Laktose-Intoleranz – Jeder fünfte Deutsche davon betroffen!

Luca Frosch aus der 9b des Gerhart-Hauptmann-Gymnasiums in Wernigerode ist der weit verbreiteten Unverträglichkeit von Laktose auf den Grund gegangen.

Milch enthält Laktose. Foto: Pixabay

In Deutschland leiden Schätzungen zu Folge 15 bis 20 Prozent der Menschen unter einer Laktose-Intoleranz, sie vertragen Milchprodukte schlecht und bekommen von Milch und Co. typische Beschwerden wie Bauchschmerzen, Übelkeit und Blähungen. Bei den Betroffenen der Milchzuckerunverträglichkeit liegt ein Mangel des Enzyms Laktase vor, das heißt, Laktose kann im Dünndarm nicht gespalten werden und auf natürliche Weise verdaut werden. Der Milchzucker gelangt unverdaut in den Dickdarm, wo er von Bakterien aufgenommen und zu Milchsäure, Essigsäure und verschiedenen Gasen, wie zum Beispiel Methan und Kohlendioxid verarbeitet wird.

Bei gesunden Säuglingen wird während der Stillzeit noch genug Laktase produziert. Erst mit der Umstellung von Milch auf feste Kost nimmt die Produktion von Laktase ab. Wie viel Laktase der Körper produziert, variiert in den verschieden Bevölkerungsgruppen. Am häufigsten leiden an Laktose-Intoleranz Menschen in Asien und Afrika, dort sind mehr als 90 Prozent der erwachsenen Bevölkerung betroffen. In der asiatischen Küche wird deshalb komplett auf Milchprodukte verzichtet. Zehn Prozent der Europäer und Amerikaner haben im Erwachsenenalter einen Laktasemangel. Die Zahl der Laktose-Intoleranten hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Allein im Alter von 60 Jahren leiden mehr als 70 Prozent der Europäer an der Milchunverträglichkeit. Dies kann viele Ursachen haben.

Man unterscheidet in primäre und sekundäre Laktose-Intoleranz. Die primäre Laktose-Intoleranz wird unterteilt in endemische Laktose-Intoleranz, dass heißt es sind Menschen in wärmeren Gegenden der Erde betroffen. Sie kriegen die Milchzuckerunverträglichkeit meist nach dem fünften Lebensjahr, jedoch ist es rückbildungsfähig. Bei der zweiten Form des primären Laktasemangels handelt es sich um einen angeborenen Laktasemangel, dabei handelt es sich um einen seltenen Gendefekt bei dem das Enzym Laktase schwach aktiv ist. Dies führt ohne Behandlung im Säuglingsalter zu schweren Entwicklungsschäden. In der dritten Form handelt es sich um Entwicklungsbedingte Laktose-Intoleranz, bei der Form sind Frühgeborene und Kinder betroffen, jedoch mit der Chance auf Rückbildung. Für die sekundäre Laktose-Intoleranz sind Erkrankungen des Dünndarms wie zum Beispiel Magen-Darm verantwortlich. Dabei können Anteile des Dünndarms beschädigt werden. Außerdem kann auch die Einnahme von bestimmten Medikamenten, wie zum Beispiel Antibiotika oder Zytostatika für die sekundäre Laktose-Intoleranz verantwortlich sein. Dieser Laktasemangel kann jedoch nur vorrübergehend oder auch lebenslang bestehen bleiben. Die Beschwerden bei diesen Arten der Milchzuckerunverträglichkeit können jedoch individuell sein. Es hängt davon ab wie schwer der Laktasemangel ist und wie viel Milchzucker man zu sich nimmt. Unmittelbar oder einige Stunden nach dem Genuss von laktosehaltigen Lebensmitteln können Beschwerden wie Bauchschmerzen, Übelkeit, Unwohlsein, Durchfall, Blähungen, kalter Schweiß oder auch Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Schlafstörungen und depressive Verstimmungen auftreten.

Um jedoch erst einmal heraus zu finden, ob man Laktose-Intolerant ist, sollte man einen Test machen. Man kann es zum Beispiel mit einem Laktase-Toleranztest bei dem man 50 Gramm reinen Milchzucker mit Wasser gemischt trinkt und dann den Blutzuckerspiegel misst. Wenn der Patient Laktose-Intolerant ist sollte der Blutzuckerspiegel nicht ansteigen, da die Laktose im Darm nicht gespalten werden kann. Ein anderer Test wäre zum Beispiel der H2-Atemtest. Bei diesem Test muss der Patient eine Laktoselösung auf nüchternen Magen trinken, dabei gibt ein Patient der Laktose-Intolerant ist vermehrt H2 durch die Abgabe von Wasserstoff ab. Dies wird dann mit einem Gerät gemessen. Als letzte Variante, um die Laktose-Intoleranz professionell zu testen, gibt es noch den Gentest, dort wird bei dem Patienten ein Abstrich von der Magenschleimhaut gemacht. Wenn man durch so einen Test dann das Ergebnis bekommt, dass man Laktose-Intolerant ist, sollte man entweder gänzlich auf Milchprodukte verzichten oder Medikamente in Form von Tabletten oder Kaudragees, welche das fehlende Laktase enthalten, zu sich nehmen. Diese Medikamente sollten vor dem Verzehr von milchhaltiger Nahrung eingenommen werden. Man kriegt diese Medikamente rezeptfrei in Apotheken und in Reformhäusern. Wenn man sich für die erste Variante entscheidet sollte man Lebensmittel wie Milch, Schokolade, Butter, Teigwaren, Wurstwaren und Medikamente nicht zu sich nehmen. Mit Ausnahme von vollreifem Hartkäse und Sauermilchprodukten. Außerdem sollte man auf die Einnahme von Kalzium achten, da Kalzium für den Knochenbau sehr wichtig ist. Kalzium ist zum Beispiel in Fleisch, Brokkoli, Grünkohl, Tomaten und Sojaprodukten enthalten. In vielen Supermärkten gibt es auch schon Produkte die auf Menschen mit Laktose-Intoleranz spezialisiert sind.

Von Luca Frosch
Klasse: 9b
Gerhart-Hauptmann-Gymnasium Wernigerode

 

Quellen:

  • https://www.tk.de/techniker/service/gesundheit-und-medizin/behandlungen-und-medizin/allergien-und-unverträglichkeiten/was-ist-laktose-intoleranz-2021336
  • https://www.nahrungsmittel-intoleranz.com/de/laktoseintoleranz-informationen-symptome/was-ist-laktoseintoleranz.html
  • eigene Erfahrungen