Maßanzüge für Tiere im Museum

Durch das SchmaZ-Projekt der Volksstimme hatten einige Schüler der IGS „Regine Hildebrandt“ die einmalige Chance, den Präparatoren des Naturkundemuseums über die Schulter zu gucken. Die zoologischen Präparatoren Peter Chwalisz und Andreas Seidel haben im Keller des Museums ihre Werkstatt. Neben den zoologischen und geologischen Präparatoren gibt es am Museum auch Wissenschaftler (Biologen und Paläontologen), die für die Ausstellungen und Sammlungen verantwortlich sind. Die Präparatoren führen ein Handwerk, das langsam ausstirbt, denn nur sehr wenige interessieren sich für diesen Beruf. Es ist mehr eine Berufung und eine Leidenschaft als ein normaler Beruf. So sprechen die Präparatoren selbst von ihrem Beruf. Bei dem Beruf Präparator denken viele an tote Tiere und dass dies ein ekliger, blutiger Job ist, allerdings ist das ein sehr großer Irrtum. Die Präparatoren würden nie ein Tier töten.

| Foto: Emely Carl

Die Tiere der Ausstellungen sind durch Autounfälle ums Leben gekommen oder es sind Todesfälle aus dem Zoo. Das einzelne Fell der Tiere bekommt das Museum von einem Gerber aus Leipzig. Diese Felle werden in einer großen Kühltruhe gelagert. Zu den Tieren wird dann eine anatomische Zeichnung angefertigt. Der Körper des Tieres wird nun neu angefertigt. Über diesen neuen Körper wird das Fell gelegt, damit das Fell passt, wird es nass gemacht, so ist es dehnbar und kann wie ein Maßanzug an den Körper genäht werden. Die Augen der Tiere sind Glasaugen, die natürlich den Augen der Tiere nachempfunden werden.

| Foto: Emely Carl

Die Glasaugen werden nicht von den Präparatoren hergestellt, sondern aus einem großen Katalog bestellt. Bei der Herstellung der Modelle wird so wenig wie möglich Kunststoff verarbeitet, da dieser das Fell der Tiere zersetzen könnte. Das Gesicht der Tiere wird individuell hergestellt. Einige kleine Tiere wie beispielweise Schnecken werden modelliert. Dieser Vorgang ist ein sehr aufwendiger Arbeitsschritt, denn die Tiere müssen naturgetreu wiedergegeben werden. Nach dem Modellieren werden die fertigen Modelle bemalt und das möglichst echt. Für Tiere, bei denen man die Haut nicht verwenden kann, wie zum Beispiel bei einem Kraken, nimmt man Gegenstände, deren Oberfläche der Struktur der Haut des Tieres sehr ähnlich sind. Dazu könnte man Kürbisse oder Apfelsinen verwenden. Im Moment nimmt das Museum keine Tierfelle mehr an. Die Kühltruhe ist voll und wenn nicht gerade ein ganz exotisches Exemplar eintrifft, reicht der Vorrat an Tierfellen noch bis an das Berufsende der Präparatoren.

| Foto: Emely Carl

 

 

 

 

 

 

 

 

Von Emely Carl, Klasse 8/3, IGS „Regine Hildebrandt“ Magdeburg

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