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Manspreading – gesellschaftliches Problem?

Vor einigen Jahren entbrannte eine kontroverse Debatte. Der Begriff Manspreading bezeichnet das Verhalten von Männern an öffentlichen Orten wie Bus, U-Bahn oder Parkbänken. Gemeint ist die Haltung, mit gespreizten Beinen zu sitzen. Aber ist dieses Thema noch aktuell oder schon verjährt? Ein Artikel von Simon Pfützner.

Das Problem scheint naheliegend. Sobald man in eine Straßenbahn geht, sieht man Männer mit gespreizten Beinen. Aber blockiert das die Frauen wirklich?

Klar ist auf jeden Fall, dass das Blockieren der Sitzplätze in Bus und Bahn nicht nur auf Männer zutrifft. Bei Frauen gibt es dieses Phänomen auch, nur dort heißt es She-Bagging. Dabei blockiert eine Frau mit ihrer Tasche den Nachbarsitz und damit eine Sitzgelegenheit. Aber am Ende ist beides dasselbe Problem: es wird keine Rücksicht auf Mitmenschen genommen. Bei Männern ist die Lösung relativ einfach: die Beine Schulterbreit auf den Boden stellen.

Allerdings kommt das Fehlverhalten der Männer nicht von der heutigen Gesellschaft. Eine Erklärung dafür kommt aus dem Tierreich. Wie Carsten Niemitz, ein Verhaltensbiologe in einem Interview des rbb erklärt, ist das Verhalten auf die Primaten, den höheren Affen zurück zu schließen. Dort gab es nämlich ein Genitalpräsentieren, welches die weiblichen Affen beeindrucken sollte.

Zum ersten Mal wurden dagegen in Spanien vorgegangen. 2017 wurden in Madrider Bussen und Bahnen Hinweise aufgeklebt, die explizit aufforderte nicht breitbeinig andere Fahrgäste zu vergraulen. Von der Bevölkerung wurden die Aufkleber gut angenommen. Allerdings findet man sie dort heute nicht mehr.

Zwar belegen neueste Verhaltensstudien, dass Frauen, breitbeinig sitzende Männer attraktiver finden, allerdings wahrscheinlich keine Frauen, die selbstständig auf eigenen Füßen stehen können.

Von Simon Pfützner
Klasse: 9b
Gerhart-Hauptmann-Gymnasium Wernigerode

 

Quellen: https://www.rbb-online.de/zibb/7plus/frauenpower/wochenserie-frauenpower-manspreading.html