswirkungen der Krebserkrankungen mildern oder sogar beseitigen. Zu Reha-Maßnahmen zählen unter anderem eine gute Beratung über die richtige Ernährungsweise, die Physiotherapie durch ausgebildete Physiotherapeuten und ausreichend Bewegung.

Viele Menschen denken, dass Krebs in kürzester Zeit automatisch ein Todesurteil darstellt. Aber wenn die schwere Erkrankung frühzeitig erkannt wird, lässt sich oftmals eine Heilung ermöglichen. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, Krebsfrüherkennungsuntersuchungen regelmäßig wahrzunehmen.

Von Leonie Theiß
Klasse: 8a
Friedrich-Ludwig-Jahn Gymnasium Salzwedel

Quellen: Zentrum für Krebsregisterdaten im Robert-Koch-Institut Berlin