Mit der Bergwacht unterwegs

Mitglieder geben Informationen über ihre ehrenamtliche Arbeit
Wenn Ihnen im Harz etwas passiert, sind sie sofort zur Stelle. Die Bergwacht Brocken. Einen Tag lang durfte ich die Bergwacht begleiten und mir einen Eindruck vom Tagesablauf der gerade Diensthabenden Bernd Wagner und Till Kauffels verschaffen.

Nach kurzer terminlicher Absprache trafen wir uns am 12.02.2017 am Parkplatz an der Brockenstraße in Schierke. Von dort aus fuhren wir mit dem Geländewagen der Bergwacht hoch zum Brocken. Kaum angekommen, gab es schon eine erste Überraschung für uns.
Kaum waren wir am gelben Brink vorbei, fuhren wir durch eine große Wolkendecke hindurch und kamen mitten im Sonnenschein oben an. Dort besichtigten wir zuerst die Bergwachtstation und starteten einen kleinen ersten Rundgang, um an den wichtigen Touristenstellen Bescheid zu sagen, dass die Bergwacht jetzt besetzt sei. Dies geschieht jedes Wochenende, denn die Bergwachtstation ist nur am Samstag und Sonntag besetzt. In der Woche geht jeder seinem Beruf nach, „..denn die Arbeit auf dem Brocken ist ehrenamtlich.“, meinte Till Kauffels.

Auf meine Nachfrage, was denn die Aufgaben der Bergwacht wären, antwortete mir Bernd Wagner: „Die Bergwacht Brocken hat natürlich die Hauptaufgabe, Menschen, denen im Wald etwas passiert, zu retten. Weiterhin, was viele Leute nicht wissen, sind wir für den Naturschutz da, d.h. wir sind ein Vorbild für die Touristen und geben acht darauf, dass sie keinen Müll liegen lassen. Außerdem geben wir nützliche Hinweise zum Thema Naturschutz und Umgebung. Des Weiteren helfen wir mit unserer Technik bei Elbüberflutungen mit und sind daher auch ein wichtiger Punkt im Thema Katastrophenschutz. Natürlich arbeiten wir auch in der Öffentlichkeit und stellen z.B. unsere Technik bei den Schierker Wintersportwochen vor.“ Des Weiteren wurde mir erklärt, dass die Arbeit in Bayern auch als Hauptamt gilt und bezahlt wird, in den anderen Bundesländern jedoch nicht. Um trotzdem Geld zu bekommen, um z.B. Bergkleidung, sowie Rettungstechnik zu kaufen, wird bei jeder Öffentlichkeitsarbeit eine Spendenbox aufgestellt. Weiterhin kann die Bergwacht sich durch den DRK Wernigerode finanzieren, denn dies ist der Träger. Till Kauffels sagte mir, dass die Einsätze der Bergwacht komplett kostenlos seien. Das meiste Geld jedoch käme von den Kommunen und den Krankenkassen sowie durch einen Förderverein. Von diesem Geld wird dann beispielsweise ein Motorschlitten gekauft, sowie Kleidung, Schneeschuhe, Klettergurte etc. Trotzdem hat es schon einige Jahre bei der Bergwacht gegeben, wo dieses Geld nicht ausreichte. In diesen Jahren musste man sich dann selber die eigene Ausrüstung finanzieren. Aufgrund dieser Problematik fragte ich: „Wo bekommen Sie diese Motivation her, obwohl Ihre Arbeit ehrenamtlich ist?“ Bernd Wagner antwortete mir sofort auf diese Frage und meinte, dass es einfach Spaß mache, Leuten zu helfen sowie die Natur zu genießen.

Beim oben genannten Rundgang ging es außerdem auf die Plattform des Brockenhotels, um zu schauen wie viele Menschen aus dem Zug aussteigen und auf den Brocken kommen. Nach diesem Rundgang ging es zu den Schierker Wintersportwochen, wo ich bei der Technikpräsentation mithelfen durfte. Als letzten Punkt interessierte mich noch wie oft man im Jahr auf dem Brocken arbeiten müsse. Als Antwort bekam ich, dass es immer eine Jahresversammlung gäbe, bei der man sich in den Dienstplan eintragen könne. Durch die 15-20 aktiven Mitglieder arbeitet man dann ca. 5-6 Wochenenden im Jahr. Am Nachmittag gegen 15 Uhr fuhren wir zurück. Übrigens kann man sich ab 16 Jahren bei der Bergwacht beteiligen. Ich bedankte mich bei Bernd Wagner und Till Kauffels und kann Ihnen, liebe Leser, nun sagen, dass Sie, falls Sie sich verletzen, sicher gerettet werden.

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Die Bergwacht Brocken bei ihrer Technikpräsentation in Schierke | Foto: privat

Von Robert Ahrend, Klasse 8a, Gymnasium Stadtfeld, Wernigerode