Kunstzauber

Der Zauberer von Magdeburg. Thomas Schmidt-Ehrenberg bietet wundervolle Neuinterpretation des alten Klassikers. Am 10.3.2017 bot Thomas Schmidt-Ehrenberg (Regie) mit der Hilfe von Tomohiro Seyama (Musikalische Leitung) den Zuschauern des Theaters Magdeburg eine zauberhafte Vorstellung, des von Schmidt-Ehrenberg neu interpretierten, Stücks „Der Zauberer von Oz“.

Am Anfang ging es in den, bis auf den letzten Platz, ausverkauften Saal. Man guckte sich um und bemerkte relativ schnell, wie die Musiker im Orchestergraben zum letzten Mal vor dem großen Auftritt ihre Stücke probten. Es herrschte Hektik. Langsam begaben sich alle zu ihren Plätzen und warteten gespannt auf den Anfang des Musicals. Der Orchestergraben verstummte, der Saal wurde verdunkelt und auch die Zuschauer verstummten schlagartig. Plötzlich begann der Orchestergraben die Stille zu brechen und füllte den Saal mit bombastischer Musikinterpretation des Stückes „Over the Rainbow“, zu Deutsch „Über dem Regenbogen“. Der Vorhang ging auf und die Geschichte begann.

Dorothy Gale (Inga Krischke) ist ein einfaches Bauernmädchen und lebt im, für sie, öden Kansas. In diesem hatte sie bis auf ihrem Handschuh Toto keine weiteren Freunde. Und das fand ihre griesgrämige Lehrerin (Peter Wittig) gar nicht gut und beschloss Kurzerhand ihr Toto wegzunehmen. Am Boden zerstört vor Wut und Trauer beschloss Dorothy wegzulaufen.

Durch einen Wirbelsturm gelangte sie ins Zauberland von Oz. Der „Flug“ dorthin wurde durch Spezialeffekte auf einer Leinwand durch bunte, magisch wirkende Farben veranschaulicht, um genug Zeit zu bieten das Bühnenbild zu verändern. Im Zauberland angekommen beging sie auch so gleich eine, für die Bewohner von Oz sehr große, Heldentat, indem sie bei ihrer Landung die böse Hexe des Ostens zerquetschte. Verwundert über die neue Landschaft mit all ihren Begebenheiten begegnete sie der guten Hexe des Nordens (Ks. Undine Dreißig).

Sie riet ihr, auf die Suche nach dem Zauberer von Oz (Manfred Wulfert) zu gehen, um nach Hause zu gelangen, nachdem sie sich jetzt schon wieder sehnte. Auf dem Weg zum Zauberer folgte sie immer weiter dem gelben Weg zum Zauberer. Auf diesem begegnete sie nacheinander seltsamen Gestalten. Zuerst begegnete sie der, auf einem Feld stehenden, Vogelscheuche (Christian Miebach), die sich ein Gehirn wünschte. Danach dem Blechmann (Alexander Soehnle), der sich ein Herz wünschte, und danach dem Löwen (Jan Rekeszus), der sich Mut wünschte. Sie gingen immer weiter auf dem gelben (unendlichen) Weg zum Zauberer, vorbei an vielen Gefahren, die die böse Hexe des Westens (auch Peter Wittig) heraufbeschwor, um den Tod ihrer Schwester zu Rächen und um an Dorothys Schuhe heranzukommen. Nachdem sie vielen Gefahren entgangen sind und dem Weg weiter folgten, erreichten sie endlich ihr Ziel. Smaragdstadt, das Heim des Zauberes von Oz. Dieser war allerdings nicht so hilfsbereit, wie alle anfangs dachten, und beauftragte sie damit , die böse Hexe des Westens zu vernichten, um ihre Wünsche zu erfüllen. Gesagt getan. Nachdem Dorothy anfangs gefangengenommen und dann von ihren Freunden gerettet wurde, schafften sie es, die böse Hexe zu besiegen. Wieder beim Zauberer angelangt stellte sich heraus, dass der Zauberer nur ein einfacher Abenteurer war, bevor er, wie Dorothy, durch einen Wirbelsturm ins Zauberland kam und nun versucht jedem zu helfen. Der Vogelscheuche gab er ein Diplom, damit er sich klüger fühlte, dem Blechmann eine Uhr, um einen Herzschlag zu simulieren und dem Löwen einen Orden des Mutes. Er machte ihnen klar, dass sie schon immer ein Gehirn, Herz beziehungsweise Mut besaßen. Allerdings bei dem Versuch Dorothy zu helfen verschwand der Zauberer durch einen Unfall. Doch zum Glück half ihr die gute Hexe des Nordens nach Hause zu kommen. Wiederwillig verabschiedete sich Dorothy von ihren neu gewonnenen Freunden. Wieder Zuhause angekommen glaubte natürlich keiner ihre Geschichte, aber insgeheim wusste Dorothy, dass sie jetzt Freunde hatte.

Ich finde, dass das Stück einfach zauberhaft war. Die Musikelemente wurden passend mit umwerfender Melodie eingebaut. Jedes Lied passte zu der jeweiligen Situation auf der Bühne. Das dann noch ergänzt durch wundervollen Gesang der Schauspieler, bunte und ausgefallene Bühnenbilder sowie Kostüme, ausgefallene Tänze und unterhaltsamen Dialogen ergab für mich das perfekte Musical. Das Stück ist sowohl geeignet für Leute, die die Geschichte schon kannten, da diese Neuinterpretation genug Neues bieten kann, aber auch für jüngere Menschen, die die Geschichte noch nicht kannten, da die Handlung immer anschaulich und einfach zu verstehen ist. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass „Der Zauberer von Oz“ eine zauberhafte und gelungene Neuinterpretation des alten Klassikers ist und wer noch nicht in diesem Stück war, verpasst definitiv hohe Kunst!

Von Timo Schmidt, Klasse 8a, Europaschule Gymnasium Gommern