Milchpreise machen Bauern zu schaffen

Die sinkenden Milchpreise sind ein aktuelles Thema, welches alle Milchbauern Europas betrifft. Auskunft dazu gab die Milchbäuerin Frau Marion Wollert aus Gohre (gehört zur Hansestadt Stendal) aus der Güldenpfennig/Wollert GbR.

Die Milchpreise sind seit 2009 nicht mehr so niedrig wie heute und werden vermutlich in naher Zukunft auch nicht steigen. Die deutschen Milchbauern bräuchten um die 40 Cent pro Liter Milch, um einen ausreichenden Gewinn zu erwirtschaften. Der heutige Milchpreis liegt allerdings bei rund 25 Cent. Gründe dafür seien der Überschuss an Milch auf dem europäischen Markt, der Exportstopp nach Russland und der verringerte Import von Milch durch China, meinte Frau Wollert.
Dies würde für viele deutsche Betriebe schlimme Folgen haben, unter anderem, dass die Erlöse nicht mehr die Kosten decken. Das heißt, die Ausgaben sind größer als die Einnahmen. Aufgrund fehlender Einnahmen sind auch dringend notwendige Investitionen in neue Technik, Stallanlagen und landwirtschaftliche Fahrzeuge nicht mehr umsetzbar. Betriebe, die nicht genügend Einkommensalternativen, wie zum Beispiel Biogas haben, verschulden sich oft oder müssen ihren Hof aufgeben. So hat sich die Zahl der Milchviehhalter in Deutschland in den letzten Jahren um ein Drittel reduziert, doch der Kuhbestand pro Betrieb wächst und die übrigen Betriebe werden größer. Auf die Frage, ob die Bauern etwas dagegen tun können, antwortete Frau Wollert besorgt: „Leider nicht, wir können nur noch mehr sparen und versuchen intensiver zu wirtschaften.“

Viel Hoffnung gibt es also nicht, denn die Politik wartet ab und trifft kaum Entscheidungen zur Rettung von Höfen und es vollzieht sich ein leises Sterben der Betriebe. Noch können die meisten Betriebe von ihrer Milch leben, doch wenn sich nicht bald etwas ändert, wird das nicht mehr lange so bleiben.

Von Marika Roos, Klasse 8c, Europaschule Gymnasium Gommern